Ein Tag in Salzburg: Die besten Tipps

© Marco Riebler

Ein Tag in Salzburg: Die besten Tipps

© Marco Riebler

Nehmen Sie Platz und genießen Sie. Eine Melange im »Café Bazar«, eine Sonnenstunde im Garten des Schlosses Mirabell, ein besonderes Glas Wein im »Wein & Co« am Platzl oder einen kleinen, feinen Imbiss bei »Azwanger« am Grünmarkt zum Beispiel. Manche Orte in Salzburg sind fast »Private Lounges« und bieten ganz unterschiedliche Genuss-Spektren für elegante Stadtflaneure, Salzburger und Gäste aus aller Welt. 

Frühstück mit Salzburgern

An einem frühen Sommermorgen auf der Terrasse des »Café Bazar« weiß man, warum man Salzburg immer wieder lieben muss. Einige Gründe: einzigartige Blicke auf die Silhouette der Altstadt, der glitzernde Atem der Salzach und das fast unwirkliche Licht, das durch die Kastanienbäume am Kai leuchtet. Städtereisende treffen hier auf Kunstkritiker, Parvenüs auf Insider, Stammgäste auf Touristen. Wer hierherkommt, will sehen und gesehen werden. Oder einfach nur still alle Zeitungen lesen. Dazu bestellen die Stammgäste ein »Bazar salzig« oder »süß«, oder Ober Wolfgang weiß schon beim Hereinkommen, was man möchte. Dann ist man angekommen in Salzburg.

Ober Wolfgang vom »Café Bazar«

Frühstücksraum, Wohnzimmer oder Abend-Lounge? Das »Café Bazar« und Ober Wolfgang sind eine echte Salzburger Institution.

© Marco Riebler

Auch das »Café Fingerlos« hat viel zu bieten, und selbst Frühstücksmuffel mutieren hier beim Anblick der wohlgefüllten kleinen Etageren mit morgendlichen Köstlichkeiten zu Fans der frühen Mahlzeit. Hier sind die Einheimischen in der Überzahl und stärken sich nicht nur donnerstags vor der »Schranne«, dem größten und schönsten Markt der Stadt, mit einem Frühstück oder Imbiss. Der schöne Mirabellgarten mit seinem Schloss, das Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte Salome Alt errichten ließ, heute der Sitz der Stadtregierung, ist eine Oase im Trubel der Stadt. Den früh­barocken Garten bevölkern Götter, Zwerge, geheimnisvolle Tiere, ein Irrgarten, ein Heckentheater und eine Fülle von herrlichen Blumen, als Mo­saike angeordnet. Auf den Sonnenbänken und Schattenplätzen taucht man ein in eine andere Welt. Die Barockstadt ist dank ihrer Architektur, des Kulturangebots, der Salzburger Küche und der manchmal fast südlichen Lebenskunst ein wahrer Hotspot des »Savoir vivre mit Salzburg-Flair«

Tradition und Neues

Salzburg ist eine faszinierende Stadt, die selbst jemanden, der schon viele Jahre hier lebt, mit immer neuen Reizen verführt. Nicht ganz neu, aber sehr empfehlenswert, vor allem für guten Kaffee, einen anderen Salzburg-Blick und für über 1.200 Weine, ist die »Wein & Co Bar« mit Weinbistro am Platzl. Man kostet tolle Tropfen glasweise in edlen Riedel-Gläsern, genießt einen Snack dazu und kauft im Shop auch noch alles ein, was das Wein-Herz begehrt.

WEIN & CO Bar in Salzburg

Salzburg trifft Italien und die Welt. Die Weinauswahl ist groß und kenntnisreich bei »Wein & Co« am Platzl, Snacks inklusive.

© WEIN & CO 

Aber natürlich gehört zu einem Salzburg-Tag auch ein großer Klassiker: das »Café Tomaselli«. Im ehrwürdigen Kaffeehaus atmet man Tradition, selbst »Kuchen-Fräuleins« gibt es noch. An Sommertagen sitzt man kühl im »Tomaselli Kiosk« unter alten Bäumen bei Würstel-Eierspeise oder köst­lichem Johannisbeereis.

