Wolfgang Pfeifer unerwartet verstorben

Wolfgang Pfeifer bei den Burgundergesprächen 2019 in Baden-Baden.

© Hendrick Morlock

Wolfgang Pfeifer bei den Burgundergesprächen 2019 in Baden-Baden.

© Hendrick Morlock

Am 4. Februar verstarb Wolfgang Pfeifer. Vielen Weinliebhabern wird der Name dieses Geisenheimer Dozenten nicht bekannt sein. Denn Pfeifer suchte alles andere als die Öffentlichkeit oder gar persönlichen Ruhm. Doch angesichts seines unerwarteten und viel zu frühen Ablebens, 67-jährig, gebührt es sich, das Scheinwerferlicht auf das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen und Weinwissenschaftlers zu richten. Pfeifer unterrichtete 37 Jahre lang an der Hochschule in Geisenheim Sensorik und Kellertechnik. In dieser Zeit hat er nahezu zwei Generationen von Önologen ausgebildet. Und mehr als nur ausgebildet: Mit seinem handwerklichen Verständnis von Weinbau und Kellerwirtschaft hat er viele von ihnen nachhaltig geprägt.

Beichtvater und fachlicher Mentor

Die zahlreichen Wortmeldungen von Winzern und früheren Geisenheim-Absolventen, die wir diesem Nachruf anfügen, legen ein Zeugnis davon ab, wie beliebt Pfeifer bei den Studierenden war. Aber dieses Verhältnis war auch reziprok: Wenn Pfeifer über »seine« Studierenden sprach, dann spürte man, wie sehr ihm ihr Wohlergehen am Herzen lag. Natürlich zunächst fachlich: Da in ihm selbst ein so großes Feuer fürs Weinmachen brannte, schaffte er es, den Funken auf die Jugend überspringen zu lassen – auch wenn Pfeifer fordernd war und sich und anderen Umwege der Genauigkeit abverlangte. Aber Pfeifer sah in den Studierenden auch die Menschen – und war in manchen Situationen wohl ebenso Beichtvater wie fachlicher Mentor.

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass Pfeifer für zwei seiner Leistungen auch kommenden Generationen ein Begriff bleiben wird. Zum einen hielt er in seinen Kellertechnik-Kursen die Fahne der handwerklichen Weinbereitung hoch. Auch – und gerade – als Geisenheim immer mehr zum Schauplatz der Drittmittelforschung wurde und sich mehr und mehr als Dienstleister für den industriell arbeitenden Teil der Weinbranche zu begreifen begann. Pfeifers Widerwillen gegen High Tech im Keller und Pülverchen aller Art brachte ihn zuweilen in Konflikt mit der vorherrschenden Geisenheimer Kellertechnik-Doktrin. Doch der Erfolg all jener Winzer, die sich von seinem Weg inspirieren ließen, wird noch in den kommenden Jahrzehnten nachhaltig sein, während sich viele der kurzzeitig gefeierten technischen Modetrends schon nach wenigen Jahren wieder erledigt haben.

Geisenheimer Sektprojekt

Zweitens setzte Wolfgang Pfeifer mit seinem unter den Studierenden legendären Geisenheimer Sektprojekt einen Schwerpunkt, der ganz maßgeblich zum deutschen Sekt-Wunder des letzten Jahrzehnts beigetragen hat. Als Liebhaber präzise ausgearbeiteter Schaumweine schulte Pfeifer den Blick der jungen Generation dafür, dass der Sekt ein Produkt eigenen Rechts ist und kein Vehikel für die Verwertung zweitklassiger Trauben. Das Wunder der Flaschengärung selbst zu erleben, war für viele Studierende eine Initialzündung. Spätestens, wenn man in 20 oder 30 Jahren auf die Entwicklung des deutschen Sekts zurückblicken wird, wird man – so viele andere Väter diese Erfolgsgeschichte auch hat – feststellen, dass wohl niemand so früh und so dauerhaft, so überzeugt und so überzeugend bei der Vermittlung der Sektkultur gewirkt hat wie Wolfgang Pfeifer.

