Neu: »Kink« Bar und Restaurant in Berlin

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Der englische Begriff »kinky« wird gerne für etwas verwendet, das schrullig oder verkorkst daherkommt. Auch wenn die Betreiber Oliver Mansaray und Daniel Scheppan  augenzwinkernd mit dem Begriff spielen, so erwartet die Gäste ein wohldurchdachtes Genusskonzept für alle Sinne.

Schon der Ort bezaubert. Historisch war der »Pfefferberg« die Heimat der ersten Brauerei im Prenzlauer Berg in den 1840-er Jahren. Viele weitere Brauereien sollten auf dem Höhenzug folgen. Manche erinnern sich an das Areal noch als Party-Location in Ruinen in den 1990-er Jahren. Nun verstecken sich hier Ateliers, Hostel, Theater und der Pfefferbräu-Brauereiausschank. Das »Kink« rundet das Areal ab und bereichert es zudem.

Regionale und saisonale Küche

Ratsam ist, einen Besuch in drei Teile zu gliedern. Denn es lohnt jeweils der Besuch des hübschen Sommergartens, der imposanten Bar und des stylish-gemütlichen Restaurants. Mit Chefkoch Ivano Pirolo verantwortet ein italienischer Koch mit einer Vorliebe für regionale und saisonale Produkte die Küche. Erfahrung sammelte er bereits reichlich in Küchen mit sehr gehobenem Niveau, wie dem »El Celler de Can Roca« in Katalonien oder im Berliner »Facil«.

So sprühen dann auch die Teller vor Kreativität und Farbenfröhlichkeit. Was auf den ersten Blick verwegen anmutet, mundet dann überraschend harmonisch und elegant. So der Beelitzer Spargel mit Miso, Erdnuss und Zitrone. Köstlich auch die gebrannten Romana-Herzen mit Gongyuan, Verjus, Dill und Aioli. Beide Teller schlagen mit jeweils freundlichen sechs Euro zu Buche. Es handelt sich um Portionen, die als Beilage, Zwischengang oder einfach Gaumenkitzler angewendet werden können.

Die Hauptgerichte liegen zwischen 14 und 18 Euro. Herrlich das erfrischende Bärlauch Risotto mit Erbsen, Limette und grünem Spargel. Auf den Punkt gegart das Perlhuhn mit Rosmarinjus, Spitzkohl und Wirsing. Die Aromen sind vielfältig und abwechslungsreich. Jeder Teller eine neue Überraschung. So macht das Teilen sehr viel Freude. Man möchte sich durch die gesamte Karte schlemmen.

Neues Getränkepairing-Konzept

Die flüssigen Genüsse müssen ebenfalls Beachtung finden. Mit Arun Naagenthira Puvanendran verfügt das »Kink« über einen bewährten und experimentierfreudigen Barchef. Der Austausch mit dem Küchenchef ist intensiv. So kreiert der Barkeeper einige Drinks speziell zu den Gängen des Küchenchefs, was dem Getränkepairing-Konzept eine weitere Dimension verleiht.

So vermählt Puvanendran Gin mit Spargel, Fino Sherry und Verjus und überrascht mit Erfrischung und Komplexität. Großartig auch seine Aperitf-Empfehlung, für die er Lavendel im Sous-Vide-Verfahren einkocht, um es mit Apricot Brandy, Apfel, Cognac, weißem Port und Champagner zu kombinieren. Eine gute Auswahl auch an offenen Weinen bietet das Passende für jeden Geschmack und auch das Besondere. Europäische Qualitäten zwischen Douro und Mosel stehen im Vordergrund. Die Flaschenpreise beginnen bei 29 Euro.

Für das Restaurant tüftelt das Barteam stets spezielle Drinks, die nicht in der regulären Barkarte stehen, sondern ausschließlich in den lichten Räumen mit den hohen Decken vor der gewaltigen Fensterfront serviert werden. Angenehme Farbtupfer und ein Hauch Vintage bei den Sitzmöbeln sorgen für die Gemütlichkeit als Ergänzung zu dem industriellen Charme. Pflanzen und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept tragen ebenfalls zu dem speziellen Flair bei.

Bar inklusive Labor

Die Bar verfügt ebenfalls über einen mächtigen Raum, unter dessen hoher Decke eine rot leuchtende Lichtinstallation schwebt und uns daran erinnert, dass »Kink« auch Schlaufe oder Welle bedeuten kann. An dem verwinkelten Tresenblock muss der Gast selbst entscheiden, ob er gerade hinter oder vor der Bar sitzt. Das zentrale Element bildet eine Einheit. An den Wänden lockert die Bestuhlung den Raum auf. Bunt zusammengewürfelte Sofas mit Stoffen oder Leder verströmen ein Hippie-Flair im Kontrast zu der Ernsthaftigkeit des Tresens.

In der Ecke leuchtet ein Fenster, hinter dem sich das Labor befindet. Allerlei Gerätschaften dampfen, rotieren und fermentieren. Die Getränke sollen eine Entdeckungsreise für den Gast bedeuten, wobei die gängigen Klassiker selbstverständlich ebenfalls auf den Punkt zubereitet werden.

Fazit

Mit dem »Kink« gewinnt Berlin einen herrlichen Ort mit köstlichen Drinks und herausragender Küche. Dazu kommt der herzliche Charme des Teams und ein genussvoller Optimismus, den die Stadt genau jetzt braucht. Unbedingt hingehen!

INFO

»Kink«
Öffnungszeiten:
Di bis Sa 18 - 22 Uhr
Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin
kink-berlin.de

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