Zürich. Eine Stadt mit Geschmack

© Zürich Tourismus

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Uhren, Banken, Schokolade, Kunst, Design, Käse – das fällt einem spontan ein, wenn man Schweiz hört. Und das trifft auch auf Zürich zu, der Stadt die zwar nicht die Bundeshauptstadt der Schweiz ist (das ist ja Bern), aber das können manche kaum glauben. Und vielleicht auch nicht, dass die Stadt ein wahrer Gourmet-Hotspot geworden ist.

Die Stadt Zürich hat viel zu erzählen, man muss nur hinschauen, um die besondere Anziehungskraft, die einzigartige Tradition und den Aufbruch zu spüren. Die Stadt am See hat viele Gesichter und Geschichten, die sie über Jahrhunderte geprägt hat. Alt und neu gingen eine glückvolle Symbiose ein und so strahlen jedes Haus, jede Gasse, die Limmat, der See und die neuen Quartiere Kreativität, Schönheit, Herkunft und Neubeginn aus. Und überall ist Licht, ist Wasser, ist Geschäftigkeit.

Zürcher Gustostückerl

Zürich ist eine Stadt am Wasser: See und Fluss Limmat prägen das Bild und haben immer die eine oder andere Besonderheit im Gepäck. Da sind einmal die schönen Schiffe, mit denen man über den See fahren kann und dabei nicht nur besondere Blicke auf die Stadt und die prachtvollen Villen an der Goldküste werfen kann, sondern auch genussreich brunchen oder zu Abend essen.

Als Goldküste bezeichnet man grundsätzlich das ganze rechte Zürichseeufer von Zollikon bis Rapperswil. Und hier am See kann man auch gleich eine architektur-kulturelle Besonderheit seit Mai 2019 wieder anschauen: den restaurierten Pavillon Le Corbusier und bis November darin die Ausstellung »Mon univers«, See-Blicke aus dem bunten Haus inklusive. Der letzte Bau des berühmten Schweizer Architekten Le Corbusier ist ein farbenprächtiges Glanzstück der Architektur und die derzeitige Ausstellung zeugt von seiner Sammelleidenschaft. Absolut sehenswert.

Le Corbusier-Pavillon

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Und dann ist da die Limmat, die in die Stadt hineinfließt und deren Ufer zum Flanieren einladen und den perfekten Rahmen bilden für die malerischen Altstadtgassen mit feinen Geschäften und vielen Lokalen – vom Gourmettempel bis zu urigen Beizen, vom Kunsthandwerkladen bis zu alten Traditionsbetrieben, die ganz feine Dinge bereithalten. Das wäre einmal das »Kolonialwarengeschäft« Schwarzenbach im »Dörfli«, dem Niederdorf: Eine bunte Vielfalt an Tee, Kaffee, Dörrfrüchten, Gewürzen und Teigwaren kann hier verkostet und nach Gewicht erstanden werden. Gleich daneben befindet sich das gleichnamige Tee- und Kaffeehaus.

Die Restaurant-Szene in der Stadt ist wahrlich eine Besonderheit und für jeden Gaumen findet sich etwas. Ein Tipp: Gäste mit Zürich Card erhalten in vielen Zürcher Restaurants eine kulinarische Überraschung. Ein wirklicher Geheimtipp, den ich nur mit Vorbehalt hier hinschreibe, weil der Ort, klein, fein, ungewöhnlich ist und noch eine echte »Quartier-Beiz« ist, ist das »Isebähnli«, eine wunderschöne »Wystube« mit ungewöhnlicher Markt-Küche. Seit Hunderten von Jahren ist hier eine Weinstube gewesen, deren Vergangenheit und Zukunft geprägt ist von Künstlern, Intellektuellen, Menschen aus Politik, Wirtschaft, sie kommen von weither oder einfach von der Universität herunter ins Niederdorf und genießen das, was ihnen Yücel Ersan (er hat das Lokal 2008 übernommen) mit Können kocht. Die Weinauswahl ist gigantisch und der nahe Weinkeller einen zweiten Abstecher wert.

