Mit Liebe zum Detail: Publikumswein Schnaitmann

Fellbach und Umgebung: Die warmen Lagen gehören dem Lemberger, die Kühlen den weißen Sorten.

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Fellbach und Umgebung: Die warmen Lagen gehören dem Lemberger, die Kühlen den weißen Sorten.

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Weine, die in Verkostungen herausragen, haben oft auch eine Geschichte. So verhält es sich auch beim »Lieblingswein«, den die Falstaff-Leser dieses Jahr bei ihrem Voting erkoren haben. Der Papierform nach handelt es sich beim Sieger aus Württemberg »nur« um einen Gutswein: um einen Weißburgunder ohne Orts- oder Lagenbezeichnung, für den der Ertrag jüngerer Reben verwendet wurde. So weit, so unspektakulär.

Rainer und Petra Schnaitmann mit ihren Kindern Chiara und Noah. 

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Doch versucht man das sehr eigene Geschmacksbild dieses Weines zu ergründen, dann kommen nach und nach spannende Details ans Licht. Denn zum einen ist auffällig, wie crisp und saftig Rainer Schnaitmanns Weißburgunder über die Zunge fließt. Der Winzer ist nicht um eine Erklärung verlegen: »Die Reben stehen in der Höhe, wachsen fast alle weit oben auf 400 Metern auf einem ganz schweren, tonigen Boden.« Doch der Standort alleine ist erst der Beginn der Geschichte. Denn er erklärt nicht, warum dieser Wein so ungemein kulinarisch wirkt, warum er bei all seiner kühlen Frische dennoch einladend anmutet und nicht den geringsten Anflug von Strenge aufweist.

Nominell nur ein Gutswein ohne Lagenbezeichnung – aber dennoch mit Raffinesse erzeugt: der Weißburgunder »Steinwiege«.

Nominell nur ein Gutswein ohne Lagenbezeichnung – aber dennoch mit Raffinesse erzeugt: der Weißburgunder »Steinwiege«.

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Und bei der Erforschung dieser Eigenschaft erfährt man, dass Schnaitmann im Keller einen äußerst ungewöhnlichen Aufwand betreibt. »Wir kaufen jedes Jahr eine große Anzahl von Halbstückfässern, Taransaud und Stockinger. In die hinein pressen wir am Beginn des Herbsts den Weißburgundermost und lassen ihn angären. Wenn zwei Wochen später andere Sorten, etwa der Sauvignon Blanc, gelesen sind und in den Keller kommen, nehmen wir den Weißburgunder raus. So bekommen die Weine also eine ganz kurze Passage im Holz, und das in einem Moment, in dem die Hefen besonders davon profitieren, dass sie etwas mehr Sauerstoff atmen können.«

Viel Detailarbeit für einen Wein, der nachher für weniger als zehn Euro im Regal steht. Eindeutig: Es muss eine kulinarische Eingebung gewesen sein, die die Falstaff-Leser dazu brachte, hier ihr Kreuzchen zu machen.

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Falstaff Nr. 02/2018
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