Young Talent Sophie Mussotter fordert eigene Ausbildung für Pâtissiers

Sophie Mussotter, 1. Platz »Pâtisserie«

© Cornelia Leitgeb

Sophie Mussotter, 1. Platz »Pâtisserie«

Sophie Mussotter, 1. Platz »Pâtisserie«

© Cornelia Leitgeb

http://www.falstaff.de/nd/young-talent-sophie-mussotter-fordert-eigene-ausbildung-fuer-patissiers/ Young Talent Sophie Mussotter fordert eigene Ausbildung für Pâtissiers »Eine eigene Ausbildung wie in Frankreich wäre toll«, sagt die YTC »Pâtisserie«-Siegerin 2022 unter anderem im Profi-Talk. Somit würde der Beruf des Pâtissiers den Stellenwert den eines Koches erreichen. http://www.falstaff.de/fileadmin/_processed_/1/1/csm_YTC-Siegerinterview-Sophie-Mussotter-c-Conny-Pa-Photography-2640_a8f86529ee.jpg

Profi: Wie ist es Ihnen im Finale ergangen?
Sehr gut! Alle Finalisten waren super drauf, wir haben uns gegenseitig unterstütz und motiviert- das war toll. Ich war sehr gut vorbereitet und hatte Spaß, wie immer, weil ich das mache, was ich am aller liebsten tue.

Was waren Ihre Beweggründe für eine Bewerbung beim Falstaff Young Talents Cup?
Für mich war es eine ganz persönliche Herausforderung zu sehen, ob ich das Zeug dafür habe – und wo ich stehe. Deshalb ist es jetzt ganz besonders schön zu wissen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das ist sehr erfüllend.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Nach meiner sehr prägenden Zeit im »Goldberg« werde ich nun die Leitung der Pâtisserie bei uns im Unternehmen Rauschenberger übernehmen. Darüber hinaus würde ich gerne nochmals in Sterne-Restaurants arbeiten, um noch ganz viel im Bereich der Pâtisserie zu lernen – das war erst der erste Step und ich habe hoffentlich noch viel vor mir.

Was denken Sie können wir tun bzw. sollte passieren, damit wir eine Aufwertung der Branche bzw. des Berufsfeldes erreichen?
Ich glaube, alles hängt von der Wertschätzung des Gastes dem Essen gegenüber ab. Gäste müssten bereit sein, wieder mehr Geld für gutes Essen und gute Produkte zu zahlen, um bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Der Job ist extrem hart und leider oft schlecht bezahlt, deshalb arbeiten viele nur aus Idealismus. Außerdem ist dem Gast oft nicht bewusst, dass er nicht nur die Zutaten für ein Essen bezahlt, sondern dass noch viel mehr Arbeit dahintersteckt. Hier sollte es uns gelingen, für mehr Transparenz zu sorgen.

Würden Sie etwas anders machen, wenn Sie könnten?
Das ist ein schwieriger Weg. Man müsste sich in der Branche zusammentun und ich hoffe, dass wir in der Zukunft zusammen vieles verändern können. Auch ein besseres Image ist wichtig, wobei Magazine wie Falstaff eine wichtige Rolle spielen. Und der YTC natürlich besonders!

Was möchten Sie Ihren Kollegen mit auf den Weg geben?
Man sollte in der Küche immer wissen, für was man die Arbeit macht und wo man einmal hinwill. Sich motivieren und stark bleiben in anstrengenden Zeiten ist sehr wichtig. Trotzdem nie eure Work-Life-Balance vergessen. Alles zahlt sich einmal aus und ganz wichtig: Die Passion bitte nie verlieren. Seid stolz auf das, was ihr macht, das können heutzutage nicht mehr viele.

