Top & Flop: Der Weinjahrgang 2016

In Deutschland gab es zwar hohe Ernteausfälle, die gute Witterung im »goldenen Oktober« hat den Winzern jedoch noch ausgezeichneten Wein eingebracht.

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In Deutschland gab es zwar hohe Ernteausfälle, die gute Witterung im »goldenen Oktober« hat den Winzern jedoch noch ausgezeichneten Wein eingebracht.

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DEUTSCHLAND: Eine Achterbahnfahrt

Starke Wetterumschwünge stellten die deutschen Winzer auf die Probe.

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Auch in Deutschland stellte der Jahrgang 2016 die Winzer vor erhebliche Probleme. Zwar blieben die meisten Anbaugebiete von Frostschäden verschont – einzig in Höhen-lagen Frankens, etwa am Steigerwald sowie am Bodensee, waren vereinzelt Schäden zu beklagen, und auch diese eher in Randlagen. Das nasse Frühjahr führte jedoch bereits zur Blüte zu kräftigem Befallsdruck mit Perono-spora (Falscher Mehltau). Öko-Betriebe litten besonders stark, wobei sich erschwerend auswirkte, dass das von den Winzern geschätzte Pflanzenstärkungsmittel Phosphonat von der EU aus der Liste der im Bio-Weinbau zulässigen Behandlungsstoffe gestrichen worden war.

Da es auch im Sommer ziemlich feucht blieb – im Juni fiel vielerorts die doppelte Menge des üblichen Regens –, rechneten die Winzer Ende August mit einem Fehljahr. Dann stellte die Witterung den Jahresverlauf jedoch auf den Kopf: Ende Juli, Anfang August setzte trockenes und sonniges Wetter ein – und dies mit einer solchen Wucht, dass mancherorts nun plötzlich die Gefahr von Trockenschäden und Sonnenbrand aufkam. Im September sorgten sonnige Tage und kühle Nächte für ideale
Bedingungen, um den Rückstand der Traubenreife aufzuholen. Kleinere Schauer zu Beginn der Lese konnten die Gesundheit der Trauben nicht beeinträchtigen, führten jedoch auf willkommene Weise dazu, dass sich die Versorgung der Reben mit Nährstoffen verbesserte – und das Volumen der Beeren an Größe zunahm. So viel Aktionismus im Sommer vonnöten war, die Lese 2016 war eine der ruhigsten der letzten Jahre. 2016 wird nicht als Jahrgang für edelsüße Spitzenweine in die Annalen eingehen – doch er hat klassisch gebaute trockene Weine und solide fruchtsüße Prädikate hervorgebracht. Möglicherweise wird sich herausstellen, dass späte Lagen und Regionen die besten Weine einkellern konnten – sie profitierten ganz besonders vom goldenen Oktober. Ausgezeichnete Qualitäten melden zum Beispiel die Ahr und der Mittelrhein. Die Mengen liegen vor allem bei den Öko-Winzern empfindlich unter dem langjährigen Mittel. Im konventionellen Weinbau streuen die Resultate kräftig: Die Zahlen reichen von minus zwanzig Prozent bis zu überdurchschnittlichen Mengen.

ÖSTERREICH: Gefrostete Mengen, aber gute Weinqualitäten

In der Steiermark blieb den Winzern nur ein Viertel der normalen Erntemenge.

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Das aktuelle Weinjahr brachte frostbedingt in vielen österreichischen Regionen recht kleine Mengen. Die Qualität fiel aber in vielen Fällen herausragend aus, und die resultierende Nachfrage wird die notwendigerweise gestiegenen Preise schnell vergessen lassen. 

Das Jahr 2016 wird Österreichs Winzern sicher lange in Erinnerung bleiben. Es war das zweitwärmste seit rund 250 Jahren Klimaaufzeichnungen. Die Kehrseite der Medaille ist die Menge. 

Denn nach einem recht guten Start in das Frühjahr haben in vielen Regionen des Landes späte Fröste Ende April manchen Winzer bereits früh im Jahr seine Hoffnungen begraben lassen. 

Der späte Frost Ende April traf vor allem die Steiermark, aber auch das Burgenland und einige Gebiete in Niederösterreich stark. In der Steiermark blieb den Winzern nur ein Viertel der normalen Erntemenge, im Burgenland erntete man die Hälfte des üblichen Ertrags. Die Weinernte betrug daher nur spärliche 1,8 Mio. Hektoliter, der Jahresdurchschnitt liegt bei etwa 2,5 Mio. Hektoliter. 