Man redet immer von der Weltstadt Zürich, von der Trendstadt Zürich, von Urbanität, Hektik, Innovation. Ja, all das ist Zürich auch, aber an manchen Orten ist es auch noch ein Dorf. Das ist schön und das sollte man unbedingt entdecken. 

Zünftig genießen

Die prächtigen Zürcher Zunfthäuser sind nicht nur Zier, sondern sie erzählen Jahrhunderte alte Geschichte und sind für Zürich und das Verständnis der Stadt unerlässlich. Heute sind sie immer noch Versammlungsort der jeweiligen Zünfte, einige sind aber auch öffentlich zugänglich und beherbergen ausgezeichnete Restaurants.

Ein Muss: Das typische Zürcher Geschnetzelte mit Rösti. Besonders fein im »Zunfthaus zur Waag«. Das »Haus zur Waag« ist seit rund 700 Jahren das Zunfthaus der Wollen- & Leinenweber und Hutmacher. Und Direktor Wimmer erklärt seinen Gästen sehr gerne seine Version des »Röstigrabens«. Im Juli 1916 fand im »Zunfthaus zur Waag« übrigens die erste offizielle Soiree der Dadaisten statt. Hugo Ball trug hier sein berühmtes Dada-Manifest vor, mit dem er sich bereits von Dada abwendete.

Kunst & Genuss

Noch mehr Kunst begegnet dem Zürich-Flaneur in der legendären »Kronenhalle«. Sie war einst Treffpunkt von Musikern, Schauspielern, Literaten und Künstlern. Einige von ihnen haben damals mit Kunstwerken bezahlt. Nicht zuletzt deshalb speist man heute unter echten Chagalls, Picassos, Bonnards und Mirós. In stilvollem Ambiente werden französisch inspirierte Speisen, aber auch Klassiker wie das Zürcher Geschnetzelte serviert. In der eleganten und mondänen Bar »Kronenhalle« gibt es  ausgezeichnete Cocktails mit Stil.

Karl Landolt war ein Schweizer Maler (1925-2009), in seinem Land sehr bekannt. Sein Werk ist eine Ode an die Stadt-Landschaft und den See, der ihm unerschöpfliches Material für seine Bilder bot. »Geprägt wird ein Gewässer durch den Charakter seiner Ufer«, formulierte er einmal. »Der obere Teil (des Zürichsees) ist anders als der untere, welcher schon einem breiten Fluss gleicht.« Zum Beobachten und Erkunden gibt es vieles in dieser Stadt, am See, in der Bahnhofstraße, an den Ufern oder in den neuen Quartieren, wo junge Künstler und hippe Geschäfte die alten Viadukte, die neuen Meilen, zum Beispiel die Europaallee so gekonnt »bespielen«, das daraus sicher eine neue Tradition entstehen wird. Eine, die sich immer wieder neu erfindet und die man genussreich mit Augen, Ohren und Gaumen entdecken kann.

Mehrmals am Tag gibt es von Wien aus Direktflüge nach Zürich, aus den Bundesländern reist man bequem mit der ÖBB in die Schweiz und in der Schweiz ist die Bahn so gut ausgebaut und komfortabel, dass man ohne Auto auskommt. In diesem Fall ist ein Swiss Travel Pass eine sehr gute Wahl und man reist bequem durch das Land, hat freie Eintritte in viele Museen und kann auch die öffentlichen Verkehrsmittel – von der Tram bis zum Schiff – kostenlos benutzen.

Information, Beratung und Buchung

Schweiz Tourismus
00800 100 200 30 (kostenlos, lokale Gebühren können anfallen)
info@myswitzerland.com
www.mySwitzerland.com
www.zuerich.com

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