Starke Gefühle beim Eckart 2016

Die ECKART-Preisträger 2016

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Am 18. Oktober schaute die Kochwelt wieder nach München, wo in der neuen BMW Group Classic die ECKARTS 2016 verliehen wurden. Der Name Eckart Witzigmann steht für Qualität, Leistung und Kreativität, auch außerhalb der Küche: Seit 2004 gibt es den »Internationalen Eckart Witzigmann Preis«, seit fünf Jahren die Zusammenarbeit mit der BMW Group. Die auf der Gala in München geehrten Preisträger sind: Dominique Crenn (San Francisco) für Innovation, Andreas Caminada (Fürstenau, CH) für Große Kochkunst, der Münchner Viktualienmarkt für Lebenskultur, Sebastian Copeland (Los Angeles) für kreative Verantwortung und Genuss und der erstmalig vergebene Ehrenpreis 75 Jahre Eckart Witzigmann ging an Julia und Tobias Moretti (Ranggen, Tirol).

EckART, er hat die Kunst (ART) schon im Namen, sagt Michel Troisgros, der Preisträger für Große Kochkunst aus dem Vorjahr. Die Besten ihrer Zunft wurden geehrt, aber ein Mann stand im Mittelpunkt, von allen geachtet und bewundert, der Patron, »Chef« und Namensgeber des Preises: Eckart Witzigmann, in diesem Jahr »Geburtstagskind« wie auch die BMW Group. Feierte er doch seinen 75. Geburtstag und die BMW Group wurde 100 Jahre alt. Auch für Eckart Witzigmann war der Abend ein ganz besonderer Anlass: »Es ist wichtig, dass wir den Wandel in der Gesellschaft aktiv gestalten. Natürlichkeit und Ursprünglichkeit stehen wieder im Fokus, das Produkt ist der Star. Wer sich hier verdient macht, muss dafür gewürdigt werden.« 

Lob gab es für ihn auch von Dr. Friedrich Eichiner, Vorstandsmitglied der BMW AG Finanzen, und Schirmherr der Veranstaltung. »Mit Eckart Witzigmann und der Witzigmann Akademie haben wir es geschafft, neue Impulse zu setzen. Der ECKART ist heute eine der renommiertesten Auszeichnungen in der internationalen Kochwelt. Nachhaltige Spitzenküche, der verantwortungsvolle Umgang mit Nahrungsmitteln und ein herausragendes Engagement in der Nachwuchsarbeit – dafür steht der Name Eckart Witzigmann«.

Der Gala-Abend in der BMW Group Classic war reich an Superlativen. Große KöchInnen, prominente Gäste und rundum glückliche Gewinner. 

Andreas Caminada: Große Kochkunst


Der Preis für Große Kochkunst ging an den Schweizer Spitzenkoch Andreas Caminada: Drei Michelin-Sterne und 19 Gault Millau-Punkte und das seit vielen Jahren. Sein Erfolg basiert auf einer brillanten und kreativen Küche, für die Caminada stets zwei, drei Produkte miteinander kombiniert und diese so natürlich wie möglich belässt: »Mein Ziel ist die Spannung in einem Gericht, es geht aber auch um das Zelebrieren von Details. Nicht weil ich zwanghaft noch irgendetwas dazu servieren möchte, sondern weil ich Freude daran habe.«  

»Das Produkt ist der Star« ist nicht nur das lebenslange Credo des Namensgebers, sondern es passt auch zur Lebensphilosophie fast aller Preisträger, so auch zu Andreas Caminada, denn es ist die Basis seiner Küche. Er entlockt den einzelnen Zutaten durch kreative Zubereitungen mit vielen Begleitungen, Gewürzen und Texturen alle nur denkbaren Facetten. Die Grundlage seiner Küche ist die französische, diese verbindet er mit saisonalen Alpenprodukten und hohem ästhetischem Anspruch zu seinen außergewöhnlichen Kreationen.

Dominique Crenn: Innovation


Das verbindet ihn auch mit der Preisträgerin für Innovation Dominique Crenn. Ihre Küche ist eine der starken Gefühle oder Poesie im Leben und auf dem Teller. Sie ist nicht nur eine außergewöhnliche Köchin, sondern auch Künstlerin, vor allem Lyrikern. Und so findet man in ihrem »Atelier Crenn« keine herkömmliche Karte für die »Tasting Menus«, sondern Gedichte, selbst verfasst, die Lust machen sollen auf das, was kommt. Und Lust machen die poetischen Zeilen und dann kommt die Freude über das, was dann auf den Tellern liegt: aromatisch und perfekt. Als erste Frau der USA mit zwei Guide Michelin Sternen, wurde sie 2016 auch zur besten weiblichen Küchenchefin der Welt gewählt. »Es geht um die Qualität, nicht um die Quantität«, sagt sie selbst, wenn man sie fragt, warum so wenige Frauen in den Kocholymp kommen. Und damit sagt sie vieles auch über ihre Küche. Kompromisslos und kreativ wie eine Künstlerin, präzise wie eine Wissenschaftlerin – das ist der Küchenstil der gebürtigen Französin Dominique Crenn. Ihr Atelier in San Francisco ist eine Hommage an ihre Kindheit, ihre wilden Wurzeln der Bretagne und ihren Vater.