Die Situation, die auf die Frostereignisse folgte, bescherte der gesamten Winzerschaft jede Menge Arbeit, leider auch jenen, die den Großteil ihrer Ernte ohnehin schon eingebüßt hatten. Das schwüle Klima während des späten Frühjahrs und der Sommermonate war einerseits gekennzeichnet durch hohe Temperaturen, die oft über der 30-Grad-Celsius-Grenze lagen, andererseits gab es immer wieder teils heftige Niederschläge. 

Aufgrund des zeitweise tropischen Treibhausklimas waren aber auch die Winzer besonders gefordert, Krankheiten – wie Echten und Falschen Mehltau – hintanzuhalten. 

Etwas stabileres Wetter ab Ende August und sehr gute Witterung ab Erntebeginn ließen die Winzer schließlich wieder berechtigt hoffen.

SCHWEIZ: Schwieriges Jahr mit versöhnlichem Ende

Dank des sonnigen Herbstes fiel die Ernte nicht nur im Tessin gut aus. 

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Nach 2015, in dem sich die Winzer gleichsam im Liegestuhl zurücklehnen konnten, bescherte ihnen 2016 ein ungleich anstrengenderes, schwierigeres und arbeitsintensives Jahr. Der meteorologische Verlauf war gekennzeichnet durch Frostgefahr im Frühling, extreme Niederschläge im Juni und Trockenheit im September. Der nasse Frühsommer machte den Pflanzenschutz, insbesondere für die Biobetriebe, zur großen Herausforderung und erhöhte den Infektionsdruck durch Peronospera (Falscher Mehltau) markant. Kurz vor der Lese drohte zudem die Kirschessigfliege, die Ernte zu minimieren. Die Qualität war schlussendlich dank des sonnigen Herbstes fast überall gut bis sehr gut. Die Mengen differierten je nach Region und sogar nach Betrieb. Insgesamt werden sie aber als zufriedenstellend bis gut bezeichnet. Das meinen jedenfalls die Winzer zu 2016: 

Olivier Mounir, Salgesch, VS: »Die Früchte waren reif, die Kerne braun und die Oechslewerte durchschnittlich. Die Weine zeigen sich frisch fruchtig, mit teils intensiven Farben. Chasselas wird eher leicht und elegant und nicht auf der üppigen Seite stehen.«

Pierre-Luc Leyvraz, Chexbres, VD: »Ein Chasselas-Jahrgang, der das Können des Winzers zur Geltung bringt, qualitativ vergleichbar mit 2012 und 2014.«

Sabine Steiner, Schernelz, BE: »Ein Charakterjahrgang mit Ecken und Kanten – ganz wie sich der Vegetationsverlauf präsentierte. Man musste als Winzerin dauernd auf der Hut sein.«

Ruedi Baumann, Oberhallau, SH: »Sehr schöner Pinot-Noir-Jahrgang mit ausgeprägter Frucht, gutem Körper und frischer Säure. Leider ist die Menge klein.«

Georg Fromm, Malans, GR: »2016 war eines der schwierigsten Jahre der letzten zwei Jahrzehnte. Dank eines herrlichen Herbstes ist die Qualität aber gut bis sehr gut.«

Fredi De Martin, Mendrisio, TI: »Ein schöner Jahrgang, der schon in jungen Jahren Freude bereiten wird. In Tre Valli (Sopraceneri) ist er besser als im Mendrisiotto (Sottoceneri). Zur Lagerung fehlt ihm vielleicht die Konzentration.«

FRANKREICH: Eine »Mixed Bag« und wenig Menge

Ertragseinbußen im Languedoc wie auch im restlichen Land.

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Wie fast überall in Europa so sahen sich auch Frankreichs Winzer Wetterkapriolen ausgesetzt. Am schlimmsten traf es Chablis, wo nach Hagel, Frost und noch mehr Hagel nur deprimierend kleine Mengen Wein gekeltert werden konnten. Spätfrost traf auch fast die ganze Côte d’Or – wobei selbst normalerweise frostsichere Grand-Cru-Lagen wie der Montrachet nicht verschont wurden – sowie das Loiretal. Örtlich erfror sogar im Languedoc der Austrieb. Auch die Hagelschäden liegen weit über Frankreichs Landkarte verstreut: Im Languedoc traf es die gerade frisch zur AOC erhobene Gegend Pic Saint-Loup besonders schwer, im Beaujolais den Norden mit seinen Cru-Gemeinden. 

