Sieben Food Trends für 2021

Wird 2021 das Jahr der Kichererbse?

Symbolbild © Shutterstock

Salat mit Kichererbsen

Wird 2021 das Jahr der Kichererbse?

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Die Corona-Krise hat unser Leben im vergangenen Jahr maßgeblich verändert und hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Ernährungsgewohnheiten. Die Folgen der Pandemie werden uns auch 2021 noch beschäftigen und prägen denentsprechend die Food Trends für das neue Jahr.

Selber kochen, bewusst einkaufen, gesünder ernähren

2020 wurde so viel selber gekocht wie schon lange nicht mehr. Aus der Not machten viele eine Tugend und avancierten zu regelrechten Hobby-Chefs inklusive eigenem Sauerteig namens »Agatha« und beeindruckenden Messer-Skills. Entsprechende Angebote wie Online-Kochkurse und Kochboxen boomten und werden sich auch im kommenden Jahr großer Beliebtheit erfreuen.

Durch die Verlagerung der Ess-Interessen in die eigenen vier Wände, kam es zu einer bewussteren Auseinandersetzung mit den Themen Einkauf, Lagerung und Haltbar-Machen. Der Fokus liegt mehr auf Gesundheit und Wellness, zudem wird Regionalität angesichts der #supportyourlocals-Bewegung noch radikaler gelebt bzw. von den Produzenten als Bedürfnis erkannt und mit entsprechenden Produkten und Services gestillt.

Ein Trend, der sich beim Selberkochen halten wird, ist das Experimentieren und Weiterentwickeln bekannter Gerichte. Hat man im ersten Lockdown beispielsweise gelernt, Maki selber zu rollen, so kann man sich jetzt dem Trend Sushi Bakes, einer Art Sushi-Auflauf, widmen.

Hintergrund: Sechs Tipps für mehr Abwechslung in der Küche

Abholen, liefern und Restaurants, die keine sind

Bedingt durch die Schließung der Restaurants, Bars und Cafés haben sich Abhol- bzw. Lieferservices als Alternativen zum Restaurantbesuch etabliert. Dabei werden aber nicht nur fertige Gerichte konsumiert, etliche Gastronomen bieten auch ganze Menüs zum Zu-Hause-Fertigstellen an und auch viele Bars haben auf Bottled Drinks und Cocktail-Kits umgesattelt.

Mittlerweile haben – vorwiegend in den USA – bereits Delivery-Only-Unternehmen, so genannte »Ghost Restaurants« oder »Dark Kitchens« eröffnet. Sie bieten qualitativ hochwertige Gerichte ausschließlich zum Abholen oder Liefern an, das Restaurant an sich besteht lediglich aus einer Küche.

Upcycled Food

Die US-amerikanische Bio-Supermarktkette Whole Foods veröffentlicht alljährlich einen Trendreport. Darin wird für 2021 Upcycled Food als wichtiges Thema genannt. Wir kennen das von Möbeln – aus Alt mach' Neu lautet die Devise nun immer häufiger auch bei Lebensmitteln. Was wir zu Hause als Resteküche praktizieren, wird von immer mehr Start-Ups als eigenes Geschäftsmodell und als Versuch, die Lebensmittelverschwendung zu verringern, aufgegriffen.

Aus altem Brot werden Bier und Schnaps, Obst und Gemüse, das nicht schön genug für den Supermarkt ist, wird zu Fruchtleder oder Gemüsechips verarbeitet. Und aus Resten der Apfelsaftproduktion werden Strohhalme.

Spaß ohne Alkohol

Ob Sober October oder Dry Januaryalkoholfrei liegt im Trend. Im englischsprachigen Raum spricht man von einer Liquid Evolution, die ausgehend von den Millenials – also jenen Menschen, die laut Duden-Definition zwischen 1980 und den frühen 2000er-Jahren geboren wurden – nicht zuletzt durch die Corona-Krise und den damit einhergehenden Gesundheits-Fokus in der Ernährung auch andere Altersgruppen erreicht. Auf alkoholische Getränke wie Bier oder Wein wird bewusst verzichtet, Säfte oder Tees bzw. Limonaden kommen ins Glas.

Mit dem Trend einhergeht die so genannte »Sober Curiosity Movement«, jene Bewegung, die sich mit Neugierde Drinks ohne Alkohol zuwendet, immer wieder neue Kombinationen ausprobiert und kreative, teils elaborierte Cocktails entwickelt. Immer öfter begegnet uns dieser Trend auch in Spitzenrestaurants, die außergewöhnliche antialkoholische Getränkebegleitungen anbieten, etwa im Berliner Sternerestaurant Restaurant »Horváth«.

»Hard« im Kommen

Im Gegensatz zur oben beschriebenen Entwicklung stehen so genannte Hard Seltzer. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um leicht alkoholhaltige Mineralwasser mit Geschmack, die sich in den USA bereits größter Beliebtheit erfreuen. Manche werden jetzt an die Alkopops der 90er-Jahre denken und sich an klebrige Lippen und künstlichen Geschmack erinnert fühlen. Damit haben Hard Seltzer allerdings nichts zu tun, denn sie kommen in der Regel mit wenig Zucker aus und punkten mit erfrischendem Geschmack und hoher Mixability.

Die Brandenburger Manufaktur Holy Drinks hat Trend nach Deutschland geholt und bietet ihren Holy Hard Seltzer (330 ml, 5% Vol.) in den vier Geschmacksrichtungen Cranberry, Cucumber Lime, Grapefruit und Lemon Ginger an. Und glaubt man der Whole Foods Analyse, klopft der nächste »harte« Getränketrend in Form von Hard Kombucha bereits an.

Alleskönner Kichererbsen

»Kichererbsen sind der neue Blumenkohl«, apostrophiert der Whole Foods Trendreport für 2021. Glaubt man dem, so soll die Hülsenfrucht im kommenden Jahr die Supermarktregale und die Teller erobern: etwa in Form von Pasta, Tofu, Mehl (zum Beispiel für Pizzaboden) und Cerealien. 

Die Kichererbse begegnet uns also nicht mehr nur in ihrer altbekannten Form als Falafel oder Hummus. Apropos Hummus: Mittlerweile gibt es nicht nur in Supermärkten ein ausuferndes Angebot, es gibt auch eigene Restaurant-Konzepte – etwa »The Hummus Guys« in Berlin –, die sich ganz dem Kichererbsenaufstrich verschrieben haben. Neuestes Spin-Off: Trendiges Schoko-Hummus als gesunde Nutella-Alternative.

Fisch statt Fleisch

Seit geraumer Zeit ist – vorwiegend auf Instagram – ein Charcuterie-Trend zu beobachten – mit immer ausgefalleneren Jausenbrettern, die Speck, Wurst, Cracker und Käse mit diversen »Beilagen« in Szene setzen. Es gibt bereits zahlreiche Accounts, die sich ganz dem Zusammenstellen dieser Boards verschrieben haben.

2021 könnte das teils kunstvolle Zusammenstellen der Häppchen auch bei uns einen neuen Bereich erobern, zumindest wenn man nach Australien bzw. in die USA schaut, wo »Seacuterie«, also Charcuterie mit Seafood, bereits boomt. Ob Muscheln, Garnelen oder Räucherfisch – alles schön drapiert schmeckt doch gleich besser. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

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