Falstaff WeinTrophy 2018: Das sind die Gewinner

Die Sieger der WeinTrophy 2018 flankiert von den Falstaff Herausgebern Ursula Haslauer (links) und Ulrich Sautter (rechts).

© Falstaff/Alois Müller

Die Sieger der WeinTrophy 2018 flankiert von den Falstaff Herausgebern Ursula Haslauer (links) und Ulrich Sautter (rechts).

© Falstaff/Alois Müller

Essens Schlosshotel Hugenpoet hatte sich wie schon in den Jahren zuvor herausgeputzt, um einen glänzenden Rahmen für Falstaffs »Wein-Oscar« zu schaffen. Gegen 19 Uhr stieg die Spannung unter den 150 geladenen Gästen, als es zur Siegerehrung ging. Begleitet von Bravo-Rufen brandete Applaus für die Namen der Sieger auf – doch auch die Nominierten, die ohne Auszeichnung blieben, wurden – zu Recht – frenetisch gefeiert.

Die Publikums-Trophy

Wie in den Vorjahren hatte eine hochkarätige Jury in geheimer, notariell beaufsichtigter Wahl über den Sommelier, den Newcomer und den Winzer des Jahres abgestimmt. Doch auch die Falstaff-Leser hatten das Wort: Sie wählten den 2016er Weißburgunder »Steinwiege« aus dem Keller von Rainer Schnaitmann (Fellbach) zum »Lieblingswein« des Jahres. Damit ging der Preis zum zweiten Mal in Folge an ein Weingut aus Württemberg.

Als Newcomer des Jahres wurden Angelina und Kilian Franzen vom Weingut Franzen aus Bremm an der Mosel ausgezeichnet. Den Titel »Sommelier des Jahres« durfte Michel Fouquet entgegennehmen, der in Johannisberg im Rheingau im Restaurant der Burg Schwarzenstein an der Seite von Nils Henkel tätig ist. Der Titel »Winzer des Jahres« ging nach Franken: Mit Sebastian Fürst wurde ein Winzer geehrt, der das extrem hohe Qualitätsniveau seines Vaters Paul nicht nur halten, sondern sogar mit eigenen Akzenten steigern konnte. Als »Weinbotschafter« – ein Titel übrigens, den Falstaff nur in unregelmäßigen Abständen verleiht – wurde Wilhelm Weil aus Kiedrich im Rheingau geehrt: Nicht zuletzt, weil Weil unaufhörlich für den Rheingauer und den deutschen Wein wirbt – und das im In- und Ausland.

Höhepunkt des Reigens an Auszeichnungen schließlich war die WeinTrophy für ein Lebenswerk: Helmut Dönnhoff aus Oberhausen an der Nahe war sichtlich gerührt, als er der Laudatio seines badischen Kollegen und Freundes Joachim Heger lauschte.

Nominees Dinner

Beim anschließenden »Nominees Dinner« durfte, neben einer Auswahl von feinen Weinen der nominierten Weingüter, freilich auch das passende Wasser nicht fehlen. »Gerolsteiner engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Weinkultur und die Information zum Zusammenspiel von Mineralwasser und Wein. Daher sind wir Mitinitiator der Falstaff WeinTrophy und unterstützen diese Initiative zur Förderung höchster deutscher Weinkultur bereits seit ihren Anfängen«, so Markus Macioszek, Marketingleiter der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG.

Alle Preisträger der Falstaff WeinTrophy 2018 in der Bildergalerie:

Die Nominierten

Impressionen der Falstaff WeinTrophy 2018

Die Falstaff-Redaktion nominierte pro Kategorie jeweils drei Kandidaten. Bundesweit wurde eine Experten-Jury eingeladen, in geheimer Wahl jeweils einen Sieger zu ermitteln. Die fachkundigen Juroren sendeten ihre Stimmzettel an einen Notar. Dieser ermittelte aus den Nominierten die Sieger der Trophy.

Die Sieger der Falstaff WeinTrophy 2018


Newcomer des Jahres

Angelina und Kilian Franzen, Weingut Reinhold Franzen, Mosel

Nach dem Unfalltod des Vaters mussten Kilian Franzen und seine Ehefrau Angelina abrupt die Verantwortung auf dem Bremmer Familienbetrieb übernehmen. Schon nach wenigen Jahren haben sie dabei eine stilsichere Handschrift gefunden: Aus dem atemberaubend steilen Südhang der Lage Calmont holen sie Riesling mit entsprechendem Druck und mit Wärme – doch zugleich schafft es das junge Paar, die mineralische Eleganz der Sorte Riesling zu wahren.