Auch Teile Südwestfrankreichs hatten Hagelschäden zu beklagen, allerdings blieb das Bordeaux dieses Jahr weitgehend verschont. Qualitativ sind recht weit streuende Ergebnisse zu erwarten. Als weniger erfolgreich gelten die Rotweine der nördlichen Rhône, und auch die roten Burgunder scheinen eher mittelgewichtig ausgefallen zu sein. Viele Vorschusslorbeeren erhält der Bordeaux-Jahrgang 2016, dessen Weine bereits von manchen Stimmen mit 2010 verglichen werden: Das feuchte, kühle Frühjahr trug dazu bei, dass sich die Frische bewahren ließ, der warme, trockene Spätsommer brachte Reife. Zum Beginn der Lese kamen vereinzelte Schauer gerade recht, um eine drohende Blockade durch Trockenstress abzuwenden. Die Erntemengen sind fast überall klein – Ausnahmen sind das Elsass, Bordeaux und die ebenso unter qualitativem Aspekt erfolgreiche Südrhône. Landesweit war der Ertrag 2016 der kleinste seit dreißig Jahren. Besonders betroffen von den Ertragseinbußen ist die Champagne, wo ein Drittel weniger als üblich geerntet wurde. Hier litt vor allem der Chardonnay unter dem feuchten Sommer.

PORTUGAL: Hitzewellen im September und Oktober

In den meisten Gebieten Portugals wird der Jahrgang 2016 als ein heißes Jahr mit einer denkwürdigen jahreszeitlichen Verteilung von Niederschlägen in Erinnerung bleiben. Nach einem regenreichen Winter und einem ebenso feuchten Frühjahr waren Sommer und Herbst von extremer Trockenheit geprägt. So fielen im Douro-Tal in der Regensumme der zwölf Monate von November 2015 bis Oktober 2016 rund 40 Prozent Niederschläge mehr als im langjährigen Mittel, während im August nur ein Fünftel und im September nur die Hälfte der üblichen Regenmenge niedergingen. Zur Trockenheit des Spätsommers kamen extrem hohe Temperaturen hinzu, noch Anfang September wurden etwa im Douro-Tal bis zu 43 Grad Celsius gemessen. Selbst die erste Oktoberwoche war dort so heiß, dass Portugals meteorologische Behörde die ersten acht Tage als »Hitzewelle« klassifizierte. Die Lese begann eher spät und zog sich lange hin. Geduld war vonnöten, um den aus dem Frühsommer resultierenden Reiferückstand aufzuholen. Winzer berichten allerdings auch, dass die Gerbstoffreife letztlich bereits bei relativ moderaten Zuckerwerten erreicht war. Die Weine könnten also qualitativ durchaus interessant sein. Die Erntemenge insgesamt liegt unter dem Durchschnitt des Üblichen: Für Portwein und Douro-Tischweine lagen die Erträge ein Drittel unter dem Üblichen. Hinsichtlich der möglichen Deklaration als Vintage-Jahrgang halten sich die Porthäuser momentan noch bedeckt. Offenbar war der Jahrgang so ungewöhnlich, dass man zunächst die Entwicklung der Weine abwarten möchte, um eine Aussage zu treffen.

ITALIEN: Gute Qualität mit einigen Spitzen, gute Menge

Nicht nur in der Toskana zeigen sich die Winzer vom Jahr 2016 begeistert.

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Mit 51,5 Mio. Hektoliter ist der Jahrgang 2016 in Italien der mengenstärkste der letzten zehn Jahre. Und wie steht es mit der Qualität? Auch die ist insgesamt mit »Gut« zu bewerten, in einigen Gebieten auch mit »Hervorragend«. Der Winter war eigentlich keiner. Die Temperaturen waren mild und Niederschläge Mangelware. Der Austrieb erfolgte daher schon sehr früh im April. Der Regen, der im Winter ausblieb, folgte dann ab Ende April. Für gut zwei Monate herrschte Sudelwetter. In Süd- und Mittelitalien erfolgte ab Mitte Juni eine Stabilisierung der Wetterlage, in Norditalien erst Anfang August. Da waren die Nerven vieler Winzer schon sehr angespannt. 

Im August trat Beruhigung ein. Zur Lesezeit im September und Oktober war das Wetter in Italien wieder zweigeteilt. Während in Nord- und Mittelitalien stabiles Schönwetter herrschte und so die Trauben bei optimaler Reife ohne Stress eingebracht werden konnten, war es im Süden instabil. In den bekannten Gebieten in der Toskana, im Piemont, in Veneto und auch in Südtirol spricht man daher begeistert von einem hervorragenden Jahrgang.

SPANIEN: Ergiebige Menge, perfekt ausgereifte Trauben

In der Rioja ist nach einem trockenen Sommer mit bester Qualität zu rechnen.

