Tischgespräch mit Christopher Ventris über...

Schon als Kind stand Christopher Ventris auf Opernbühnen. 

© Christopher Ventris

Schon als Kind stand Christopher Ventris auf Opernbühnen. 

© Christopher Ventris

FALSTAFF Sie trinken ein Glas Wein – welche Beziehung haben Sie zu Wein?

CHRISTOPHER VENTRIS Meine »Weingeschichte« begann, als ich noch gar keinen trinken durfte. Auf Reisen kauften meine Eltern Weine, hauptsächlich für die Festtage. Später, in der Royal Academy of Music, waren Freunde und ich Mitglieder in einem Wein-Club, und wir haben uns die Weine per Post schicken lassen. Es waren zwar nicht die besten, aber der Preis war erschwinglich. Zurzeit trinke ich gerne spanische Weine. Eigentlich vertrage ich Weißweine besser – die Tannine in Rotweinen trocknen meine Stimmbänder leicht aus, und das wirkt sich dann negativ auf meinen Gesang aus.

Wie schaut es mit kulinarischen Erinnerungen aus?
Meine kulinarischen Erlebnisse hängen oft mit meinen Arbeitsplätzen zusammen. Vergangenes Jahr in Buenos Aires waren wir bei »Don Julio« Steak essen. Drei bis vier Zentimeter dicke Steaks und dazu wunderbarer Malbec-Wein. Oder 2000, als ich in San Francisco Parsifal gesungen habe. Da nutzten Kollegen und ich die Gelegenheit, im Napa Valley im berühmten Restaurant »Auberge du Soleil« essen zu gehen. Dazu gab es noch einen Sonnenuntergang ... Traumhaft!

Was gefällt Ihnen am Reisen, und was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Wenn ich beruflich unterwegs bin, ist es mir wichtig, dass das Ein- und Auschecken am Flughafen schnell und reibungslos verläuft. Im Flugzeug habe ich meinen Nasenspray dabei, um die Schleimhäute geschmeidig zu halten. Ich spüre die kleinsten Unterschiede sofort, etwa wenn die Luft zu trocken ist. Aber im Großen und Ganzen genieße ich das Reisen. Es ist immer ein Abenteuer!   

Wie oft sind Sie in Ihrer Heimat England?
Im Jahr bin ich insgesamt zirka drei Monate zu Hause. Ich versuche, den Sommer frei zu halten. Den verbringe ich oft in Frankreich, in der Nähe vom Genfer See, mit meinen Kindern. Die sind neun und elf. Ich lebe leider von meiner Frau getrennt, aber wir sind noch immer Freunde, und den Kindern geht’s wunderbar. In meine Heimat komme ich zu meinem Geburtstag. Da habe ich meine drei besten Freunde eingeladen. Mein vorläufiger Plan: einen 2004 Vilmart & Cie Champagne Premier Cru Coeur de Cuvée oder einen 2004 Vega Sicilia Tinto Valbuena 5, Ribera del Duero Valbuena. Oder wir machen einen Shiraz-Abend in verschiedenen Gängen, vom selben Jahr, aber von verschiedenen Winzern. Ich liebe Weinverkostungen mit Freunden!


Christopher Ventris

Der Opernsänger wurde vor allem durch seine Darstellung des Parsifal weltberühmt. Geboren in London, hatte der Tenor schon als Kind Auftritte in regionalen Opernhäusern. Später studierte er an der Royal Academy of Arts. Es folgten Engagements an großen Bühnen wie der Wiener Staatsoper, der San Francisco Opera oder der Bayerischen Staatsoper.

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 07/2017
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