Fulminante Gala in der BWM-Group Classic
Fulminante Gala in der BWM-Group Classic

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Lebenskultur am Münchner Viktualienmarkt

Dass ein Markt die Lebenskultur wiedergibt, wissen wir alle. Dass ein Markt einen Preis für diese bekommt, ist noch selten. Auch hier zeigt sich die Jury Innovativ und übergab den Preis für Lebenskultur an den Münchner Viktualienmarkt, ein Paradies für Genießer mitten in München, ein lebendiger Handelsplatz und ein seit 200 Jahren beliebter Treffpunkt für Gäste und Einheimische. Für Eckart Witzigmann ist der Markt ein Lebensbegleiter seitdem er in München lebt, lebendiger Ort auch vieler seiner kulinarischen Inspirationen, bis heute.

Sebastian Copeland: Kreative Verantwortung

Mit Sebastian Copeland wurde ein Mann geehrt, der den Menschen helfen will, die Erde zu lieben, sie dazu zu bringen, sie zu schützen. Und da Menschen nur die Dinge lieben, die sie kennen und denen sie sich verbunden fühlen, fing er an, die Schönheit und Einzigartigkeit der Welt mit der Kamera einzufangen. Er ist Polarforscher, Umweltaktivist, Abenteurer und vielfach ausgezeichneter Fotograf. Er kämpft mit den Aufnahmen seiner klimaneutralen Expeditionen zu Nord- und Südpol für ein Erwachen der Gesellschaft, vor allem für eine Reduzierung von Emissionen. Der Preis für Kreative Verantwortung und Genuss wurde ihm deshalb von der Jury zuerkannt.

Ehrenpreis für Julia und Tobias Moretti

Eckart Witzigmann wurde 75 und deshalb gab es in diesem Jahr auch noch einen Ehrenpreis. Dieser ging an Julia und Tobias Moretti, die beide einen Bergbauernhof in Tirol bewirtschaften. Abseits seiner Prominenz wird hier die älteste Tiroler Rinderrasse »Tux-Zillertaler« gezüchtet, Bergzucchini gepflanzt und nachhaltige Landwirtschaft betrieben. Seine Popularität als Schauspieler nutzt der diplomierte Landwirt, um für seine bäuerliche Heimat zu kämpfen. Seine Leidenschaft teilt seit 20 Jahren seine Frau, die auch als Musikerin erfolgreich ist. Für ihren außergewöhnlichen Weg gab es den Ehrenpreis von Eckart Witzigmann.

Was wäre ein Abend für Spitzenleistungen ohne Spitzenküche?


Das  Gala-Dinner zu Ehren der Preisträger interpretierte klassische Gerichte Eckart Witzigmanns neu. Unter der Leitung von Martin Fauster, Küchenchef im Hotel Königshof in München, kochten Top-Stars Thomas Kellermann (Burg Wernberg), Dieter Koschina (Vila Joya, Albuferia), James Baron (Tannenhof, St. Anton) Martin Fauster und Stefan Leitner (Bareiss, Mitteltal). Da wurde ganz große Kochoper zelebriert und gezeigt, wie modern die Klassiker von damals noch sind. Rote Bete-Gelée mit leicht geräuchertem Stör und Kaviar z.B. oder das perfekte Rückenmedaillon vom Bayrischen Reh mit Herbsttrompeten und Heidelbeeren. Dazu servierten Topwinzer große Weine. Gert Aldinger (Fellbach im Remstal), Bernhard Huber (Malterdingen im Breisgau) und Paul Fürst (Bürgstadt am Main) lieferten die perfekte Weinbegleitung. Zum letzten Gang wurde die Ayala Champagne Cuvée 75 Jahre Eckart Witzigmann gereicht.

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Und das Beste von allem: jedes Gericht war ein Geschmackserlebnis für sich. Höchste Kunst ohne artifiziell zu sein, einzigartige Produkte mit Erinnerungsgeschmacks-Erlebnissen. Jeder Chef hat all sein Können für den  großen »Chef« Eckart Witzigmann gegeben. Chapeau!

Und zum Abschluss: An der Bar war ein weiterer Jublilar des Jahres 2016 am Keyboard: Charles Schumann. Er mixte unter anderem den Haiku für »Ecki«, den er für das Falstaff Witzigmann Spezial erfunden hatte. Eine köstlich-bittere Komposition aus Champagner, Orangenaromen und Suze. Unbedingt ausprobieren, es lohnt sich.

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