Long Weekend im Südburgenland

Der Süden des Burgenlands ist bekannt für seine einladenden Kellerstöckl.

© Getty Images | pkazmierczak

Der Süden des Burgenlands ist bekannt für seine einladenden Kellerstöckl.

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Wir starten das Wochenende mit einer Reise in die Vergangenheit. Und zwar geht es zurück in das Jahr 1860: Hier beginnt die Geschichte in Bernstein, das weltweit berühmt für den grün schimmernden Halbedelstein Edelserpentin ist. Im Felsenmuseum wird nicht nur die Geschichte des Bergbaus gezeigt, sondern auch eine Sammlung der schönsten Edelserpentin-Kunstwerke. Nach einer kleinen Stärkung in der Konditorei »Kaplan am Kurpark« geht es weiter zu einer gepflegten Golfrunde. Im »Reiters Golf & Country Club« findet sich eine 27-Loch-Golfanlage. Alternativ bietet sich auch eine Wanderung oder Radtour durch die Wart an – ein Landstrich rund um die Pinka. Die gelebte Mehrsprachigkeit dieser Region und die bewegte Geschichte bilden den Mittelpunkt des poetischen »Lebenswart«-Erlebniswegs.

Abends kehren wir ein im Restaurant »Ratschen« des Weinguts Wachter-Wiesler. Hier kochen mit Stefan Csar und Bernd Konrath zwei der besten Köche des Burgenlands. Auf der Speisekarte steht südburgenländisches Seelenessen: authentische Gerichte mit Zutaten frisch aus dem Wald, aus dem Fluss oder vom Feld. Und weil wir schon beim Weinthema sind: Übernachtet wird am Eisenberg in einem von drei wunderschönen Weinlofts. Hier wacht man auf mit einem atemberaubenden Ausblick über die Weingärten und die pannonische Tiefebene.

130 Jahre Backtradition

Der Samstag beginnt mit einem Frühstück beim »Wolf« in Güssing, einer der besten Bäckereien des Burgenlands, ja vielleicht von ganz Österreich – kein Wunder, bei einer knapp 130 Jahre langen Backtradition. Bauernstangerl und Grammelpogatscherl kommen als erste Stärkung für den Fußmarsch rauf zur Burg Güssing gerade recht.

Der Vormittag eignet sich bestens für einen kleinen Abstecher in das Kellerviertel am Stifter- und Zeinerberg oberhalb von Heiligenbrunn. Natürlich dreht sich im Südburgenland vieles um Wein, und da sollte man schon wissen, wo die Ursprünge liegen. 141 kellerartige Bauten sind hier zu entdecken, zum Teil mit Stroh gedeckt und seit dem 18. Jahrhundert in Verwendung. Das Kellerviertel aber ist kein Museum, deshalb empfiehlt sich eine Führung, die nach Voranmeldung angeboten wird. Für das späte Mittagessen ist die Auswahl an Buschenschanken in der Umgebung riesig.

Im Anschluss empfiehlt sich ein Spaziergang: durch den astrosophischen Garten beim »An-Alapanka-Ma« in Eltendorf-Zahling – ein Ort der besonderen Ruhe und Kraft. Der Garten ist – wie es sich schon vermuten lässt – kein herkömmlicher. Er ist 3,2 Hektar groß und besteht aus zwölf Teilen, von denen jedes einem Tierkreiszeichen zugeordnet ist. Hier wachsen wilde Rosen und blühen Enzianfelder im Einklang mit Kunstobjekten. Fantastisch! Gute 15 Kilometer sind es von hier aus bis zur nächsten Station dieses aufregenden Tages: »Gernot’s Gasthaus zum Hof« in Jennersdorf.

Wanderung zum Dreiländereck

Für die Übernachtung haben wir »Das Eisenberg« gewählt. Und so wachen wir auf inmitten schönster Natur, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Südburgenlands. Aufgetischt zum Frühstück wird das Beste aus der Region, danach sind wir bereit für die Wanderung zum Dreiländereck. Ziel ist der Marmor-Grenzobelisk inmitten einer Waldlichtung. Dieser markiert genau jenen Punkt, an dem Österreich, Ungarn und Slowenien aufeinandertreffen.

Wer drei Länder durchreist hat, bringt großen Appetit mit. Wie gut, dass der »Kirchenwirt« der Familie Schardl nicht weit entfernt liegt. Warum das Gasthaus über die Landesgrenzen hinaus beliebt ist, zeigt ein Blick in die Speisekarte. Nach einem ausgiebigen Mittagessen ist am Nachmittag noch einmal Kultur angesagt: Im Schloss Tabor sind stets spannende Ausstellungen zu sehen. Gleich um die Ecke findet sich der Straußenhof Donner, bei dem wir vor der Heimreise noch Mitbringsel für die Zuhausegebliebenen einkaufen.



Promi-Tipp von Thomas Stipsits

Foto beigestellt

Mein kulinarischer Tipp ist das »Gasthaus Stumpfel« in Markt Allhau. Dort serviert der Chef persönlich jeden Tag ein Cordon bleu, aber nicht gefüllt mit Schinken, sondern mit Geselchtem. Alles aus der Region! Auch sehr gut ist der Erdapfelstrudel von meiner Oma aus Stinatz. Den gibt’s aber nur auf Vorbestellung, also, wenn Sie ganz lieb fragen, macht sie Ihnen ein Blech. Einfach in Stinatz nach der Nana fragen.

stumpfels-landwirtshaus.at


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