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Die Weinernte 2016 begann im Süden Spaniens bereits Mitte August und endete in den höheren Lagen im Duero im November. Ein kleiner Rundgang durch die wichtigsten Ursprungsbezeichnungen zeigt erfreuliche Resultate. In der Rioja erstreckte sich die Weinlese nach einem trockenen und heißen Sommer bei schönstem Wetter über zwei Monate. Sie fiel in Bezug auf Menge wie Qualität außerordentlich gut aus. Die Ernte im Gebiet Ribera del Duero wird gar als historisch bezeichnet: Sie war ergiebig, die Trauben präsentierten sich in ausgezeichnetem Zustand. Die Weine trumpfen mit Frische und intensivem atlantischem Charakter auf. Gleiches lässt sich von der Tinta de Toro der Ursprungsbezeichnung Toro sagen: Die Ernte wurde Anfang November abgeschlossen und zeichnete sich durch Reife und Gesundheit aus. Es wurden in den Rebbergen keinerlei Symptome irgendwelcher Pilzkrankheiten festgestellt.

Anders der Cava: Hier sorgten fehlende Niederschläge während der Wachstumsphase der Pflanzen und hohe Temperaturen für eine kleinere Produktion. Der Jahrgang wird aber wegen der außergewöhnlichen Gesundheit und dem guten Gleichgewicht zwischen Alkoholgehalt und Säure positiv bewertet. Die Ernte in Rías Baixas ist die drittbeste in der Geschichte dieser Ursprungsbezeichnung. Sie zeichnet sich durch sehr hohe Qualitätsstandards, ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Alkoholgehalt und Säure sowie ein frisches aromatisches Profil aus. 

CHILE: Kleinere Erntemengen – leichtere, frische Weine

Weinanbau im Elqui-Tal: 2016 reiften die Trauben in Chile besonders langsam. 

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Das Phänomen El Niño machte den Winzern ihre Arbeit mit kühlem Wetter und ergiebigen Niederschlägen in der Weinlesezeit nicht leicht. Das Ausreifen der Trauben ging langsam vonstatten und verlangte vollen Einsatz im Weingarten. In den wichtigsten Anbaugebieten wie Maipo, Curicó oder Colchagua verspätete sich die Weinlese um bis 

zu einen Monat. In Weingärten mit hoher Pflanzdichte, die maschinell bearbeitet werden, sorgte die Fäulnis für Verluste, am Ende schätzte man eine um etwa ein Fünftel unter den Durchschnittswerten liegende Erntemenge. Das spätere Jahr sorgte dafür, dass die Trauben langsamer reiften und weniger hohe Zuckerwerte entwickelten, die Alkoholwerte sind daher in den fertigen Weinen weniger hoch. Die Säurewerte wirken etwas höher und machen die Weine frisch und lebendig. 2016 ist in Chile eher ein Jahrgang für vorzügliche Weißweine und Rosé – wie es ein bekannter
chilenischer Kellermeister resümierte.

ARGENTINIEN: Nasses Wetter bringt schlanke Weine

Vor allem die Region Mendoza ist von Ernteeinbußen betroffen.

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Zwei Phänomene sorgten für eine Verminderung der Erntemengen um 27 Prozent gegenüber 2015: der Klimawandel und El Niño. Sie brachten heftige Niederschläge und vergleichsweise kühle Temperaturen, was dazu führte, dass die Trauben später ausreiften und geringere Mengen geerntet wurden. Im Ergebnis führte das allerdings zu einem Anstieg der Qualität und einer markanten stilistischen Änderung, was die Weine selbst betrifft. Die 2016 gewonnenen Weine sind insgesamt schlanker, weisen einen niedrigeren Alkoholwert auf als üblich, zeigen gute Säurestruktur, feine, sortentypische Aromen und gute Farbintensität. Viele Önologen konnten unter diesen Bedingungen auf das zurückgreifen, was sie in der Jugend auf Praxis im Bordeaux gelernt hatten. Vom regnerischen Wetter am stärksten betroffen war die Hauptregion Mendoza, wo man ein Ernteminus von rund 

40 Prozent hinnehmen musste. Im Export wird man das aber eher kaum spüren, sondern sich über fruchtige, leichtere Rotweine freuen.

KALIFORNIEN: Kühleres Klima sorgt für Eleganz

Im Napa Valley wurden Weintrauben von bester Qualität gelesen.

