Verstärkte Corona-Maßnahmen in Berlin

In Berlin muss die Gastronomie vorerst von 10. bis 31. Oktober um 23 Uhr schließen.

Symbolbild © Shutterstock

In Berlin muss die Gastronomie vorerst von 10. bis 31. Oktober um 23 Uhr schließen.

Symbolbild © Shutterstock

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen täglich und erreicht am 7. Oktober mit 2828 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte 2020, wie das RKI mitteilte. Seit Anfang Oktober liegen damit die täglichen Fallzahlen beinahe konstant über 2000. Einzelne Bundesländer schnallen daher nun den Gürtel wieder enger.

Temporäre Sperrstunde in Berlin

In Berlin beispielsweise treten am 10. Oktober um Mitternacht neue Verschärfungen in Kraft, darunter eine nächtliche Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr. Bis vorerst 31. Oktober müssen Gastronomen in dieser Zeit schließen, zudem sich dürfen sich zu diesen Uhrzeiten nur fünf gleichzeitig anwesende Personen aus unterschiedlichen Haushalten im öffentlichen Raum im Freien aufhalten. Im privaten Raum sind Veranstaltungen und Zusammenkünfte nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt. »Damit die Regelung verhältnismäßig ist, haben wir sie zeitlich befristet«, so Senator Dirk Behrendt.

»Wir wollen und müssen alles tun, um diese Situation (zweiter Lockdown, Anm.) zu verhindern.«
Michael Müller, Regierender Bürgermeister Berlin

Der regierende Bürgermeister Michael Müller hofft, so einen zweiten Lockdown verhindern zu können und den Berlinern einen besseren Schutz zu bieten, wie er in einer Pressekonferenz nach der Sondersitzung des Berliner Senats eindringlich erklärte. Zudem bat er um Verständnis für die Maßnahmen und um Mithilfe, die Regeln miteinander zu tragen damit so eine weiter Eskalation verhindert werden könne.

Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, räumte ein, dass die Ansteckungslage derzeit diffus sei und das Hauptproblem geschlossene Räume seien, die nicht maschinell be- oder regelmäßig gelüftet werden. Neben den Öffentlichen Verkehrsmitteln sind auch die Berliner Kneipen wieder voll – weshalb das öffentliche Leben wieder verlangsamt werden müsse, unter anderem durch eine temporäre Sperrstunde.

Der Gastro- und Spätibereich sind davon besonders ökonomisch betroffen. Lederer ließ anklingen, dass hier bereits Gespräche mit Wirtschafts- und Finanzverwaltung laufen würden, und diese Bereiche nicht alleine gelassen würde. Senator Dirk Behrendt bekräftigte, dass vor allem die Barbetreiber mit Unterstützung rechnen können, da die temporäre Sperrstunde vor allem das Kerngeschäft der Bars betrifft. Allerdings laufen dazu derzeit noch Gespräche, konkrete Hilfspakete wurden auf der Pressekonferenz daher noch nicht präsentiert.

Verstärkte Kontrolle der Kontaktlisten in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg wird die Ansteckungslage als diffus bezeichnet. Die Landesregierung reagiert ebenfalls auf die steigenden Zahlen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann rief die zweite Pandemiestufe, die sog. »Anstiegsstufe«, aus und bezeichnet sie in einer Pressemitteilung als »Hab’ Acht-Stufe«, in der die Bürger zu mehr Achtsamkeit und Sorgfalt verpflichtet werden sollen.

Sozialminister Manfred Lucha kündigte zudem im Kabinett an, dass neben dem Nahverkehr auch Restaurants, Bars und Kneipen verschärft auf die Einhaltung der bisher geltenden Maßnahmen kontrolliert werden. Für die Gastronomie bedeutet das, dass die Kontaktlisten stärker ins Visier geraten. Auch in Baden-Württemberg wird betont, dass künftige lokale Lockdowns wie derzeit in Paris oder Madrid, verhindert werden sollen. »Deshalb heißt es jetzt, wachsam bleiben und bei der Einhaltung der Corona-Regeln nicht nachlassen«, betonte Kretschmann in seinem Appell.

Die Verschärfungen im Überblick

  • Appell an die Bürgerinnen und Bürger, die AHA-Regeln (Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske tragen) zu beachten,
  • verschärfte Kontrollen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in Einkaufsstätten,
  • verschärfte Kontrolle in Restaurants, Bars und Kneipen sowie in Hotels,
  • verstärkte Kontrolle des Mindestabstands und der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen.

Für die nächste Zeit wird nicht ausgeschlossen, dass regional weitere Verschärfungen gesetzt werden, sollte die 7-Tage Inzidenz über einen längeren Zeitraum hoch sein, also über 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern liegen. Dann, so heißt es auf der Webseite der Landesregierung, könnten beispielsweise lokale Alkoholverbote ausgesprochen werden. Denn diese Überschreitung der landesweiten 7-Tage Inzidenz gilt in Baden-Württemberg als Pandemiestufe 3 – die »Kritische Phase«.

