Das Weingut St. Michael-Eppan setzt auf edle Weisswein-Cuvées. / Foto beigestellt
Das Weingut St. Michael-Eppan setzt auf edle Weisswein-Cuvées. / Foto beigestellt

Immer weiter, immer höher – das scheint derzeit das Motto der Südtiroler Weinwelt zu sein. Zumindest was die Hang- und Berglagen betrifft. War bis vor zwei Jahrzehnten in der Regel noch bei 600 bis 700 Meter Meereshöhe Schluss mit dem Anbau von Weinreben, so hat sich heute die Grenze bis auf 800 Meter, manchmal auch bis 1000 Meter hinaufgeschoben. Kleinstweingärten mit pilzresistenten Sorten gibt es sogar schon auf 1300 Metern.

Höhenlagen
»Immer höher« gilt auch in Sachen Qualität. Es ist erstaunlich, wie sich im Allgemeinen das Qualitätsniveau der Südtiroler Weine in den vergangenen Jahren erhöhte. Ertragskontrolle, gesteigertes Sorten-Lagen-Empfinden und schonender, aber zugleich gekonnter Ausbau der Weine im Keller sind hierfür wesentlich verantwortlich. Konkret zum Ausdruck kommt das in der neuen Klasse der Ultra-Premium-Weine, gewissermaßen die Super-Südtiroler. Begonnen hat damit im vergangenen Jahr die Kellerei Terlan, die mit dem »Terlaner I Cuvée« (Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon) den teuersten Weißwein Italiens präsentierte und auch von der Qualität her eine neue Liga schuf. Im Herbst folgten die Kellerei St. Michael-Eppan mit dem »Appius« und Schreckbichl mit dem »LR«, ebenfalls beides Weißwein-Cuvées.

Weitere Super-Südtiroler stehen in den Startlöchern. Von Hofstätter gibt es im Herbst eine Selektion aus den ältesten Pinot-Noir-Reben in der Lage Barthenau, die sich in ersten Verkostungen großartig ausmachte. Die Kellerei Girlan bereitet eine besondere Selektion ihres Pinot Noir »Trattman« vor.

Steigende Preise
Es brodelt also in Südtirols Kellern! All diese Weine sind von der Menge her natürlich nicht relevant, aber sie zeigen auf, was in diesem einzigartigen Gebiet möglich ist. Damit ist eine durchaus sinnvolle Entwicklung in Gang gesetzt, die Südtirol von seinem Image »gut und billig« allmählich wieder wegbringt. Und damit sind wir bei der dritten Aufwärtsbewegung, den Preisen.

Natürlich ist es für Weinliebhaber immer schmerzhaft, wenn die Preise für den geliebten Nektar steigen und die Gefahr wächst, dass die Konsumenten sich abwenden. Mit dem Image, sehr gute Weine um günstiges Geld zu bieten, ist Südtirol in den vergangenen Jahren nicht schlecht gefahren und hat sich viele neue Märkte erobert. Langfristig aber bietet diese Strategie keine Zukunftsvision. Günstige Weine kann man anderswo leichter machen. Denn die Weinberge in Südtirol sind fast ­ausnahmslos Hanglagen – damit ist ihre Bearbeitung aufwendig und nur in geringem Maße mechanisierbar. Langfristig hat der Weinbau dort also nur Zukunft, wenn der Winzer für seine Arbeit auch ein entsprechendes Entgelt erhält, das es ihm erlaubt, seinen Boden zu bearbeiten. Trotzdem wird man in Südtirol auch weiterhin viele köst­liche Weine zu einem durchaus attraktiven Preis finden. 

Aus Falstaff Ausgabe 05/2015

BILDERSTRECKE: Die TOP 10 der besten Weine Südtirols!

Von Othmar Kiem

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