Top 5 Aachener Printen

Aachener Printen wie hier von Bäckerei Kaußen haben in der Vorweihnachtszeit Hochsaison.  

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Aachener Printen wie hier von Bäckerei Kaußen haben in der Vorweihnachtszeit Hochsaison.  

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Jetzt im Advent liegt in Aachens Straßen ein süßlich-würziger Duft in der kalten Dezemberluft. Es gibt etliche Bäckereien in der Domstadt, die die berühmten Printen backen. Die meisten Betriebe geben die Geheimrezepturen von Generation zu Generation weiter. Alle stehen in einer langen Tradition. Denn schon seit 1820 werden in der Stadt Karls des Großen Printen von Hand hergestellt. Das Rezept dazu ist allerdings weitaus älter und stammt vermutlich von belgischen Kupferschlägern aus Dinant, die das »Gebildbrot« schon im 15. Jahrhundert in die Grenzstadt brachten.

Süßes Pilgerbrot

Der Name Printen kommt wohl daher, dass der schwere Teig in die Holzmodeln geprintet, also gedrückt wurde. Die haben bis heute meist religiöse Motive: Sankt Nikolaus oder das Osterlamm. Im frühen 19. Jahrhundert kamen dann französische und preußische Soldatenmotive hinzu. So konnte man, zumindest symbolisch, den ungeliebten Besatzern den Kopf abreißen. Früher wurden die Printen auch an die vielen Pilger verteilt, die nach Aachen zum Schrein in den Dom kamen. Süßes Pilgerbrot eben. Eines, dass sich über Wochen und Monate hielt. Denn es kommt komplett ohne Fett aus, das zwischendurch ranzig werden könnte.

Das Grundrezept ist eine Art Lebkuchenteig mit vier verschiedenen Zuckerarten, der mit einer Mischung aus Nelken, Zimt, Sternanis, Koriander, manchmal auch Kardamom, Muskatnuss, Ingwer und  Piment gewürzt wird. Frisch gebacken ist die Printe immer hart. Beißt man darauf, knistert es: Es sind die Kandisstückchen, die im Teig mitgebacken werden und sich nicht vollständig auflösen. Heute ist die Auswahl an Printen groß, jeder Konditor hat neben der klassischen – der Kräuterprinte – seine eigenen Varianten entwickelt. Eine Sorte ist in Schokolade getaucht, eine andere – noch warm vom Backblech – in Mandeln oder Haselnüsse gedrückt. Andere sind gefüllt mit Marzipan oder Eierlikör oder überzogen mit rosafarbener Ruby-Schokolade. Einige sind hart, andere weich. Heute sind die Aachener Printen regional geschützt. In fast allen Bäckereien der Domstadt und Umgebung liegen sie das ganze Jahr über in den Regalen, werden aber auch in alle Welt verschickt.

Die fünf besten Printenbäcker in Aachen

Omnipräsent in Aachen: Die Printen der Bäckerei Nobis. 

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Nobis

Der Aachener Platzhirsch in Punkto Printen mit mehr als 40 Läden. Hochwertige handwerkliche Verarbeitung mit regionalen Produkten: Der Zucker kommt aus der Jülicher Börde, das Mehl aus der Eifel. Schöne leichte Anisdominanz im Grundteig.

nobis-printen.de

Klein

Familienbäckerei Klein setzt auf Auswahl.

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Traditionsbetrieb in der vierten Generation. Ausgewogene Gewürzbalance, feiner Schokoladenüberzug bei den getauchten Printen. Nicht zu süß. Sehr beliebt: das weiche Printenkonfekt.

printen.de

Farbenpracht: Printe mit Ruby-Schokolade von der Bäckerei Bruns.

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Bruns

Mit dem über 100 Jahre alten Grundrezept der Urgroßeltern kreiert man hier heute auch zeitgemäße Varianten. Zum Beispiel mit einem rosafarbenen, fruchtig schmeckenden Schokoladenüberzug aus roten Kakaobohnen.

bruns-printen.de

Familientradition seit mehr als 160 Jahren: Bäckerei Kaußen.

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Kaußen am Ponttor

Hier wird die Printentradition seit fast 160 Jahren gepflegt. Noch heute ist die Bäckerei ein Familienbetrieb, in dem sehr viel von Hand gearbeitet wird. Besonderheit: Die Kräuterprinte mit groben Kandisstückchen.

kaussen-am-ponttor.de

Zusätzlich zur Traditionsprinte bekommt man bei Drouven ausgefallene Varianten.

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Drouven

Printenbäckerei in der 5. Generation mit kreativen Ideen: Hier füllt man die Printen auch schon mal mit hausgemachtem Eierlikör oder Orangen-Trüffel.

drouven-printen.de

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