Wer beim Spaziergang durch die Altstadt seinen Kaffee im Becher mitnehmen möchte, der macht einen Stopp beim Fenstercafé und spaziert dann mit seinem Heißgetränk die Hofstallgasse entlang in das Herz der Stadt. Dieses Herz dominieren die vielen Kirchen und ihre Türme, aber auch der Grünmarkt, der sehr »Salzburg« ist. Auf dem Platz vor der barocken Kollegien- oder Universitätskirche, die sich in den Festspielsommern in einen Ort besonderer Musikerlebnisse verwandelt, verzaubert der Markt mit einer Symphonie aus leuchtenden Farben, Düften, Stimmen und Bewegung.

Wer keinen Herd in der Stadt hat und hungrig geworden ist, kann diesen Hunger in der »Blauen Gans«, im »Herzl«, im Hotel »Goldener Hirsch« oder im »Gasthof Goldgasse« stillen, überall auch in den feinen Gastgärten mit Blick auf das Stadt­leben. Eine südliche Oase am Markt ist auch »Azwanger« am Grünmarkt mit einem italienischen Angebot an Antipasti, ideal für den kleinen Hunger zwischendurch.

Geheimtipp Löffelbiskuits

Etwas versteckt in einem der schönen Durchhäuser ist die »Schatz Konditorei«, die nicht nur Rigó Jancsis, Himbeersoufflés oder Papageno-Torten in den herrlich altmodischen Glasvitrinen des Biedermeier-Ambientes anbietet, sondern wo es auch die allerbesten Biskotten (Löffelbiskuits) der Stadt gibt, die man auch als kleinen Genuss einzeln haben kann. Ein echter Salzburger Geheimtipp. Das ist auch noch ein wenig Herr Leopold mit dem vielleicht besten Kaffee der Stadt, Marktblicke vom Gastgarten inklusive. Oder im eher unbekannten Stadtteil Mülln Baltram Feine Patisserie mit sündigen Torten und Macarons.

Vieles in Salzburg dreht sich um einen talentierten »Knaben« namens Mozart. Kugeln, Plätze, Torten, Würstel und manches mehr trägt den Namen des Musik-Genies, der wohl ob dieses Marketings entzückt gewesen wäre. Weltweiten Ruhm hat nicht nur seine Musik, sondern auch die Mozartkugel, das Original genießt man beim Erfinder in der »Café-Konditorei Fürst« am Alten Markt. Ein wenig außerhalb des Zentrums lohnt ein Besuch bei »Brunnauer«, jedenfalls mit dem besten Mittagsmenü der Stadt, aber natürlich auch abends, vor oder nach dem Kunstgenuss.

Eis, Eis, Baby

Salzburg hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Eis-Hotspot entwickelt, an allen Orten gibt es Eissalons, neue, traditionelle, innovative. Und wenn es heiß wird in den Gassen der Altstadt, ist so ein kühler Genuss genau richtig. Ein Klassiker ist die »Eisgrotte«, wo seit 1958 hochwertiges Speiseeis direkt in der Altstadt produziert wird. Angesagt ist »Fabi’s« am Grünmarkt mit Frozen Yoghurt oder das Bio-Eis aus Schafmilch von »Eisl« in einem schönen Durchhaus, das als Creme-de-luxe-Eis in die Tüten kommt. Nicht nur ein Salzburger-Nockerl-Eis hat »Alpz Gelato« am Platzl im Angebot, und bei »Höfinger« am Kapitelplatz und Hanuschplatz gibt es für Mutige auch Rote-Rüben- oder Uhudler-Eis. Hier trifft Klassik auf Moderne, auch in der Gastronomie.

Vor der Premiere

Einmal muss man hier gewesen sein! Bei den berühmten Salzburger Festspielen und davor in einem der schönen Restaurants, die manchmal Sterne tragen, manchmal Geheimtipps sind, immer aber vor dem Kulturgenuss Feines aus dem SalzburgerLand und der Welt versprechen. Und da sich nicht nur die Welt geändert hat, sondern auch ein wenig die Genusskultur, gibt es viele Lokale in Stadt und Land, die durchgehend für alle kochen, die vor dem Kunstgenuss eine entspannte Mahlzeit genießen wollen.

Essen am Nachmittag. Kulturgenuss am Abend

Seit einigen Jahren hat sich in Salzburg ein Trend bemerkbar gemacht, den sich viele Restaurants zu Herzen genommen haben. Das Essen vor den abendlichen Opern und Konzerten findet (auch) am späteren Nachmittag statt. So kochen viele der Lokale, nicht nur im Sommer, durchgehend, und das wird begeistert angenommen. 