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Das Jahr 2016 begann früh und endete mit einer relativ frühen Weinernte, und diese ergab im gesamten Bundesstaat eine größtenteils normale Ertragsmenge von außergewöhnlicher Qualität. Auf winterlichen Regen folgte eine relativ ausgeglichene Wachstumsperiode. Die niedrigeren Tagesdurchschnittstemperaturen und kalte Nächte sorgten für eine exzellente Qualität der Weintrauben. Nicht nur im Napa Valley spricht man von einem Jahr, das die Winzer vor keine größeren Probleme gestellt hat. Cabernet Sauvignon und Merlot sind ebenso elegant ausgefallen wie die Rhône-Sorten. In Santa Barbara wurden bereits Ende August sowohl Sauvignon Blanc als auch Pinot Noir geerntet, kleinbeerige Trauben sorgten für balancierte, intensive Weine wie schon lange nicht mehr. Auch die Zinfandel-Freunde kommen nicht zu kurz. Aus Lodi wird eine fantastische Ernte gemeldet.

SÜDAFRIKA: Hitze, Trockenheit und Buschfeuer

Eine anhaltende Hitze machte den Winzern in Stellenbosch zu schaffen.

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Der Jahrgang 2016 hatte für die Winzer in Südafrika einiges an Ungemach zu bieten. Auffällig war die anhaltende Hitze, die von einer entsprechenden Trockenheit begleitet wurde. Da war es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die ersten Buschfeuer einstellten, die auch den Weingärten in den Regionen Elgin und Simonsberg-Stellenbosch gefährlich nahe kamen. Es war der trockenste Sommer seit 22 Jahren, die hohen Tagestemperaturen kühlten auch in der Nacht kaum ab, und so wurde teilweise um Wochen früher geerntet als üblich. Die Beeren fielen unter diesen Bedingungen recht klein aus, dafür war die Zuckerkonzentration sehr hoch. Andererseits musste man auch die Säurewerte im Auge 

behalten, die rasant abnahmen. Die Situation zwang manchen Winzer, noch vor dem Erreichen der phenolischen Reife zu ernten – ganz ohne Kompromisse ging es kaum ab. Die Ernte war dort, wo nicht bewässert wurde, um bis zu 50 Prozent geringer als üblich.

AUSTRALIEN: Ein Jahr der Rekorde

In der Region Barossa  wurden fabelhafte Shiraz-Trauben gelesen.

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2016 zeichnete sich durch Extreme aus: wenig Regen im Winter, hohe Temperaturen im Sommer, überdurchschnittlicher Ertrag, rekordverdächtig früher Erntebeginn. Kurz: ein außergewöhnliches Jahr von letztendlich guter bis exzellenter Qualität. Zoomt man auf die Anbauregionen, so zeigen sich Unterschiede. Barossa in Südaustralien freut sich über fabelhafte Shiraz- und Grenache-Trauben und träumt von einem legendären Jahrgang. Das Yarra Valley in Victoria hofft trotz der Hitze auf einen großartigen Pinot Noir, während Chardonnay bescheidener ausgefallen ist. Im Hunter Valley in New South Wales brillierte Sémillon, auch wenn wegen Regens im Februar Ausfälle in Kauf genommen werden mussten. Einzig Westaustralien stimmt nicht so ganz in den Jubelchor ein: Hier spricht man von einem kühlen Jahr, das die Winzer mit viel Regen auf die Probe stellte. Wer der Herausforderung gewachsen war, erzeugte aber in Margaret River superben Cabernet und Chardonnay.

NEUSEELAND: Feine Qualität und ordentliche Mengen

Die Winzer in Marlborough freuen sich über ein Spitzenjahr.

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Neuseeland hatte einen tollen Sommer und angenehmes Herbstwetter, das es den Winzern ermöglichte, voll ausgereifte Trauben mit guter Aromatiefe zu ernten. Nach dem mengenmäßig bescheiden ausgefallenen Vorjahr gab es 2016 einen Zuwachs von 34 Prozent, allerdings liegen die Weinmengen damit noch immer unter dem Rekordjahr 2014. Entstanden sind erstklassige Weine, in der mit Abstand größten Region Marlborough vergleicht man 2016 bereits mit den Topjahren der Geschichte. In Hawke’s Bay litten die dünnhäutigen Merlots etwas unter der Feuchtigkeit Ende März, hier musste streng selektioniert werden, die Cabernets Sauvignons und Shiraz sind vielversprechend. In Central Otago, das für feine Pinots Noirs berühmt ist, stehen alle Zeichen auf Topjahrgang. Einer Fortsetzung der neuseeländischen Erfolgsgeschichte steht also nichts im Weg.

Aus Falstaff Nr. 01/2017.

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