»Mine/Wine«: Ein italienischer Russe in Berlin

© MINE

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Die Anschrift Meinekestraße 10 schrieb Berliner Gastronomie-Geschichte. Genau an diesem Ort residierte das legendäre Restaurant »Maître« von Henry Levy, das Mitte der 1970er Jahre vom Guide Michelin zum ersten Zwei-Sterne-Restaurant der Stadt ausgezeichnet wurde. Feinste französische Küche mit moderner Kreativität kam aber für das kulinarisch rückständige Westberlin der damaligen Zeit etwas zu früh und so schloss der Gourmettempel 1982 seine Pforten. Heute tritt eine italienisch inspirierte Küche in die großen Fußstapfen des Franzosen. Das »Mine Restaurant« und die Wine Bar kommen genau zur rechten Zeit und werden atmosphärisch und kulinarisch die Hauptstädter zu begeistern wissen.

Die Berliner lieben ihre italienischen Restaurants. Es gibt sie reichlich und mit unterschiedlichsten Konzepten. Heimatverbundene Regionen-Restaurants von Südtirol bis Sizilien, gemütliche Nachbarschaftslokale mit karierten Tischdecken und Grappa aufs Haus, noble Edel-Italiener zwischen Trüffel und Tignanello bis hin zu jenen Fake-Italienern mit Schwerpunkt auf Touristen-Abzocke.

Inmitten dieser Vielfalt aufzufallen und doch für neue Impulse zu sorgen, ist eine Herausforderung. Diese Herausforderung nimmt Aram Mnatsakanov gemeinsam mit seinem Sohn Mikhail nicht nur an, er meistert sie auf beeindruckende und vor allem köstliche Weise. Der erfahrene Gastronom betreibt bereits in Moskau und Sankt Petersburg einige prominente und gehobene Restaurants und tritt dort in bekannten kulinarischen TV-Formaten a la »Hells Kitchen« oder »Kitchen Nightmares« auf. Sein Engagement brachte ihm den Beinamen als »Jamie Oliver Russlands« ein.

Mine

Die Küche glänzt mit hausgemachter Pasta, wie die Tagliatelle mit 12 Stunden gegartem Kaninchenragout oder einem der erfolgreichsten Gerichte des Hauses: Glasierte sizilianische Auberginen mit Burrata, Kräutern und Tomatenmarmelade mit süß-säuerlichen Noten. Der Oktopus war auf den Punkt gebraten und auch die Lammkoteletts mit Maispüree und Maiskörnern waren ideal gegart und abgeschmeckt. Die Vorspeisen kosten um die 14 Euro und auch die Hauptgerichte sind mit 19 bis 29 Euro sehr angemessen bepreist. Details wie frisches Sauerteigbrot, hausgemachtes Tiramisu und Dry-Aged Steaks runden das Speisenangebot ab.

Wine

Weinfreunde werden den Besuch ganz besonders genießen. 120 Positionen umfasst die Weinkarte mit Schwerpunkt auf biodynamischen Weinen aus Deutschland, Italien und Frankreich. Das Coravin-System sorgt dafür, dass beinahe jede Flasche für den glasweisen Genuss geöffnet wird. Der Service berät freundlich und engagiert mit der perfekten Mischung aus professionell und locker.

Das Raumgefühl trägt ebenfalls dazu bei, einen wunderbaren Abend zu verbringen. Ein detailreiches Vintage Design wird stimmungsvoll beleuchtet. Eine faszinierende Deckentapete im nostalgischen Kachel-Look über nackten Backsteinwänden und Holztafeln und grünen Marmortischen. Einen Eingang weiter wartet noch die charmante Weinbar »Wine«, die für ein geselliges Gläschen inmitten der Weinklimaschränke und auch für Gesellschaften genutzt werden kann. Einmal im Monat findet unter dem illuminierten Renaissance Deckenbild ein spezielles Chef's Dinner für sechs Personen statt.

Fazit: Maître war gestern. Heute ist Mine! Gemütlich, köstlich und zeitgemäß.

Info

Mine Restaurant
Meinekestraße 10
10719 Berlin


Öffnungszeiten:
Täglich: 17.30 bis 0 Uhr; Wine Bar: Fr-Sa 19 bis 0 Uhr

www.minerestaurant.de

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