Ein spätes Mittagessen oder ein frühes Abendessen? Das ist nur mehr eine Frage der persönlichen Präferenz. Die Liste der Restaurants, in denen man den ganzen Tag köstlich speisen kann, wird gefühlt jedes Jahr länger. Eine Auswahl gefällig? Spitzenkoch Andreas Döllerer kocht in seinem Wirtshaus durchgehend regionale Spezialitäten, in der »Blauen Gans« gibt es den ganzen Tag über eine kleine Karte mit Salzburger Besonderheiten. Der »Schlosswirt« in Aigen macht das auch, und in einem der schönsten Gastgärten in der Stadt ist nicht nur die hervorragende Rindfleischküche zu empfehlen. Richard Brunnauer startet seine »Sommerküche« schon um 17 Uhr und serviert Leichtes, Regionales, immer jedenfalls perfekt Gekochtes. Andreas Kaiblinger im »Esszimmer« macht das ebenfalls und komponiert seine außergewöhnlichen Menüs mit sehr viel Gemüse und kreativen Ideen.

Döllerers Enoteca

Genussjause in Döllerers Enoteca in Kuchl.

© 2017a.m.lohmann

Mittagessen und Landpartie

Bei den besten Salzburger Köchen, den Obauers, sollte man sich unbedingt zum Mittagessen ansagen, Rudi Obauers neueste Kreationen mit Tradition und alpinen Aromen probieren und damit gleich eine kleine Landpartie ins SalzburgerLand verbinden. Für eine Landpartie wäre auch das »Mesnerhaus« von Josef Steffner eine Option, um sich hier von seiner Kochkunst zu überzeugen, oder auch das »Pfefferschiff«, wo Jürgen Vigne und seine Kreativküche Garanten für kulinarische Auszeiten sind. Ein langes Mittagessen vor dem abend­lichen Festspielbesuch lohnt auch im »Ikarus« im Hangar-7 oder bei Andreas Senn im »Senn«, beide Restaurants haben zwei Michelin-Sterne.

Mesnerhaus

Die Natur gibt den Ton an im »Mesnerhaus« und bei der feinen, kreativen Küche von Josef Steffner.

© Mesnerhaus

Und dann ist da noch der kleine Ort Grödig, wo berühmter Kaviar hergestellt wird. Grüll ist der Name, der hier exquisiten Genuss verspricht. Aber es muss nicht immer Kaviar sein, sondern auch alles, was aus der Küche kommt oder von Walter Grüll hergestellt wird, ist »Festspiel-würdig«. Und auch im Bistro ist man dem kulinarischen Himmel schon sehr nahe. Und natürlich haben hier auch schon die herrlichen blauen »White Panther«-­Garnelen aus der Steiermark ihren großen Auftritt.

Salzburger Weitblicke

Mittags oder vor oder nach den Aufführungen ist das »m32« am Mönchsberg ein »Place to be«. Die Küche ist gut, der Ausblick phänomenal. Einen anderen Salzburg-Blick bietet »The Glass Garden« im »Hotel Mönchstein«. Dazu eine innovative Küche und eine stylische Bar zum Chillen, vor oder nach den Premieren sehr zu empfehlen.

The Glass Garden

Der besondere Salzburg-Blick und die stylische Architektur sind das Bühnenbild für die innovative Frische-Küche im »The Glass Garden«. 

© Hotel Schloß Mönchstein

Nach der Premiere

Die Lichter am Domplatz gehen aus. Teufel und Tod haben ihr Spiel mit dem Jedermann beendet, und bald verklingt auch im ganzen Festspielbezirk der letzte Ton der Geigen und Trompeten und Stille kehrt ein. Jetzt ist es Zeit, auszuschwärmen und das Leben zu feiern.

Eine Nacht für Jedermann

Nachtschwärmer und Spätesser haben in Salzburg eine reiche Angebotspalette. Nicht nur nach den Aufführungen der Festspiele haben die angesagten Bars der Stadt Saison. Jenen, die einfach die Stadt genießen wollen, sei auf den Weg mitgegeben: »Happy Hour« war gestern, heute trifft man sich zur »Blauen Stunde« und zu Drinks, die den Abend feiern. Und das heißt dann in Mailand zum Campari, in Venedig zum Bellini, in Florenz zum Negroni und in Salzburg zum Champagner-Cocktail, zu einem Glas Salzburger Bier oder einfach zu einem »Aperitivo«, bei dem alles möglich ist. 