Haben Sie mit dem Sieg gerechnet bzw. sich diesen erhofft?
Nun ja, ich habe es mir zumindest für mich selbst sehr gewünscht, um mir einfach zu beweisen, was ich alles schaffen kann, aber die Konkurrenz war sehr stark. Die Tage mit den Finalisten in Graz waren so schön, dass wir, glaube ich, alle stolz sein können und froh waren, dabei gewesen zu sein.

Warum lieben Sie diese Branche?
Weil sie sehr echt ist. Wir verarbeiten frische Produkte, Obst und Gemüse, sind kreativ, entwerfen tolle Gerichte, schwitzen, haben Spaß und machen damit Menschen satt und glücklich. Egal, wo auf der Welt man arbeitet. Ich liebe auch den Alltag mit den Kollegen. Oft ist es durch den Stress sehr emotional, man erlebt zusammen Höhen und Tiefen, das schweißt sehr eng zusammen.

Was ist Ihnen bei der Wahl eines Arbeitgebers wichtig?
Mir ist der Respekt sehr wichtig im Umgang unter den Kollegen und mit den Vorgesetzen. Auch individuelle Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten sollten immer gegeben sein. Man sollte nie aufhören zu lernen. Natürlich auch angemessene Arbeitszeiten und, wenn möglich, feste freie Tage. Einfach eine angemessene Wertschätzung, wie es leider in der Branche nicht überall gegeben ist.

Denken Sie, dass das Dessert bzw. die Position eines Pâtissiers im Moment bereits den Stellenwert hat, den er haben sollte?
Nein, leider noch nicht ganz. Angefangen damit, dass es dafür in Deutschland keine eigene Ausbildung gibt. Ich selbst habe Köchin gelernt. In der Schule wurde die Pâtisserie nur in Form von Panna Cotta und Schokomousse thematisiert. Das sollte sich ändern; die Pâtisserie hat so viel mehr zu bieten. Deshalb gibt es auch viel zu oft leider nur die Standards auf einer Menü-Karte. Natürlich hat das Dessert deshalb einen geminderten Stellenwert.

Welchen Wunsch haben Sie für den Stellenwert eines eigenen Pâtissiers?
Eine eigene Ausbildung wie in Frankreich wäre toll, somit würde der Beruf des Pâtissiers genau wie der eines Koches sein. Das Dessert könnte etwas sein, auf das der Gast genau so viel wert legt, wie auf die Gerichte davor. Er würde überrascht sein, was ein Dessert alles bieten kann.

Preise für die Siegerin der »Pâtisserie«

Die Siegerin durfte sich unter anderem über folgende Preise freuen: 4 mal 3 Kilogramm Kuvertüre nach Wahl von Valrhona, Ein Tag mit Ecolab und einen Blick hinter die Kulissen von drei Top-Gastronomie- bzw. Hotelleriebetrieben, zusätzlich noch 100,– Euro Gutschein für Desinfektionswaren von Ecolab, Champagner aus dem Haus Nicolas Feuillatte, Global Kochmesser von Idee – Exclusiv Pfurtscheller, ein Hotelgutschein für das Interalpen-Hotel Tyrol, »Take it Sweet« Geschenkbox von Stayspiced!,  eine Kaffeemaschine von Illy, Goodie-Bag von Hotelcareer – Gastrojobs by StepStone und natürlich den beliebten Pokal von Dreikant.


Über den YTC

2015 wurde das erste Mal der Falstaff Young Talents Cup von Heimo Jessenko und Alexandra Gorsche ins Leben gerufen, in den Kategorien »Küche« und »Gastgeber«. 2019 wurde der Falstaff Young Talents Cup zusätzlich in der Kategorie »Pâtisserie« veranstaltet, 2020 folgten die Kategorien »Bar« und »Gemüseküche«.

Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Karriere in Hotellerie und Gastronomie. Mit der Eventreihe »Falstaff Young Talents Cup« kürt Falstaff Profi die besten Nachwuchskräfte der Branche. Das Ziel ist es, den Berufsnachwuchs aktiv zu fördern und zu motivieren. 

youngtalents.falstaff-profi.com

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