Noch im Februar 2019 saß Pfeifer auf dem Podium der »Burgundergespräche«, die Falstaff im Casino Baden-Baden ausrichtete. Bei diesem Fachtag für Winzer mit Vorträgen und Panel Tastings zum Thema Pinot noir zeigte sich der gerade eben in den Ruhestand Getretene in Höchstform. Etwa, wenn er aus den vorgestellten Studienergebnissen und Vorträgen in seiner unvergleichlichen Art praktische und pragmatische Schlüsse zog, wenn er die vorgestellten Weine mit dem Röntgenblick seiner großen Erfahrung einer technischen und stilistischen Analyse unterzog. Gefragt, wie ihm der Ruhestand schmecke, klang Pfeifer durchaus zufrieden: Er sei ja noch oft in Geisenheim, und habe jetzt auch etwas mehr Zeit für anderes. Es ist traurig und beklagenswert, dass ihm, seiner Ehefrau Ingeborg – und allen, die ihn kannten und schätzten – dieses Mehr an Zeit so schnell geraubt wurde.

Stimmen von Winzern und Weggefährten:

Matthias Aldinger, Weingut Aldinger, Fellbach (Württemberg)

Mich hat die Nachricht aus heiterem Himmel getroffen. War es doch der »Wolle« oder »Herr Pfeifer mit zwei Eff« – wie er zu sagen pflegte – der die Sektleidenschaft in mir geweckt hat. Auch ich war in Geisenheim bei ihm im Sektprojekt und habe die Flaschen auf die alte Weise im losen Stapel im Keller getürmt. Das Sektprojekt war der Urknall für die heimische Sektproduktion, neben der Leidenschaft zu guten Champagnern.

Herr Pfeifer war der Praktiker unter den Geisenheimer Dozenten und deshalb so beliebt. Er hat neben dem normalen Unterricht manchmal Stunden zur Rotweinbereitung gegeben. Der Raum war gestopft voll und alle haben tüchtig seine Anweisungen aufgeschrieben.

Ich habe ihn nach meiner Studienzeit noch zweimal telefonisch um Rat gebeten – und er hat immer sehr praktisch und nett ausgeholfen. Deutschland hat diesem Mann in Sachen Wein mehr zu verdanken, als so mancher denkt. In Gedanken bin ich bei seiner Familie und denke viel über meine Studienjahre nach.


Arno Schembs, Weingut Schembs, Worms (Rheinhessen)

Während meiner Studienzeit in Geisenheim, Anfang der achtziger Jahre, war die Lehre noch sehr stark von Technik, Edelstahl und Ertragssicherung geprägt. Nur ganz zaghaft schlichen sich Themen wie Marketing aber vor allem der Stellenwert von Weingeschmack und Qualitätsstreben nach heutigen Gesichtspunkten in die Vorlesungen ein.

Wolfgang Pfeifer gehörte zu denjenigen, die mir und einer ganzen Generation von Weinbauern erfolgreich vermittelt haben, dass es bei allem was wir tun in allererster Linie um den guten Geschmack unserer Weine geht. Seine Vorlesungen »Weinverkostung« gehörten zu den Highlights meines Oenologenstudiums.

Fachlich. Menschlich und überhaupt: Mach's gut Wolfgang. Die Weinkarte da oben soll himmlisch sein.


Sebastian Fürst, Weingut Rudolf Fürst, Bürgstadt (Franken)

Ich hatte meine Diplomarbeit bei Wolfgang geschrieben. Wolfgang Pfeifer war nicht nur ein genialer Dozent, sondern auch ein großartiger Mensch und die gute Seele der Weinschule in Geisenheim. Wir sind sehr traurig.


Volker Raumland, Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim (Rheinhessen)

Ja, auch ich habe Wolfgang ab 1980 durch mein Studium in Geisenheim kennen und schätzen gelernt. Seine offene, ehrliche und direkte Ansprache zu allen Fragen um den Wein haben mich immer beeindruckt. Ich erinnere mich, dass er mal einem Vortrag beiwohnte, bei dem es um den Verkauf von önologischen Produkten einer Firma ging. Und da stand er auf und sagte: »Die Trauben haben von der Natur aus alles mitbekommen, was nötig ist, um durch die Gärung zu Wein zu werden. Warum also noch was hinzufügen, was eigentlich nicht nötig ist!?« Genau so war es auch in zahlreichen Verkostungen, wo er immer seine offene und ungeschminkte Meinung kundtat.

Schade, dass er nicht mehr unter uns ist.


