Robert Weil beendet vorzeitig Subskription für Monte Vacano

Zu der Lage Monte Vacano hat Winzer Wilhelm Weil eine tiefe emotionale Bindung.

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Zu der Lage »Monte Vacano« hat Winzer Wilhelm Weil eine tiefe emotionale Bindung.

Zu der Lage Monte Vacano hat Winzer Wilhelm Weil eine tiefe emotionale Bindung.

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Ende August hatte Wilhelm Weil einen neuen Top-Wein aus dem Gräfenberg angekündigt: den trockenen »Monte Vacano«, so benannt nach Weils Urgroßmutter Emilie. Als geborene Vacano entstammte sie einer angesehenen lombardischen Familie, die seit dem 17. Jahrhundert auch in Koblenz und Trier ansässig war und 1786 sogar von Kaiser Joseph II. in den Reichsritterstand erhoben wurde.

Nun hat Weil die Subskription für den ersten unter diesem Namen (wieder) erzeugten Wein der neueren Zeit, den 2018er, gestoppt, denn die für die Auslieferung im April 2021 vorgesehenen 1200 Flaschen waren bereits vierfach überzeichnet. »Wir mussten die Subskription nach nur einem Monat beenden, denn sonst hätte sich die vorhandene Menge nicht mehr sinnvoll zuteilen lassen«, so Weil.

Nur noch Warteliste für 2019 möglich

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Ursprünglich war angedacht gewesen, die Subskription des für 105 Euro pro 0,75-Liter-Flasche angebotenen Weins bis März 2021 laufen zu lassen. Wer sich jetzt noch für Monte Vacano interessiert, kann sich auf eine Warteliste für den Nachfolgejahrgang 2019 schreiben lassen. Und wer bereits eine Reservierung getätigt hat, wird in der Regel damit leben müssen, dass er nur ein Viertel der gewünschten Menge erhält.

Hinter dem Wein schlummert eine geradezu romantische Familiengeschichte: Als der Weingutsgründer Robert Weil und Emilie Vacano im Jahr 1875 heirateten, setzte Weil die Mitgift seiner Frau dafür ein, aus dem Besitz des Grafen von Fürstenberg eine 50 Ar große Parzelle im Gräfenberg zu erwerben. Das unter dem Namen »Lay« bekannte Gewann liegt an der Grenze des Gräfenbergs zum Turmberg und ist, wie schon der Name »Lay« aussagt, besonders reich an Schiefer.

Wein für den Hausgebrauch

Nachdem Robert Weil im selben Jahr 1875 neben weiteren Teilen des Gräfenbergs auch Gelände und Gebäude des Suttonschen Landsitzes in Kiedrich gekauft und damit das Weingut offiziell gegründet hatte, kelterte er aus der »Lay« – oder eben, wie es familienintern hieß, aus dem »Monte Vacano« – stets einen Wein für den Hausgebrauch der beiden Familien Weil und Vacano. Als Robert Weil 1923 starb, geriet dieser Brauch in Vergessenheit, der letzte Monte Vacano der historischen Epoche wurde vom Jahrgang 1921 abgefüllt.

Emotionale Wiedererweckung

Erzählt worden sei von diesem Wein allerdings oft, erinnert sich Wilhelm Weil. »Schon als Kind habe ich von meinem Vater über diesen Wein erzählen gehört« sagt Weil und fügt an, dass die Wiedererweckung dieses Weins für ihn als ein Motiv der Familiengeschichte emotional sehr aufgeladen sei.

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Ein »Cru im Cru«

Nun darf man gespannt sein, ob sich für diesen »Cru im Cru« ein Sekundärmarkt bilden wird. Eine kleinere Anzahl von Magnumflaschen soll auf der nächsten VDP-Versteigerung in Kloster Eberbach unter den Hammer kommen. Eine bedeutende Anzahl von Flaschen dürfte überdies im Besitz des Weinguts verbleiben, denn die produzierte Gesamtmenge lag in zwei alten, restaurierten Stückfässern à je 1200 Litern.

Das Große Gewächs Gräfenberg wird es im Übrigen weiter geben wie zuvor.

Verkostungsnotiz

  • 2018 »Monte Vacano« Riesling trocken, Weingut Robert Weil
    96 PUNKTE

    Ein komplex beeriger, bereits beginnend geöffneter Rieslingduft, unterlegt mit Noten von orientalischen Gewürzen, Honig und floralen Aromen. Im Mund mit weichem Ansatz und einer sehr schnell angreifenden, dichten Gaumenpräsenz, eine Schicht sehr feiner Pheneole, jahrgangstypisch Reife, aber lange anhaltende Säure, geschmeidige Motive im Hintergrund und eine nachhaltige Plateauphase des Extrakts, zuletzt eine leicht pfeffrig-schiefrige Mineralwürze hinter der Gaumenfrucht. Das Schieferterroir zeigt sich hier eher über die Reife aller Komponenten und einen damit einhergehenden aromatischen Reichtum als überstraffe taktil-mineralische Verdichtung. Bleibt über Tage stabil und schärft dabei sogar noch die mineralische Definition.

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