Beschreibung

Der Jahrgang 2010 wurde anlässlich der Fassproben-Bewertungen von der internationalen Presse bereits zu einem der großen hochgelobt. Die Preise für die Subskription dieser Weine haben ein absolutes Höchstniveau erreicht. Nun sind die abgefüllten Weine bei uns in den Handel gekommen. Falstaff hat dies zum Anlass genommen, um sich anhand der fertigen Weine von deren Qualität zu überzeugen, und hat zunächst die klassifizierten Gewächse vom Linken Ufer (Médoc, Graves, Sauternes) einer umfangreichen Blindprobe unterzogen. Dank der tollen organisatorischen Unterstützung des Conseil des Grands Crus Classés en 1855 war es möglich, dieses Jahr im Jänner direkt vor Ort die abgefüllten Erst- und Zweitweine in verdeckter Weise zu probieren und mit den Ergebnissen der En-primeur-Tastings zu vergleichen. Die Premiers Crus bildeten hierbei die Ausnahme, sie wurden direkt auf den Weingütern und offen verkostet. (Anm.: Ducru-Beaucaillou 2010 [96–98] und Grand-Puy-Lacoste 2010 [92–94] sind der Einladung zur Blindverkostung leider nicht gefolgt.) Sie finden in der Folge die Notizen zu den verkosteten Weinen und deren aktuelle Bewertung, in Klammern steht die En-primeur-Wertung. Mit »NV« sind jene Weine bezeichnet, die en primeur nicht zur Verfügung standen und jetzt erstmalig für Falstaff bewertet wurden. Gleichzeitig wurde auch der gewaltige Jahrgang 2009 zum zweiten Mal auf der Flasche bewertet – so lassen sich zwischen diesen beiden Jahren markante ­stilistische Unterschiede ausmachen. Während sich der saftige 2009er schon recht zugänglich und charmant zeigt, ist der 2010er deutlich härter und verschlossen geraten. Ersterer wird bereits recht früh großen Trink­spaß bereiten – manche Weine sind schon jetzt unwiderstehlich –, bei 2010 heißt die Devise: Bitte warten! Es sind Weine mit festem Rückgrat und viel Substanz, bei vielen wird es acht bis zehn Jahre dauern, bis das Öffnen der Flasche Sinn machen wird. Ein idealer Jahrgang jedenfalls, um etwas davon wegzulegen – immer vorausgesetzt, man hat auch das nötige Kleingeld dafür. Die abgefüllten Weine des Rechten Ufers werden im Juli dieses Jahres verkostet werden. Der Süßweinjahrgang 2010 zeigte sich bei der Verkostung der gefüllten Weine im Jänner 2013 im Vergleich zum generösen 2009er als eher geizig, wenn es um echte Highlights geht. Die meisten Weine sind eher von vordergründiger Süße, aromatisch eindimensional und von hohem Alkohol geprägt, Balance ist für viele Produkte ein Fremdwort. Notizen von Peter Moser

Tasting aus Falstaff Magazin Österreich Nr. 2/2013

VON FALSTAFF BEWERTETE WEINE

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