Sommelier des Jahres

Michel Fouquet, Burg Schwarzenstein, Geisenheim

In Bordeaux geboren, kam Michel Fouquet im Lauf seiner Ausbildung zum Sommelier durch zahlreiche besternte Häuser: Er arbeitete an der Côte d’Azur, in England, Irland und Österreich, ehe er schließlich vor zehn Jahren im Rheingau sesshaft wurde. Fouquet gehört nicht zu den »jungen Wilden« unter den Sommeliers. Der 42-Jährige, der sich selbst als eher introvertiert beschreibt, hat die Gabe zuzuhören – und dann mit seinen Weinempfehlungen ins Schwarze zu treffen.

Winzer des Jahres

Sebastian Fürst, Weingut Rudolf Fürst, Franken

Einen Familienbetrieb zu übernehmen, den der Vater bereits zu allerhöchsten Weihen geführt hat – das ist keine leichte Aufgabe. Sebastian Fürst meistert sie souverän. Während seiner Aufenthalte in Burgund holte sich Fürst Anregungen, um hier und da noch an Stellschrauben zu drehen – hin zu noch mehr Fokus und Präzision. Zugleich führt er den Stil fort, den bereits Paul Fürst gepflegt hatte: klassisch, ungekünstelt, auf Lagerfähigkeit zielend. Und das im Verbund mit höchstem Trinkgenuss.

Weinbotschafter

Wilhelm Weil, Rheingau

Würde man in USA, in Asien, in Skandinavien nach dem bekanntesten Winzer Deutschlands fragen, Wilhelm Weil würde ohne Frage die Liste anführen. Obwohl sein Weingut ohnehin einen Ruf wie Donnerhall besitzt, ist Weil rastlos unterwegs, um bei Verkostungen und Weinmenüs den Wert der Kiedricher Lagen zu veranschaulichen. Dabei wirbt Weil immer zugleich auch für den Rheingauer und deutschen Wein im Allgemeinen. Wer sich nicht zu schade ist, Abend für Abend die einfachsten Informationen zu vermitteln, obwohl er zugleich die komplexesten und anspruchsvollsten Weine erzeugt – der hat es wahrlich verdient, als Weinbotschafter ausgezeichnet zu werden.

Lebenswerk

Helmut Dönnhoff, Nahe

Helmut Dönnhoff hat während der vergangenen 30 Jahre den Umbruch im Weinbau der mittleren Nahe geprägt wie kein zweiter: Als sich die vormals großen Namen der Region nach und nach der hohen Kosten wegen aus den Steillagen zurückzogen, sprang Dönnhoff in die Bresche. Hermannshöhle, Dellchen, Felsenberg: Mit seinen Lagen-Rieslingen schuf Dönnhoff Wein-Monumente, die weltweit höchste Wertschätzung genießen. Zugleich leistete er seiner Heimatregion den größten Dienst, den man sich vorstellen kann: Indem er ihre Wertschätzung gemehrt und dabei den Fortbestand historischer Weinbergslagen gesichert hat.

Lieblingswein

2016 »Steinwiege« Weißburgunder trocken

»Hefig im Duft, dahinter Noten von Frühlingswiese, Heu. Frischer Auftakt, eine Spur Kohlensäure, leichter bis mittelgewichtiger Extrakt, ausgewogener Bau, kulinarischer Wein.«

Über das Weingut Rainer Schnaitmann, Württemberg

Alles beim Alten könnte man auf den ersten Blick meinen: Rainer Schnaitmann hält sein Niveau, mit Lembergern und Spätburgundern an der Spitze, die eine warme, doch niemals hitzige Frucht mit reifem Gerbstoff verbinden. Beim zweiten Blick gibt es aber doch Neues: Die Kollektion wirkt an ihren Rändern noch feiner ausdifferenziert und weiter durchdacht: Dafür steht beispielhaft eine fruchtige Riesling Spätlese, die dem Prädikat eine nicht überbordende und dennoch sehr stimmige Interpretation verleiht. Eine Zier der Kollektion ist auch der Sekt. So kann’s weitergehen!