Jens Heinemeyer, Weingut solveigs, Geisenheim (Rheingau)

Wolfgang war ein Freund der Studenten und des Weines. Ein Lehrer, der automatisch Respekt erhielt, für sein Wissen, dessen Vermittlung und die persönliche Widmung. Nach der Studienzeit war er für Generationen von Weinerzeugern ein Freund und Berater in allen Fragen der überlegten Weinbereitung. Seine sensorischen Kenntnisse und Erfahrungen waren in der Branche als herausragend bekannt. Für seine präzise, aufdeckende und gleichzeitig reflektierte sensorische Analyse eines Weines war Wolfgang eine Instanz.

Wir werden ihn dafür und als guten Freund sehr vermissen. Die Meldungen aus dem Kreis der Freunde und Studenten sind geprägt von der Bestürzung über den frühen, plötzlichen Tod und der Trauer über den Verlust eines wichtigen und wahrhaftigen »Amateur du Vin«.

Lassen Sie uns vor Wolfgang verneigen und das Glas auf ihn erheben – er hätte es so gewollt.


Konrad Salwey, Weingut Salwey, Oberrotweil (Baden)

Ich habe Wolfgang Pfeifer folgendermaßen erlebt: spitzbübisch, fröhlich, blitzgescheit, hellwach, manchmal sogar herausfordernd frech (»der Salwey soll jetzt mal in die Gänge kommen!«). Gleichzeitig war er auch immer neugierig und an mir als Person aufrichtig interessiert.

Ein wunderbarer Mensch!


Peter Perabo, Bischöfliches Weingut Rüdesheim (Rheingau)

Es ist für uns alle hier unfassbar und wir sind unendlich traurig, einen so großartigen Menschen nicht mehr bei uns zu wissen.

Ich kannte Wolfgang Pfeifer seit 35 Jahren. Wir haben uns kennengelernt, als ich in einem kleinen Weingut in Aulhausen (dem Stadtteil Rüdesheims, in dem Wolfgang lebte) gearbeitet habe. Er war für mich ein guter Freund und ein toller Mensch. Trotz seines unglaublichen Wissens war er immer bescheiden und zurückhaltend. Seine Logik habe ich besonders geschätzt. Wir haben nächtelang über Wein und die Welt diskutiert. Ich erinnere mich daran, dass Wolfgang gern und oft in das Weingut Krone, in dem ich zu seinerzeit beschäftigt war, kam, um »einen anständigen Pinot zu probieren«. Auch war er oft und gerne bei uns im Bischöflichen Weingut – auch und gerade nach seiner Pensionierung, das letzte Mal vor zwei Wochen.

Er war ein ganz Großer – er fehlt schon jetzt.


Markus Wöhrle, Weingut Wöhrle, Lahr (Baden)

Noch im vergangenen Juli hatten wir Semestertreffen in Geisenheim – und Wolfgang hat uns mit Freude und Stolz die Veränderungen und Entwicklungen am Campus aufgezeigt. Nicht ohne mit einem Zwinkern oder leichten Lächeln auch auf die Veränderung der Studierenden hinzuweisen (so wie er halt war).

Für immer in Erinnerung bleibt:

  • Seine Ansprache: »Freunde, Freunde, Freunde,...«
  • Sein offenes Ohr
  • Seine Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft, Bodenständigkeit
  • Respekt vor allen Erzeugern, auch wenn ihm ein Sekt/Wein mal nicht so zugesagt hat.

Wilhelm Weil, Weingut Robert Weil, Kiedrich (Rheingau)

Auch ich bin über Wolfgang Pfeifers überraschendes Ableben sehr betrübt. Da ist ein wirklich Großer gegangen. Ein fachlich Großer, und gleichermaßen ein menschlich Großer.

Er war für mich seit jetzt fast vier Jahrzehnten wichtiger Ansprechpartner, seinerzeit Dozent und bis zu seinem Tod Ratgeber und geschätzter Kenner um große Weine und deren Vinifizierung.


Caroline Diel, Rümmelsheim (Nahe)

Die Nachricht von Wolfgang Pfeifers Tod hat mich geschockt und berührt mich sehr. Gerne erinnere ich mich an die Zeit in Geisenheim zurück, wo wir mit ihm viele tolle, leidenschaftliche Momente erlebt haben. Sei es das Projekt in der Kellertechnik, das Sektprojekt, oder unzählige Sensorikstunden. Wolfgang Pfeifer hatte das Herz am rechten Fleck, war immer mit großer Begeisterung und auch viel Witz dabei. Er war ein echter Praktiker mit viel Leidenschaft, das tat in dem manchmal doch recht theoretischen Studium in Geisenheim sehr, sehr gut!


