»Schwarzwaldstube« soll in einem Jahr wieder stehen

So sah die »Schwarzwaldstube« vor dem Brand aus. 

© Traube Tonbach

So sah die »Schwarzwaldstube« vor dem Brand aus. 

© Traube Tonbach

Am Tag nach dem Brand des historischen Gebäudes, das einmal die »Schwarzwaldstube« in Baiersbronn beherbergte, steht die Feuerursache weiter nicht fest. Sachverständige durften die einsturzgefährdete Ruine am Montag nicht betreten, nach Angaben einer Hotelsprecherin hat die Feuerwehr sie noch nicht freigegeben. Der Schaden wird vorläufig auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. In den frühen Morgenstunden des 5. Januar war das Gebäude in Brand geraten und stand aufgrund der Holzbauweise binnen kurzer Zeit in Flammen. 

Die Inhaberfamilie Finkbeiner scheint mit dem Mut der Verzweiflung weiterzumachen. Schon jetzt schmiedet sie Pläne für den Wiederaufbau. Der Blick gehe nicht in die Asche, sondern nach vorn, sagte Eigentümer Heiner Finkbeiner am Montag nach Angaben der Sprecherin gegenüber der Belegschaft. »In einem guten Jahr soll die Schwarzwaldstube wieder zurückkehren«, so Finkbeiner den Angaben zufolge weiter. »Auf dem gleichen Niveau wie zuvor«, also mit Höchstwertungen in praktisch allen Restaurantführern.

Bis dahin haben die Mitarbeiter, die in dem zerstörten Gebäudekomplex arbeiteten, eine Jobgarantie. Neben der »Schwarzwaldstube« befanden sich im historischen Gebäude die anderen à la carte-Restaurants »Köhlerstube« und »Bauernstube« sowie zwei Küchen. Man könne im Unternehmen Alternativen anbieten, so die Sprecherin. Auch die Küchenbrigade um den Drei-Sterne-Koch Torsten Michel werde wieder ihre Arbeit aufnehmen. »Eine vorübergehende Restaurantnutzung in irgendeiner Form wird es sicherlich geben«, so die Sprecherin gegenüber Falstaff.

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Wir sind fassungslos und tief traurig über den Verlust unserer wunderschönen historischen Räume. Unser Stammhaus mit den à la carte Restaurants Schwarzwaldstube, Köhlerstube und Bauernstube gibt es nicht mehr. Zugleich ziehen wir Kraft aus der unendlichen Solidarität und Anteilnahme, die uns aus der ganzen Welt erreicht. Ein Feuer hat in der Nacht zum 5. Januar das Gebäude völlig zerstört, in dem die Traube Tonbach Ihren Ursprung nahm. Wir sind unglaublich dankbar, dass niemand verletzt wurde und bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Feuerwehrleuten und allen anderen Helfern. Unser Hotelbetrieb läuft weiter, wir werden Sie hier sowie auf unserer Website und Facebook in den nächsten Tagen über die neusten Schritte informieren. Bei Fragen, Reservierungen und sonstigen Anliegen wenden Sie sich bitte wie gewohnt an: info@traube-tonbach.de oder reservations@traube-tonbach.de. Ihre Familie Finkbeiner und das gesamte Traube Tonbach Team #traubetonbach #bestsince1789 #blackforestlegend #foreverblackforest #schwarzwald

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Der Brand des historischen Stammhauses vom Hotel »Traube Tonbach« in den frühen Morgenstunden des 5. Januars hatte in der Gourmetszene Bestürzung ausgelöst. Viele Küchenchefs äußerten Mitleidsbekundungen in den sozialen Netzwerken. Drei-Sterne-Koch Christian Bau, der vor vielen Jahren unter Harald Wohlfahrt selbst in der »Schwarzwaldstube« gearbeitet hatte, postete einen vielbeachteten Text auf Facebook. Feinkosthändler Ralf Bos rief zu einer Solidaritätsaktion auf, die vielfach geteilt wurde. Nils Henkel, Zwei-Sterne-Koch aus dem Rheingau, sagte zu Falstaff: »Ich war erschüttert, als ich davon erfahren habe. Aber ich bin sicher, dass die Familie alles tun wird, um das Restaurant bald wieder aufzubauen und schöner denn je zu machen.«

Update

Wie die BNN berichteten, konnten alle Weine – über 36.000 plus Raritäten –, die bisher bei optimalen Gegebenheiten in insgesamt zwei Kellern gelagert wurden, gerettet werden. Laut einer Sprecherin der »Traube Tonbach« sind die Flaschen unversehrt geblieben und wurden bereits umgelagert.

Auch Weinflaschen können durch ein Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Brandspuren auf Etiketten gelten als Indiz dafür, dass die Flasche einer Hitzequelle ausgesetzt war. Unter Kennern führt das nicht selten zu einer Wertminderung, auch wenn der Wein in der Flasche keine geschmackliche Veränderung zeigt. Sobald ein Etikett nicht mehr zur Gänze den Wein korrekt deklariert, also beispielsweise der Jahrgang nicht mehr erkennbar ist, kann das einen bis dahin sehr kostbaren und teuren Wein im Wert mindern. Und wenn der Wein selbst über einen gewissen Zeitraum hohen Temperaturen ausgesetzt ist, kann er noch nicht einmal wertgemindert verkauft oder ausgeschenkt werden. Welcher Wein wie und wann reagiert variiert jedoch. Ein alter Burgunder ist dabei sensibler als ein junger, kraftvoller und tanninhaltiger Rotwein.

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