Temporäre Sperrstunden auch in Frankfurt

Auch in der Bankenmetropole Frankfurt am Main blickt man besorgt auf die steigenden Zahlen – und zieht Konsequenzen. Oberbürgermeister Peter Feldmann: »Wir müssen jetzt reagieren, sonst verspielen wir die bisherigen Erfolge.« Denn auch in Frankfurt möchte man mit den Verschärfungen einem zweiten Lockdown zuvorkommen. Die Verschärfungen im Überblick:

  • Temporäre Sperrstunde von 22 bis 6 Uhr, gültig ab 9. Oktober bis Ende kommender Woche
  • Alkoholverbot im öffentlichen Raum (Plätze, Straße, Grünflächen)
  • Maskenpflicht in Einkaufspassagen und auf großen Einkaufsstraßen
  • Das Hygienekonzept für »Herbst in der Stadt« muss überarbeitet werden, die geplante Eröffnung am 8. Oktober wird verschoben.
  • Bei privaten Feiern im öffentichen Raum sind 25 Teilnehmende gestattet, im privaten Räumen wird dringend empfohlen, nicht mit mehr als 10 Personen zusammen zu kommen.

Mehr zum Thema

News

Zwiesel Glas unterstützt Restaurants, Bars und Winzer

Das deutsche Kristallglas-Unternehmen hat gemeinsam mit der Online-Agentur active value die Plattform local-foodlovers.de ins Leben gerufen.

News

Die großen Sommer-Trends für Zuhause

Mit Beginn der Corona-Krise haben wir uns in die eigenen vier Wände verkrochen und dabei das Wohnen, Lernen und Arbeiten neu entdeckt. Der Rückzug,...

News

Wein & Corona: Was Sie wissen müssen

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Weinwelt? Wir haben die häufigsten Fragen und unsere Antworten für Sie zusammengefasst.

News

Falstaff 03/2020: Daheim genießen

Mit der neuen Ausgabe des Falstaff Magazins liefern wir Ihnen eine perfekte Anleitung für eine genussvolle Zeit zu Hause.

News

Mit #DeutschlandBestellt die Gastronomie unterstützen

So leicht kann Hilfe mit Genuss verbunden werden: Essen liefern lassen oder aber vor Ort abholen und damit die deutsche Gastronomiebranche und ihre...

News

Aktion »Leere Stühle« Dresden – Sechs Fragen

Von Dresden ausgehend machen inzwischen deutschlandweit Gastronomen mit Hilfe leerer Stühle auf ihre Not aufmerksam. Wir haben Kathleen Parma, eine...

News

Belvini.de unterstützt italienische Winzer

Wein trinken und damit helfen: Der Online-Shop unterstützt die Produzenten aus Italien und hat seine Lager im großen Stil gefüllt.

News

Andrea Lonardi: Reorganisation statt Stillstand

Die Gruppe Bertani Domains vereinigt mit Bertani, Puiatti, Val di Suga, Trerose, San Leonino und Fazi Battaglia sechs renommierte italienische...

News

Wie man seine Kinder während der Quarantäne beschäftigt

Seit Beginn der Quarantäne sind die Wochen zu Schnitzeljagden geworden, bei denen wir einen Spagat machen zwischen dem Versuch, so etwas wie eine...

Advertorial
News

Gesund kochen mit Spitzenköchen

In Corona-Zeiten wird mehr zu Hause gekocht – damit dabei die Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt, lassen sich sechs Granden wie Maike Menzel oder...

News

Franco Adami: Optimismus und positives Denken

Franco Adami ist Eigentümer von Adami Spumanti, einem der Leitbetriebe im Prosecco Superiore Gebiet im Veneto.

News

Oktoberfest 2020 ist abgesagt

Die Münchner Wiesn findet in diesem Jahr aufgrund des Corona-Virus nicht statt.

News

Weinpakete für die persönlichen Corona-Helden

Winzer Maximilian von Kunow hat eine Initiative ins Leben gerufen, mittels der man sich auch bei den »stillen« Helden in der Corona-Krise bedanken...

News

Luigi Rubino: Nicht Krise sondern Stillstand

Die Tenute Rubino liegen im Salento, im Süden Apuliens. Neben Primitivo und Negroamaro setzt man bei Rubino stark auf Susumaniello.

News

Kempinski Hotel Frankfurt startet Eis-Drive-in

Das Fünf-Sterne-Hotel stellt sein Eis in der eigenen Patisserie her und bietet ab 20. April einen Drive-in an.

News

Angelo Gaja: Aktiv bleiben für danach

Einer der profiliertesten Winzer Italiens im Interview über die Corona-Krise und die Lage im Piemont.

News

»Emma Metzler« liefert nach Hause

Das Frankfurter Restaurant stellt auf »Home Cooking« um und liefert immer dienstags bis freitags typische Metzler-Klassiker in die eigenen vier Wände.

News

Kochen für Helden – Edition München

Auch in München haben sich Gastronomen zusammengeschlossen und kochen für die Alltagshelden in der Krise.

News

Das ultimative Steakhaus-Erlebnis für Zuhause

Wie die Zubereitung eines leckeren Steaks in Steakhaus-Qualität mit Otto Wilde auch von Zuhause aus gelingt.

Advertorial
News

Virtuelles Weinfest in der Pfalz

COVID-19 hat auch Auswirkungen auf die Weinfeste. In der Pfalz dreht man den Spieß kurzerhand um und bringt das Weinfest am 17. April nach »Dehäm«.