Herbert Reinecker, Privat-Sektkellerei Reinecker, Auggen (Baden)

Ich bin Geisenheim-Absolvent 1987. Herr Pfeifer war schon damals ein beliebter, noch sehr junger Dozent, der uns mit großer Fachkenntnis durch die kellerwirtschaftlichen Praktika führte. Er war damals fast ein bisschen einer von uns (Studenten), mit ähnlichem Alter und Einstellung.

Ausgestattet mit viel mehr Fachwissen war er nie arrogant oder unnahbar, und man hat sich damals immer gefreut, ihn in der »KK« (kleinen Kneipe) zu treffen. Für Gespräche und ein Gläschen Wein war er auch dort sehr offen.

Sein Sektpraktikum mit der Möglichkeit der Herstellung von 200 Flaschen Winzersekt war ein Höhepunkt meiner Geisenheimer Zeit und hat mein (Berufs-)Leben wesentlich beeinflusst. Womöglich gäbe es unsere Sektkellerei in der Form, ohne Herrn Pfeifers Wirken in Geisenheim, gar nicht. Aus dem Grund werde ich Wolfgang Pfeifer immer sehr dankbar sein!


Sven Ellwanger, Weingut Bernhard Ellwanger, Weinstadt-Großheppach (Württemberg)

Sehr traurig, diese Nachricht. Er war einer der außergewöhnlichsten und vor allem praxisbezogensten Dozenten in Geisenheim. Er wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Seinen Charakter kann man vielleicht mit folgender Anekdote etwas umschreiben: Als wir an einem heißen Sommernachmittag im Sensorikraum eine Klausur schrieben, lief er mit einem breiten Grinsen am Hörsaal vorbei. Kurze Zeit später kam er mit Gläsern und zwei Flaschen Riesling zu uns in den Hörsaal und schenkte uns leidenden Studenten jedem ein Glas Riesling ein.

Ich weiß zwar nicht mehr, welche Klausur wir damals geschrieben haben, aber Wolfgang Pfeifer bleibt mir sicherlich ewig in Erinnerung.


Dorothee Zilliken, Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, Saarburg (Mosel)

Mit großer Trauer habe ich von Herrn Pfeifers Ableben gelesen. Sehr gerne erinnere ich mich an seine humorvolle Art zurück. Er hatte uns Moselaner im Fach »Weinbeurteilung / Sensorik« immer gerne schelmisch geneckt, wenn es beispielsweise um sehr säurebetonte Weine ging, oder um Weine, die nicht dem trockenem Geschmacksbild entsprachen. Dies meinte er aber stets freundlich-frech, nicht herablassend, sondern eher um die klassischen Vorurteile vor 15, 20 Jahren gegenüber den Weinen von Mosel, Saar und Ruwer auszuräumen. Denn er wusste um die Vorteile einer jeden Anbauregion.

Besonders viel Freude hat uns allen das Sektprojekt gemacht: so durfte ich einen 2002er Saarburger Rausch Riesling Sekt brut und brut nature bei ihm herstellen, und dies auch mit verschiedenen Schwefelgehalten ausprobieren. Meine Familie und Freunde hatten noch jahrelang Spaß an diesen Versuchssekten. Jetzt bedaure ich es natürlich sehr, dass ich keine Flasche mehr von diesem Meister habe.

Wir haben sehr viel bei ihm gelernt und gelacht. Es ist schon lange ein kleines, privates Treffen mit ein paar Freundinnen geplant. Da dieser Freundeskreis erst im Studium (2001) entstanden ist, und Herr Pfeifer von uns allen sehr geschätzt wurde, werden wir sicherlich unser Glas auf ihn erheben.


Moritz Haidle, Weingut Karl Haidle, Kernen-Stetten (Württemberg)

Ich hatte Wolfgang Pfeifer nicht nur als Dozent, sondern auch als Betreuer für meine Bachelor-Thesis. Für mich hatte er schon damals Legendenstatus. Ein Mann, der immer gerade raus war und kompromisslos. Ehrlich und wirklich für seine Interessen brannte. Er war einer der besten Lehrmeister mit unglaublich viel Wissen und Weitblick. Und trotzdem immer bodenständig und auf Augenhöhe.

