Wasser: Burgenlands prickelnder Schatz

Magisches Mineral: Klärt den Geist, belebt die Sinne, energetisiert den Körper.

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Magisches Mineral: Klärt den Geist, belebt die Sinne, energetisiert den Körper.

Magisches Mineral: Klärt den Geist, belebt die Sinne, energetisiert den Körper.

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http://www.falstaff.de/nd/wasser-burgenlands-prickelnder-schatz/ Wasser: Burgenlands prickelnder Schatz Mineral- und Heilwasser ist reiner, weniger behandelt und gesünder als Leitungswasser. Im Burgenland sprudeln zahlreiche wertvolle Quellen. Wir stellen die wichtigsten kurz vor und haben mit Ernährungsexperten über Unterschiede, Nutzen und Trends gesprochen. http://www.falstaff.de/fileadmin/_processed_/0/9/csm_Wasser-Stockphoto-c-GettyImages-2640_1b61c0e9dd.jpg

Schon klar: wir sind, was Trinkwasser betrifft, eine Insel der Seligen. Weshalb, so gestatten Sie kurz die Grundsatzfrage, sollten wir eigentlich Mineralwasser trinken? Die Antwort: Weil es reiner und gesünder ist als Leitungwasser. Weil es die Gedanken klärt, die Sinne belebt, den Körper vitalisiert– was freilich nicht der Kohlensäure geschuldet ist – denn Kohlensäure kann Soda auch. Die wertvollen, in Mineral- und Heilwässern enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente hingegen sind wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen, für Herz- und Kreislauffunktion, Nerven, Haut, Haare, Nägel, für einen ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt, für Stoffwechselvorgänge und Verdauung, für – auch das kann nicht schaden – Denkvorgänge. Gehen wir also den gesunden Wässerchen ein wenig auf den Grund. 

Manche Abfüller –  wie etwa Römerquelle – bieten auch Aromatisiertes an. Zitrone oder Orange sind Klassiker,  aber auch Exotisches wie Birne Melisse oder Maracuja ist beliebt.

Manche Abfüller –  wie etwa Römerquelle – bieten auch Aromatisiertes an. Zitrone oder Orange sind Klassiker,  aber auch Exotisches wie Birne Melisse oder Maracuja ist beliebt. 

Foto beigestellt

Mineralwasser bahnt sich – manchmal gepumpt, manchmal durch den Kohlensäuredruck von selbst – seinen Weg aus tiefen, jahrtausend alten Gesteinsschichten an die Oberfläche. Es wird also auf natürliche Weise mineralisiert und muss diesen auch per Verordung vor- und ausweisen. Erlaubt sind – im großen Unterschied zu Trinkwasser (Chlor!) – keine chemischen Behandlungen. Bloß einige Metalle dürfen herausgefiltert, Kohlensäure zugesetzt werden. »Es gibt eigentlich kein schlechtes Mineral oder Heilwasser«, meint der deutsche Wassersommelier Armin Schönenberger. Tatsächlich gehören die Wässerchen zu den penibelst geprüften Lebensmitteln der Welt. Für Heilwasser gelten die noch strengere Kriterien der Arzneimittelverordnung.

Magische Mineralität

»Mineral- und Heilwässer sind besonders geschützt und kontrolliert mit einem besonderen Plus an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen, die am Etikett ausgewiesen sind und situationsbezogen gezielt eingesetzt werden können«, erklärt Gerlinde Mock, österreichische Ernährungsexpertin, Fachfrau für Wein, Käse sowie Wasser-Sommeliere und Referentin der Wassersommelier-Ausbildung. »Außerdem erzählt Mineralwasser von seinem Terroir« (siehe auch Interview). Ein fruchtbares Terroir für hochwertiges Mineral- und Heilwaser erschließt sich im Burgenland mit seiner vielfältigen Geologie an Schiefer, Granitgneisen, Sedimenten, Kristallingesteinen, mit seinen Gebirgen, mit seinen tektonischen Bruchlinien, an welchen mineralische Quellen meist zu finden sind. 

Die wichtigsten Quellen 

Römerquelle gilt als eine der stärksten Marken. Bereits zu Beginn des ersten Jahrtausends legten die Römer Rohrleitungen von Edelstal nach Carnuntum. Der Quelle im nördlichen Burgenland werden Wunderdinge nachgesagt, schon Kaiser Marc Aurel (121-180 nach Christi) soll seine Verletzungen dort kuriert haben. Bereits ab 1925 für Trink- und Heilkuren genutzt, wurde 1948 begonnen, das Wasser in Flaschen abzufüllen. 1962 wurde Römerquelle als Heilquelle anerkannt, seit der Gründung der Römerquelle GmbH im Jahr 1965 wird es österreichweit vermarktet. 

In Deutschkreuz, mitten im Mittelburgenland, sprudelt die Juvina Quelle – erstmals anno 1777 als »Gesundbrunnen der Österreichischen Monarchie« erwähnt. Für den regionalen Bedarf wurde die nun im Besitz der Familie Starzinger befindliche Quelle ebenfalls seit der Römerzeit genutzt. In den 1960er Jahren wurde die erste moderne Abfüllanlage gebaut und seither konsequent modernisiert. 

