Zehn Jahre »Edition Fritz« bei ALDI SÜD

Fritz Keller hat mit seiner ALDI-SÜD-Edition Mut bewiesen – und wurde belohnt.

Fritz Keller © Ralf Killian/Landschaft beigestellt

Fritz Keller hat mit seiner ALDI-SÜD-Edition Mut bewiesen – und wurde belohnt.

Fritz Keller © Ralf Killian/Landschaft beigestellt

Die Kooperation mit ALDI SÜD brachte dem renommierten Badener Winzer Fritz Keller zwar anfangs Skepsis ein. Jetzt, nach zehn Jahren, blickt er aber auf ein gelungenes Projekt zurück. Im Interview erzählt Keller, wie es dazu kam.

Falstaff: Gratulation, dieses Jahr wird die »Edition Fritz Keller« zehn Jahre alt …
Fritz Keller: Wirklich? (Er rechnet nach.) Tatsächlich, 2007 muss der erste Jahrgang gewesen sein. 2006 war dieser schlimme Botrytisherbst. Das hat es uns in 2007 erleichtert, die Winzer von der Notwendigkeit des sogenannten »Traubenteilens« zu überzeugen. Dabei wurde die untere Hälfte der Traube abgeschnitten, damit die Beeren nicht so eng in der Traube stehen und sich nicht gegenseitig quetschen.

Man verliert die Hälfte des Ertrags…
Nicht ganz. Es dient der gewollten Ertragsreduzierung, und man erntet absolut gesunde Trauben, Voraussetzung für einen qualitativ hochwertigen Wein!

Aber damals gab es Diskussionen: Ein renommiertes Weingut macht gemeinsame Sache mit einem Discounter.
Und wie! Der Anfang war eine harte Zeit. In manchen Winzergenossenschaften wurden Versammlungen einberufen, um gegen unsere Initiative Front zu machen. Es war ein Abenteuer, ein Wagnis, sogar meine Familie hat mich für plemplem gehalten. Und meine Mitarbeiter fanden es problematisch, dass wir eigenes Know-how an die Partnerbetriebe rausgeben. Da habe ich ihnen gesagt: Wenn wir in zehn Jahren noch so arbeiten wie heute, haben wir eh verloren …

Erklären Sie bitte noch mal, wie das Projekt funktioniert. Die Trauben kommen von Vertragswinzern und werden dann an einem zentralen Ort gekeltert?
Es sind etwa 450 Winzer, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese Winzer sind jeweils selbstständige Weingüter oder einer Kellerei oder Genossenschaft angeschlossen, die die Zusammenarbeit organisiert. Auch nach zehn Jahren kommen immer noch neue dazu.

Sie haben Mitarbeiter, die die Winzer betreuen?
Genau. Es gibt ein Pflichtenheft, das die Winzer das ganze Jahr über erfüllen müssen. Die Weinberge werden kontrolliert, bei Nicht-Einhaltung kann es zum Ausschluss einzelner Rebflächen kommen.

Eine Art Drehbuch für die Arbeit im Weinberg.
In der Zwischenzeit muss man zum Glück nicht mehr so intensiv darüber diskutieren, dass der Qualitätsunterschied im Weinberg anfängt. Die Weißwein-Trauben werden dann in den von uns ausgewählten Partnerbetrieben gekeltert und dort vergoren – auch das unter intensiver Beratung durch unsere Mitarbeiter.  Ebenso wird mit der Maischegärung der Spätburgunder-Trauben und dem Ausbau des Rotweins verfahren. Die einzelnen Jungweine werden bei einem Partner als reinsortige Cuvée zusammen ausgebaut und abgefüllt.

Das geht ohne Interessenkonflikt?
Na ja, wir haben am Anfang schon festgestellt, dass manche Kellermeister die Qualität unserer Weine als sehr gut empfanden, und wir mussten anfangs sehr darauf achten, dass wir auch das bekommen, was wir geerntet haben. Aber in der Regel läuft die Zusammenarbeit mit den Betrieben und deren Kellermeistern sehr gut und reibungslos. Und mancher Partnerbetrieb hat unser Projekt als Vorbild für ei­gene Initiativen im Premiumbereich genommen. Weiterhin konnten viele Betriebe ihre Holzfasskapazitäten erhalten.

Also Zeit für ein Fazit?
Für mich ist ein Traum wahr geworden. Mein Gedanke damals war: Guter Wein muss auch in den Alltag rein­wirken, und jeder muss ihn sich leisten können. Viele Menschen sind durch die »Edition Fritz Keller« zum ersten Mal in Kontakt mit trockenem Weißburgunder und Spätburgunder ge­­kommen. Das ist doch schon mal was. Und das Beste – finde ich – ist, dass wir ganz ohne Konsumforschung ausgekommen sind. Denn die behauptet doch immer, dass man zur Wohlfühltemperatur kommt, wenn man die linke Hand in einen Eiskübel hält und die rechte in kochen­des Wasser. So ein Unsinn. Aber wir wussten von Anfang an genau, was wir wollten, und haben es einfach gemacht.

Exklusiv in Ihrer ALDI-SÜD-Filiale

2016 Baden Weißer Burgunder trocken, »EDITION FRITZ KELLER«

2015 Baden Spätburgunder trocken, »EDITION FRITZ KELLER«

ALDI-Weine März 2017

www.aldi-sued.de

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