Das beunruhigende Ereignis liegt noch nicht so lange zurück. Jener tragische Moment, als Ende April dieses Jahres im Café-Restaurant »Argana« auf dem Djemaa-el-Fna-Platz im historischen Zentrum der Stadt eine Bombe hochging.
Das macht Angst und wirft die Frage auf: Soll man nach so einem Vorfall tatsächlich nach Marrakesch reisen oder nicht? Die Antwort aber kann nur lauten: Ja, man soll. Es mag zynisch klingen, aber das Risiko ist inzwischen überall groß. Die Gefahr reist mit, egal, wohin man fährt, ob nach Luxor oder London, auf Bali oder nach Oslo.

Marrakesch bleibt Marrakesch. Die Faszination dieser Stadt ist nach wie vor ungebrochen, es ist eben eine der schönsten Städte der Welt. Und ein solches Juwel muss weiterhin gewürdigt werden. »Tourismus sollte sich durch Terrorismus nicht beirren lassen«, war etwa nach dem Anschlag in der deutschen »Zeit« zu lesen, »denn das wäre ein Zugeständnis an die Barbaren und eine zweite Strafe für das Land, das zu den liberalsten und gastfreundlichsten der arabischen Welt gehört.«

Eine Stadt zwischen Tradition und Trend
Und so wird es wohl auch weiterhin für jeden, der den Djemaa-el-Fna-Platz zum ersten Mal betritt, ein magischer Moment sein. Diese bizarre Welt aus dampfenden Garküchen, Gauklern, Händlern und Schlangen­beschwö­rern, ein nicht enden wollendes Gewimmel und Getümmel, ein orientalisches Freilufttheater wie aus einem Film von Peter Greenaway, eine Open-Air-Show, wie sie in dieser Form kein zweites Mal zu finden ist.

Marrakesch bleibt Marrakesch. Es ist die Stadt der Bohemiens und Hedonisten, der ­Ästheten, Nachtschwärmer und Narzissten. Eine Stadt, die von Lifestylemagazinen immer wieder als »orientalische Trend-Metropole« beschrieben wurde, in der sich die Superreichen der Welt einen Zweitwohnsitz ein­gerichtet haben, in der Hollywoodgrößen wie Brad Pitt und Angelina Jolie gerne Partys ­feiern, Maler und Schriftsteller sich von der Atmosphäre berauschen lassen und in der sich Prominente wie der Philosoph Bernard-Henri Lévy oder der Modeschöpfer Yves Saint Laurent schon in den 1980er-Jahren ein traditionelles marokkanisches Haus, ein »Riad«, gekauft haben.

Beeindruckend: Marrakesch in Bildern

Vom Paradies für Blumenkinder zum Hotspot der Reichen
Marrakesch galt lange Zeit als orientalische Hippie-Metropole. In den frühen 1970er-Jahren belagerten zum Schrecken ­vieler Marokkaner Heerscharen von langhaarigen Blumenkindern die Stadt. Der Song »Marrakesh Express« von Crosby, Stills and Nash wurde zum Soundtrack des Hypes. ­Danach entdeckten französische Modeschöpfer die Stadt, später kam der internationale Jetset.

Vom einstigen Flower-Power-Flair ist nichts mehr übrig. Marrakesch ist heute eine echte Luxusstadt, die Mieten und Immobilienpreise haben astronomische Dimensionen erreicht. Selbst verfallene Riads kosten inzwischen mehr als Villen in Mailand oder London. In den mittelalterlichen Souks, den Marktvierteln mit den engen Gassen und Hunderten winzigen Geschäften innerhalb der Medina, der Altstadt Marra­keschs, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, hat sich das Basar-Leben deutlich gewandelt. Hier stößt man längst nicht mehr nur auf billige Souvenirshops oder einfache Gewürzläden, sondern auch auf edle Boutiquen mit Preisen wie in Pariser Nobelvierteln.

Marrakesch bietet für jeden Geldbeutel etwas
Fast wöchentlich eröffnet irgendwo in Marrakesch eine neue Bar, eine Lounge oder ein Restaurant. Die Dichte an extravaganten Luxushotels ist – für eine Stadt mit nicht einmal 900.000 Einwohnern – so hoch wie an keinem anderen Ort des Kontinents. Es sind Nobelherbergen, für die der Begriff »Luxus« fast wie eine Abwertung klingt. Grand Hyatt, Shangri-La, Mandarin Oriental, Sofitel – die wichtigsten Hotelkonzerne der Welt haben in Marrakesch Unsummen in exklusive Ableger investiert. Aber auch ausländische Investoren wie der britische Milliardär Sir Richard Branson haben sündhaft teure Hotels errichten lassen. Sogar der König selbst, Marokkos liberaler und schwerreicher Monarch Mohammed VI., verewigte sich mit dem in die Stadtmauern der Medina integrierten Hotelpalast Royal Mansour, einer Anlage aus 53 umgebauten Riads, mit Pools auf den Dächern und unterirdischen Gängen fürs Personal.

Marrakesch ist aber nicht nur Luxus. Wer beim Essen und Wohnen nicht übermäßig viel Geld ausgeben will, der findet ebenfalls ein umfangreiches Angebot. Es sind so charmante Hotels wie das Hôtel du Trésor ganz in der Nähe des Djemaa-el-Fna-Platzes, wo sich ein Italiener mit dem stilistisch außergewöhnlichen Hotel verewigt hat. Hier kosten die Zimmer nicht mehr als 80 Euro die Nacht, an Charme und feinsinnigem Interieur ist das Haus aber kaum zu überbieten.

Und wer es beim Essen ganz authentisch haben will, der sollte einfach durch die Gassen der Souks spazieren, bis er irgendwann einmal in eine Gegend kommt, wo kaum noch französisch gesprochen wird. Dort genügt es, einfach in eine der vielen finstereren Buden einzufallen, in denen in großen Wannen mit heißem Öl tagesfrische Fische frittiert werden. Wenn man Glück hat, wird einem dazu irgendeine seltsame Limonade angeboten. Besteck gibt es keines, gegessen wird mit den Fingern. Auch das ist Marrakesch.

Den vollständigen Artikel mit noch mehr Hotels und Restaurants in Marrakesch und Essaouira sowie exklusiven Einblicken in den marrokkanischen way of life lesen Sie im Falstaff Nr. 6/11 - Jetzt im Handel!

Tipps: Die besten Adressen in Marrakesch und Essaouira


Text: Herbert Hacker

aus Falstaff Nr. 6/11

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