Aus einer Tiefe von rund 200 Metern am Fuße des Paulibergs, speist sich mit der Waldquelle eine weitere traditionsreiche Mineralwassermarke des Landes. Abgefüllt wird das Wasser im mittelburgenländischen Kobersdorf direkt an der Quelle. Im Jahre 1830 erstmals registriert befand sich diese ursprünglich im Besitz der Familie Esterházy. Heute zählt Waldquelle zu den großen Playern des Landes.

Eine der bekanntesten Stellen um sein Heilwasser selbst zu zapfen befindet sich in Bad Sauerbrunn.

Eine der bekanntesten Stellen um sein Heilwasser selbst zu zapfen befindet sich in Bad Sauerbrunn. GF Bernhard Schuster betont besonders den positven Effekt auf die Verdauung. Andere Quellen zum Selbstzapfen: St. Bartholomäus Quelle, Marienquelle Ollersdorf, Sulzquelle – Piringsdorfer Säuerling oder der Kobersdorfer Sauerbrunnen. Bei den meisten dieser Quellen zapft man übrigens – bis zu einer bestimmten Menge – kostenlos.

© Herbert Schlosser DIGI-TEL

Um Güssinger schließlich, einst führende Mineralwasser-Marke, ist es still geworden, sie existiert nicht mehr. Weniger still, vielmehr prickelnd nimmt sich die Zukunft in Sachen Mineralwasser im Burgenland aus. Unter den tektonischen Bruchlinien des Neusiedler See nämlich wurde bereits 1955 das größte Vorkommen Europas entdeckt. Der prickelnde Schatz unter dem See ist nicht nur von bestechender Reinheit und vielfältiger Mineralität, sondern bis datound größtenteils unerschlossen.

Ein Hinweis noch für Weinfreunde. Wenn der Sommiliere oder Maitre vor der Weinbestellung sein obligatorisches »Prickelnd oder still« anbringt, dann bestehen Sie diesen Test, indem Sie erst den Wein und dann das Wasser wählen, denn mit den Tanninen Rotweins etwa – Freunde des gepflegten Roten Spritzers mögen verzeihen – verträgt sich die Kohlensäure nicht.  

Der Schatz im See: Rund 150 Meter unter dem Neusiedler See liegt Europas größes Reservoir an Mineralwasser.

Der Schatz im See: Rund 150 Meter unter dem Neusiedler See liegt Europas größes Reservoir an Mineralwasser. Die Heilwirkung dieser Wässer ist bei Leber und Gallenleiden, aber auch zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen nachgewiesen.

© Burgenland Tourismus / Birgit Machtinger


Umsatz in Euro 
Der Umsatz im Mineralwasser-Segment  beträgt 2021 ungefähr 246.000 Mio. €. 

Umsatz pro Kopf
Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden im Jahr 2021 weltweit etwa 32,72 € pro Kopf umgesetzt.

Pro-Kopf-Verbrauch 
Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch im an Mineralwasser wird im Jahr 2021 bei voraussichtlich 62,6 Liter liegen.

Umsatzwachstum bis 2026
Laut Prognose wird im Jahr 2026 ein Marktvolumen von 338.605 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 6,61% (CAGR 2021-2026). 

Gastronomie-Umsatz 2026
Im Jahr 2026 werden voraussichtlich 36 % der gesamten Ausgaben und 9 % des mengenmäßigen Konsums im Segment Mineralwasser auf den Außer-Haus-Markt (z.B. Bars und Restaurants) entfallen. 

Quelle: Statista


FALSTAFF: Wie schmeckt Mineralwasser. Können Sie kurz die wichtigste Geschmacksprofile erklären?

Gerlinde Mock: Mineralwasser erzählt von seinem Terroir. Gekühlte, leicht bis mittel mineralisierte bis ca. 1500 mg/l gelösten Mineralstoffen und CO2-hältige Mineral- und Heilwässer erfrischen als Aperitif und begleiten leichte kalte und warme Vorspeisen sowie Weißweine mit klassischem Ausbau. Temperierte Mineral- und Heilwässer mit Hydrogencarbonat und Sulfat-Anteil überraschen als alkoholfreie Digestif-Variante. Stille Mineral- und Heilwässer unterstützen tanninbetonte Weine mit Barrique-Ausbau, Cuvées, Lagen-Kaffees und Premium-Spirituosen. Hohe Mineralisierung über 1500 mg/l korrespondiert mit kräftigen Gerichten, Süßspeisen bzw. Weinen mit Restzuckergehalt

Und der Geruch...

...wird über Reintönigkeit und Aroma von neutral, dezent, mittel bis intensiv definiert. Einige weisen einen eher neutralen Geruch auf, andere erinnern dezent an einen Hauch von Schwefel und Salzwasser. Häufig kommt ein hat metallisch wirkenden Eindruck nach Eisen bzw. Tinte vor. Manche Heilwässer erinnern an Jod, Zitronenzeste, salzige Gischt und grasige Noten.

Referentin der Wassersommelier-
Ausbildung Gerlinde Mock

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Welche Trends orten sie in der Branche?

Ich sehe Tradition versus Convenience. Einerseits werden Qualität, Natürlichkeit, ursprünglicher Reinheit und ernährungsphysiologischer Wert sowie Vielfalt geschätzt, andererseits gibt es auch beim Wasser den Convenience-Gedanken mit dem Wunsch eines maßgeschneiderten und personalisierten Produkts mit speziellem Mineralstoffzusatz bzw. Kohlensäuresättigung nach Lebenssituation.


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