Serviceroboter – die Zukunft der Gastronomie?

Roboter bieten in der Gastronomie einige Vorteile.

© Precom Group AG

Roboter bieten in der Gastronomie einige Vorteile.

Roboter bieten in der Gastronomie einige Vorteile.

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Seit dem Restart der Gastronomie sind die Gäste zurück, das Personal fehlt aber an allen Ecken und Enden. So auch im Servicebereich: Kein Phänomen der Post-Lockdown-Zeit, dennoch verschärfte sich der Fachkräftemangel zunehmend durch die weitgreifenden Reglementierungen, die getroffen wurden, um das Corona-Virus einzudämmen. Die Personallücken in vielen Betrieben klaffen weit auseinander – und das, obwohl im Juli 2021 weniger Angebot auf mehr Nachfrage traf; 20.356 arbeitslose Personen kamen auf 8.489 offene Stellen in der österreichischen Gastronomie. Noch ist der Mensch in der Gastronomiebranche aber unersetzbar. Noch? Unternehmen tüfteln weltweit daran, die Automatisierung durch Hightech-Roboter im Restaurantbetrieb voranzutreiben. Eines davon ist die Schweizer Marketing-Agentur Precom Group AG, welche sich auf die Digitalisierung im Gastronomiebereich spezialisiert hat.

»Um den Gastrobetrieb vor dem Schlimmsten zu bewahren, könnten Serviceroboter eine Alternative sein«, benennt der Geschäftsführer Thomas Holenstein einen Ausweg aus der Personalkrise. »Zwar sind ihre Anschaffungskosten weiterhin hoch. Doch es lohnt sich, denn die künstlichen Intelligenzen entlasten ihre Kollegen, arbeiten schnell und effizient.« Die Vorteile lägen für ihn auf der Hand: Anstatt Ruhezeiten brauchen Roboter nur einige Stunden Ladezeit am Stromnetz, bevor sie wieder einsatzfähig sind. Durch Krankheit, Urlaub oder Kündigung fallen die Maschinen nie aus, höchstens eine Wartung muss miteinberechnet werden. Im Idealfall löst ein Roboter so mehrere menschliche Fachkräfte ab beziehungsweise steigert die Produktivität verschiedener Abläufe, Bots brauchen keine Anlernzeit. In Zeiten von Pandemien verringern sie darüber hinaus das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus. Holensteins Resümee: »Deshalb sind Serviceroboter in der Gastronomie die Zukunft.« Eingesetzt werden sie beispielsweise bereits im Grazer »Momoda«.

Thomas Holenstein, Geschäftsführer der Schweizer Marketing-Agentur Precom Group AG.

Thomas Holenstein, Geschäftsführer der Schweizer Marketing-Agentur Precom Group AG.

© Precom Group AG

Vielfältiger Einsatz der Roboter

Mit dieser Meinung ist er nicht alleine, mehrere Unternehmen preisen ihre Innovationen auf dem aufstrebenden Markt an – auch wenn die Branche selbst noch skeptisch zu sein scheint. Darunter sind der Burgerroboter des amerikanischen Start-ups Creator, welcher in der Stunde 400 Burger schaffen soll, oder der durch eine App gesteuerte Servierroboter des Start-ups Cedar Robotics aus Seattle. Doch auch Getränke können ohne menschliches Zutun serviert werden: Beispielsweise durch den Kaffeeroboter von Cafe X oder den Cocktailroboter von The Tipsy Robot. Im Minutentakt stellen die Maschinen mindestens ein Getränk her.

Flexibel auf individuelle Kundenwünsche eingehen können die Roboter derzeit aber nicht. Die Einsparung könnte auf Kosten der Servicequalität gehen, lautet daher die Befürchtung, auch wenn die Maschinen stets ein Lächeln für die Gäste parat haben und durch Sensor-, Brems- und Gleichgewichtstechnik Sicherheit im gastronomischen Arbeitsalltag versprechen. Ohnehin: »Wir wollen den Menschen im Gastrogewerbe nicht ersetzen. Die Serviceroboter sind dort eine Alternative, wo der Gastronom Engpässe nicht anders auffangen kann«, stellt Holenstein klar. Zuletzt bleibt die Frage nach den Kosten – rentiert sich eine Anschaffung? Ein Beispiel, der cloudbasierte Serviceroboter »BellaBot« von Pudu Robotics beläuft sich auf rund 20.000,– Euro, damit einiges an Geld. Aber: »Schon bald wird der Roboter im laufenden Betrieb deutlich weniger kosten, als es ein menschlicher Kollege täte«, prophezeit der Schweizer für die Zukunft. Dann braucht es nur noch den Mut der Gastronomen.

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