Beschreibung

Die am 26. und 27. Oktober von WeinArt in Steinbach am Attersee zelebrierte Verkostung einer Vielzahl von Gewächsen und Jahrgängen aus der berühmtesten Burgunder-Domäne war mit Sicherheit eines der Highlights, wenn nicht der Höhepunkt der letztjährigen Spitzenverkostungen auf dem Rotweinsektor, die in Österreich auf internationalem Niveau stattgefunden haben. Karl-Heinz Wolf, unterstützt von seiner Tochter Katharina und den Importeurs-Kollegen Reinhard Böhm und Burkard Bovensiepen, sorgte für den perfekten kulinarischen Rahmen und ließ von Küchenchef Alois Allinger zu der auf drei Verkostungsblöcke aufgeteilten Degustation (Freitagabend, Samstagmittag und Samstagabend) ein maßgeschneidertes Menü aus der LandArt-Küche servieren. Der erste Abend hatte das kulinarische Motto »Menü hoch drei«, eröffnet von einem »Dreitopf«, drei exzellenten Süppchen. Es folgten drei Varianten von den Coquilles Saint-Jacques, eine Trilogie von Gerichten rund um den Rehbock aus dem Weissenbachtal, Ziegenkäse frisch, gereift und geschmolzen und zum Abschluss drei Dessertvarianten rund um die Zwetschken aus dem LandArt-Garten. Als Vin de Plaisir wurde den ganzen Abend der Vosne-Romanée 1er Cru Cuvée Duvault-Blochet serviert, zu jedem der acht separaten Gänge aus der Küche wurden jeweils drei Weine der Domaine präsentiert. Das Mittagessen des nächsten Tages firmierte unter »Egelseer Waldschwein Festival«, dreizehn Weine der DRC begleiteten LandArt-Klassiker wie »Erdäpfelrisotto & knuspriger Bauch« oder den »Gebratenen Nacken mit Kümmel-Angelika-Saft und Mangold aus Susis Garten«. Mit dem Nachgeschmack des feinen Échézeaux 1995 am Gaumen wurde den Teilnehmern eine kleine Nachmittagsruhe gegönnt. Das große Finale brachte klassische Gerichte der Hochküche, edle Produkte, verarbeitet zu Gaumenfreunden wie Seezunge nach »Grenobler Art«, das Bries vom Salzkammergut-Milchlamm mit Schwarzwurzeln und Kalbskopf, die Tournedos »Rossini« vom Atterochsen, begleitet von vier Jahrgängen La Tâche, den Soloauftritt der beiden Jahrgänge 2000 und 2002 von Romanée-Conti, einen vorzüglichen Vacherin Mont d’Or mit La-Ratte-Kartoffeln zu vier DRC-Gewächsen aus 1990 und als Abschluss das Savarin mit Waldbeeren im DRC-Depot und Mascarponecreme zu gereiften Weinen aus den Jahren 1978 und 1979. Einmal mehr wurde unter Beweis gestellt, dass auch die größten Weine der Welt erst begleitet von passenden Gerichten ihre ganze Verführungskraft ausspielen können, auch wenn die glücklichen Teilnehmer dieses gastronomischen Feuerwerks durchaus an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit herangeführt wurden. Als Autor der Verkostungsnotizen, die während des Diners zunächst handschriftlich entstanden sind, darf ich Sie um Verständnis bitten, wenn es bei manchem Wein vielleicht an der sonst an dieser Stelle selbstverständlichen Ausführlichkeit mangelt. Den Kern der Probe bildeten die Grands Crus Échézeaux, Grands Échézeaux, Romanée Saint-Vivant, Richebourg und La Tâche aus den Jahrgängen 1995 bis einschließlich 2004, zusätzlich Romanée-Conti – nur aus den Jahrgängen 2000 und 2002, weil sonst der Kostenrahmen der Probe völlig gesprengt worden wäre. Der Weißwein des Hauses, der Grand Cru Le Montrachet war nicht Bestandteil dieser an exzellenten Weinen ohnehin überreichen Probe. Wie hervorragend die Gewächse der Domaine de la Romanée-Conti reifen können, zeigten schließlich die Weine aus 1990, aber auch aus 1979 und 1978, ein wirklich sensationeller La Tâche 1978 bildete den fulminanten Abschluss. Anders als in der WeinArt-Probe werden hier die Weine chronologisch nach Jahrgängen dargestellt. Die Zahl nach der Empfehlung »trinken/lagern« am Ende jeder Verkostungsnotiz soll als Orientierungshilfe für das Reifepotenzial des jeweiligen Weins dienen.

Notizen von Peter Moser

Tasting aus Falstaff Magazin Österreich Nr. 1/2008

VON FALSTAFF BEWERTETE WEINE

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