Zu Salzburgs schönsten Hotelbars gehören die Bar im berühmten »Goldenen ­Hirschen« und die im legendären »Hotel Sacher«. Hier kann man auf den Spuren der Beatles einen Drink nehmen. Einmal waren sie in Salzburg, und dann, so erzählt man sich, haben sie sich heimlich in das Hotel an der Salzach geschlichen (damals hieß es noch »Österreichischer Hof«). In schönem Bar-Ambiente kann man immer noch gute Drinks bestellen, das Flair vergangener Zeiten spüren und schauen, welche Prominenten von heute hier zu Gast sind.

Neuer und sehr angesagt für Trendsetter sind »Mentor’s« und, sehr stylisch und mit außergewöhnlichen Eigenkreationen, die »Mayday Bar« im Hangar-7. Ganz neu in diesem Festspielsommer ist die Pop-up-Campari-Bar im »Arthotel Blaue Gans«. Keine Bar, aber DER Ort, wo man sich trifft – vor, nach und während der Aufführungen –, ist seit vielen Jahren das »Triangel« mit Gastgarten und Blick auf das Festspielhaus. Seit Anna Netrebko & Co. sich diesen Platz sozusagen als »Pausenraum« gewählt haben, kommt man hierher, Festspielgeflüster fast immer inklusive.

Mayday im Hangar-7

»Mayday« & »Threesixty Bar«. Zwei Bar-Erlebnisse der Extraklasse im spektakulären Hangar-7 mit allerbesten Cocktails und exquisitem Barfood.

© Gerald Rihar/Red Bull Content Pool

Würstelstand

An den legendären Würstelständen von früher erfuhr man jede Neuigkeit vom Marktgeschehen und den Stammgästen. Und heute noch kreisen viele Geschichten um diese Zeit von damals. Die Stände am Grünmarkt sind eine Institution, aber nur tagsüber offen. 

Ganz anders ist das bei der »Heißen Kiste«, bei der nicht nur »Jedermann«-Regisseur Michael Sturminger gerne Halt macht, oder bei der »Salzburger Würstelkönigin« am Hanusch-Platz. Würstel sind in Salzburg kein Fastfood, sondern ein kleiner, schneller Genuss aus einem dampfenden Kessel. Süß oder scharf? Das ist die klassische Frage und dabei geht es nicht um die Entscheidung zwischen Mozartkugel und Käsekrainer, sondern um den Senf. Und mancher, der nach Musik, Tanz und Theater auf dem Heimweg ist, labt sich am Wurstangebot.

Wir haben für alle Gäste der barocken Stadt mit Geschichte, Musik und Kultur die besten, schönsten, vor allem genussvollsten Plätze zusammengestellt, damit sie bei Tag und Nacht eintauchen können in einen außergewöhnlichen Kosmos an (nicht nur) kulinarischen Möglichkeiten.

Das Rom des Nordens, Festspielstadt, Weltzentrum der Musik, Mozarts Geburtsstadt – die schöne barocke Stadt Salzburg hat viele Namen. Und viele Gesichter. Zu diesen gehören auch die vielfältigen kulinarischen Besonderheiten, die eine Auszeit in Salzburg zu einem Gesamtkunstwerk für alle Sinne abrunden. Schon Max Reinhardt sprach vom Festlichen, Feiertäglichen, Einmaligen, das alle Kunst hat. Wir möchten Ihnen dieses Festliche einen ganzen Sommer lang an den schönsten Orten ans Herz legen.


RESTAURANTS

EISSALONS

  • Aplz Gelato
    Platzl 3, 5020 Salzburg
    T: + 43 664 5262048
    facebook.com/AlpzCafe
  • Eisgrotte
    Getreidegasse 40, 5020 Salzburg
    T: + 43 662 843157
    eisgrotte.at
  • Eisl Eis
    Getreidegasse/im Durchgang 22, 5020 Salzburg
    T: + 43 670 6086212
    shop.eisl-eis.at
  • Fabi's Frozen Yogurt
    Universitätsplatz 14, 5020 Salzburg
    T: + 43 664 1407687
    fabisfrozenbioyogurt.com
  • Höfinger Eis
    Kapitelplatz und Ferdinand-Hanusch-Platz, 5020 Salzburg
    T: +43 650 9397927
    hoefinger-eis.at

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