Er konnte sich manchmal in Kleinigkeiten reinsteigern, aber genau so hat er sich auch an Kleinigkeiten sehr erfreuen können. Eine kleine Erinnerung von mir – das werde ich nie vergessen: Als ich in seinem Büro stand und er wild über ein Thema philosophierte und mit mir diskutierte, weil es ein Problem gab mit einem meiner Versuchsweine. (Jemand hatte diese fälschlicherweise stummgeschwefelt, was wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten.) Unser Versuch wollte einfach nicht funktionieren und das hat ihn richtig wild gemacht. Und plötzlich mitten im Satz hat er aufgehört zu reden und wortlos zum Fenster hinausgeschaut. Von einem Moment auf den Anderen ist er still geworden, blickte nach draußen zu einem Vogel auf dem Nachbarsdach. Dann hat er eine gefühlte Ewigkeit nichts gesagt und nur »so ein schöner Kerl« in sich hineingemurmelt. Und nachdem der Vogel weggeflogen war kam er wieder zum eigentlichen Thema zurück und war plötzlich wie ausgetauscht ruhig und entspannt.

Ein sehr großer Verlust für die Weinwelt! Auch mein Vater ist der Meinung, »dass da jetzt was ganz Großes weggebrochen ist.«


Prof. Dr. Tilo Hühn, Leiter des Zentrums für Lebensmittelkomposition und –prozessdesign, ZHAW Wädenswil (CH)

Wolfgang hat sich eingemischt und leidenschaftlich Position bezogen. Wenn es sein musste, laut und kantig. Menschen waren dabei für den Rheingauer immer bedeutend. Wahrscheinlich waren Wein und Sekt nur das Medium, um mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen, zu sinnieren und manchmal, um die beste Lösung ringend, auch zu streiten.

Für viele Geisenheimerinnen und Geisenheimer war er ein Wegbegleiter und Mentor, der für die Önologie durch seine Praxis begeistert hat. Das Experimentieren, forschende Lernen und das Brennen für seine Berufung haben sein Leben geprägt und andere Fackeln – auch die meine – entzündet. Kellerwirtschaftlich gab es wenig, was bei ihm nicht irgendwann schon einmal erprobt wurde. Die Freude über Erkenntnisse, zu denen er anderen verholfen hat, war genau so groß, wie jene darüber, diese oenologische Praxis weiterentwickeln zu können. Neben den Studierenden waren es die Gäste die über einen Besuch bei Wolfgang in der Kellerwirtschaft ein Stück Geisenheimer-Philosophie mit nach Hause nehmen konnten. In dieser Funktion konnte er gleichzeitig viele Impulse von den Berufskollegen aus der ganzen Welt aufnehmen. Er war einfach immer da, um für diese besondere Institution einzutreten, hat vieles kritisch hinterfragt und war dabei immer überzeugt an der richtigen Stelle zu wirken. Sein Engagement für die Vereinigung ehemaliger Geisenheimer, für ihre Mitglieder und für die Gesellschaft zur Förderung der Hochschule Geisenheim waren unermüdlich.

Auch wenn wir uns lange Zeit nicht getroffen hatten, war es so, als könnten wir dort anknüpfen, wo wir zuvor aufgehört hatten. Das wird mir fehlen. Ein Freund, den ich sehr vermissen werde.


Tim Fröhlich, Weingut Schäfer-Fröhlich, Bockenau (Nahe)

Der Tod von Wolfgang Pfeifer ist ein herber und unersetzlicher Verlust für die gesamte Weinwelt. Ich schätzte ganz besonders Wolfgangs praktische Art, immer bedacht auf Umsetzbarkeit und Lösungen. Ein Mann der Tat und nicht nur des Wortes. Darüber hinaus stand er jederzeit hinter seiner eigenen Meinung, die er ehrlich vertreten hat.


Werner Riess, Fine Wine Manager, Carl Tesdorpf, Hamburg

Wolfgang Pfeifer war nicht nur ein sehr kompetenter Önologe, von dem ich viel gelernt habe, er war auch ein feiner Kerl. Wolfgang hatte immer ein offenes Ohr für uns Studenten und war auch nach meinem Studium ein verlässlicher Ratgeber. Die Nachricht von seinem Tod hat mich fassungslos gemacht.


Cecilia Jost, Weingut Toni Jost, Bacharach (Mittelrhein)

Wie alle Geisenheimer habe ich sehr viel von ihm gelernt. Der Verlust für seine Familie und die ganze Weinfamilie ist unglaublich.

Vor etwa vier Wochen kam er noch zu unserem Semestertreffen auf der Germania. Zum Schluss hat er mir noch aufgetragen, dass ich meinen Vater von ihm grüßen soll. Das hätte ich gerne noch öfter von ihm gehört.

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