Tischgespräch mit Philipp Hochmair

© Philipp Hochmair

© Philipp Hochmair

FALSTAFF: Sie spielen Theater, machen Film und Fernsehen. Wie vergleichen Sie die Kunstformen? Mit Speisen in einem tollen Restaurant?

Philipp Hochmair: Alles ist im besten Fall wie Essen in einem Spitzenrestaurant. Nur die Art des Konsumierens ist völlig anders: Theater ist ein gemeinsamer großer Festakt auf der Bühne und im Publikum. Beim Film kocht man während des Drehens viele Gänge, die erst beim Schnitt zusammengefügt werden. Das Festmahl des fertigen Filmes findet ja erst Monate nach dem Dreh statt, wenn er ausgestrahlt oder im Kino gezeigt wird.

Sie spielten in dem Film »Tiere« einen Betrüger, der Koch gelernt hat. Kochen Sie?

Ich koche wahnsinnig gerne. Das ist wie Theater spielen. Ich kauf Zutaten ein, je nach Stimmung, je nach Gästen, je nach Atmosphäre und Jahreszeit. Es entsteht dann ein Mahl, das es vorher noch nie gab und nie wieder geben wird. Man kann das zwar alles auf­schreiben, es wird aber nie das Gleiche sein.

Wo haben Sie das Handwerk des Kochens gelernt?

Zu Hause. Ich habe zugeschaut und schon immer eine gewisse Sensibilisierung dafür gehabt – und so ist eine Handfertigkeit daraus entstanden. Ich bereite aber nichts vor, wenn ich Gäste habe, sondern warte auf den letzten Moment. Und dann leg ich erst los.

In welche Restaurants gehen Sie gerne?

In ganz einfache und auch in Spitzenrestaurants. Am liebsten aber in Lokale, die eine Küche haben, die mir etwas Neues bringt. Ich esse alles, ich habe vor nichts Hemmungen. Wenn ich jetzt eine Adresse nennen sollte: Im »Schloss Fuschl« war es besonders. Oder in Turin, da habe ich erst vor Kurzem gedreht und im »Turin Palace Hotel« gegessen. Fantastisch. Auch in Frankreich aß ich anlässlich eines Gastspiels in unglaublich guten Restaurants.

Sie leisten beim Spielen außerordentliche körperliche Arbeit.

Deshalb muss ich aufpassen, was ich in meinen Körper hineintue und dass ihn das nicht irritiert. Nachdem ich mich beim Spielen sehr verausgabe, muss ich mir vorher Energie zuführen. Früher hatte ich die Angewohnheit, nach dem Auftritt viel und gut zu essen, ja, selbst zu kochen und große Gelage zu geben. Ich merke aber, dass ich, je älter ich werde, die Energien für mein Spiel und meine Kunst zusammenhalten muss. Da tut mir nicht alles gut, und darauf achte ich jetzt mehr als noch vor einigen Jahren.

Was beinhaltet Ihr Kühlschrank zurzeit?

Viel Gemüse, Schaf- und Ziegenmilchprodukte. Ich liebe kaltes Ziegenjoghurt in der Früh.

Was haben Sie von zu Hause mitbekommen?

Einen großen Respekt vor Lebensmitteln und dem Essensmoment. Wir aßen immer zusammen an einem Tisch, alle vier um die gleiche Zeit. Das war so etwas wie ein Ritual. Es wurde in mehreren Gängen gekocht. Wir saßen immer so eineinhalb Stunden zusammen und haben das Mahl zelebriert. Also die Familie hat sich zum und beim Essen getroffen. Ich finde das entscheidend, auch für die kommenden Generationen. Mir tun Leute leid, die das nicht können oder auch nicht die Sensibilität dafür haben. Ganz im Sinne: Du bist, was du isst.

Zur Person

Literaturklassiker und lange Balladen haben es Philipp Hochmair angetan – und die lässt er auf unnachahmliche Art auferstehen. Hochmair brillierte bei den Salzburger Festspielen als Einspringer für den »Jedermann« und begeistert im Burg­theater mit dem Einmannstück »Jedermann (reloaded)« samt seiner Band »Die Elektrohand Gottes«. Einem breiten Publikum ist der Schauspieler durch die TV-Serie »Vorstadtweiber« und durch Kinofilme ins Blickfeld gelangt.

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 07/2018
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