Raritätenprobe im Fürstlich Castell’schen Domänenamt

Ferdinand Fürst zu Castell-Castell und Peter Geil.

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Ferdinand Fürst zu Castell-Castell und Peter Geil.

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Ferdinand Fürst zu Castell-Castell war überrascht, als er nach dem Tod seines Vaters Albrecht 2016 in dessen privatem Nachlass auf Weine stieß, die bis in die 1950er Jahre zurückreichten. Vor allem Silvaner, aber auch Scheurebe, Rieslaner und Müller-Thurgau fanden sich unter den wieder entdeckten Preziosen, die der Fürst vor kurzem bei einer Raritätenprobe im Fürstlich Castell'schen Domänenamt vorstellte.

Kaum ein Weingut hat ein so enges Verhältnis zur fränkischen Leib- und Magen-Rebe aufgebaut wie das Domänenamt, schon 1659 sollen die ersten Silvaner-Reben hierzulande im Casteller Schlossberg angepflanzt worden sein. Kein Wunder, dass Tradition groß geschrieben wird im Domänenamt, das Ferdinand Fürst zu Castell-Castell seit 1996 in der 26. Generation leitet. Ein Besitz, zu dem neben 70 Hektar Reben auch noch 4000 Hektar Wald gehören, in dem inzwischen auch das Eichenholz für die eigenen Fässer geschlagen wird.

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Das Domänenamt steht für stabile Werte, auf Moden wurde in Castell nie reagiert und Veränderungen nie hastig eingeleitet. Aber auf Tradition und geballte Geschichte allein will Ferdinand Fürst zu Castell-Castell sich nicht mehr verlassen, dafür sei die Weinbranche zu dynamisch geworden. Nachdem mit Karl-Heinz Rebitzer 2016 der langjährige Gutsdirektor verabschiedet worden war, übernahm Peter Geil im November 2017 die Leitung des Weinguts. Der Rheinhesse, Jahrgang 1985, steuert neue Impulse bei, er zeigt auch Mut zum Experiment: Geil baut Silvaner im Granitfass und wieder verstärkt im Holz aus – ein Verfahren, das in den 1980ern der kühlen Vergärung im Edelstahl weichen musste. Peter Geil will damit auch das »enorme Reifepotenzial des Silvaners« unterstreichen, der neben dem populären Riesling immer noch unterschätzt werde.

Eine Einschätzung, die bei der Raritätenprobe eindrucksvoll bestätigt wurde. Es sind aber nicht nur edelsüße Weine aus großen Jahrgängen wie 1959, 1976 oder 1990, die heute noch Größe zeigen. Auch trockene Silvaner können über Jahrzehnte reifen wie der großartige Casteller Silvaner von 1959. »Dieses Potenzial des Silvaners wollen wir in Zukunft noch stärker zeigen«, sagt Ferdinand Fürst zu Castell-Castell.

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