Das Wahrzeichen von Wien: der Stephansdom im Zentrum / Foto: Shutterstock
Das Wahrzeichen von Wien: der Stephansdom im Zentrum / Foto: Shutterstock

Man spaziert durch den Stadtpark zur ersten Adresse der Stadt, wo Heinz Reitbauer im neu gestalteten »Steirereck« eine Küche bietet, die auch international für Aufsehen sorgt.

Wie kann der erste Tag in Wien sonst beginnen, als mit einem ausgiebigen Spaziergang in den historischen Gassen des ersten Bezirks. Wer dabei eine kleine Stärkung benötigt, kehrt in der 1902 gegründeten unaussprechlichen Imbissinstitution »Trzesniewski« auf ein Schnittchen ein. Unweit davon verlockt das legendäre Delikatessenparadies »Meinl am Graben« zu einem höchst kulinarischen Ein­kauf. Nun erwacht der Appetit auf spannende Küche, die der Mittdreißiger Konstantin Filippou in seinem puristisch eingerichteten Res­taurant aufs Allerbeste befriedigen kann. Nach einer kurzen Straßenbahn-Fahrt mit dem »D«-Wagen erreicht man das historisch und kulinarisch höchst spannende Servitenviertel im Bezirk Alsergrund, wo sich auf wenigen Metern Delikatessenläden, Teigwarenmanufakturen und Lokale drängen, dass es eine Freude ist.

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»Steirereck« im Stadtpark: Die Nummer eins in Österreich wurde architektonisch völlig neu gestaltet / Foto © Achim Bienik

Für ein spannendes Abendessen hat man am Freitagabend wahrlich die Qual der Wahl. Im »Dom-Beisl«, gleich hinter dem Stephansdom zentral gelegen, bietet Thomas Wohlfarter eine subtile Neu­interpretation der klassischen Wiener Küche, Meistersommelier Hermann Botolen öffnet dazu die Schätze des grandiosen Weinkellers. Oder aber man spaziert durch den Stadtpark zur ersten Adresse der Stadt, wo im völlig neu gestalteten »Steirereck« Heinz Reitbauer eine Küche bietet, die auch international gehörig Aufsehen erregt.

Wer anschließend nun noch Lust auf ein sehr gepflegtes Glas Wein hat, spaziert einfach ein Stück weiter zur »Schank zum Reichsapfel«, einem atmosphärisch wunderbaren Heurigen inmitten der Leopoldstadt.


Langostino mit Steinpilz, Krause Glucke und Rindermark im »Konstantin Filippou« / Foto beigestellt

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Nach einer Runde durch die Hofburg ist ein Abstecher zum »Demel« Pflicht: Die 1786 gegründete K. u. K. Hofzuckerbäckerei begeistert mit Torten nach historischen Rezepturen.

Tag zwei beginnt in der Herrengasse bei »Unger und Klein« in der kleinsten Café-Bar Wiens. Dort wird Kaffee der Berliner Manufaktur des Exil-Wieners Willy Andraschko serviert, deren Röstungen auch Tim Raue schätzt. Gleich daneben liegt das pittoreske Palais Ferstel mit seiner Gourmetladen-Zeile, wo in der »Vulcanothek« die zarten Schinken aus dem steirischen Vulkanland zu haben sind. Danach empfiehlt sich ein Stopp im originellen Souvenirladen »The Vienna Store«, der auf Sissi & Co. verzichtet. Stattdessen gibt’s ein »Wiener-Schnitzel-­Panierteller-Trio« oder Kaisersemmeln aus Augarten-Porzellan. In jeder Hinsicht ein ­Genuss ist der Lunch im schönsten Speisesaal Wiens, im neuen »Park Hyatt«: Im Restaurant »The Bank« isst man inmitten einer Pracht aus Marmor und Granit im einstigen Kassensaal einer Großbank ganz vortreffliche Gerichte aus der offenen Rotisserie.

Nach einer Runde durch die Hofburg ist ein Abstecher zum »Demel« Pflicht, wo man in der 1786 gegründeten K. u. K. Hofzucker­bäckerei Torten nach historischen Rezepturen genießt. Für den Abend tun sich drei Varianten auf. Im Vorstadtviertel Gersthof liegt gut versteckt das »Gourmet Gasthaus Freyen­stein«, wo Witzigmann-Schüler Meinrad Neunkirchner zum Festpreis Menüs kocht, die Gäste wie Kritiker stets entzücken. Oder man erkundet in der City die vegetarischen Kreationen von Paul Ivic im aktuell bejubelten »Tian«. Oder aber man verbindet Sightseeing von oben mit Genuss im ­»Le Loft«, wo man am Donaukanal im 18. Stock des »Sofitel« den spannenden globalen Küchenmix mit asiatischem Einschlag von Hervé Pronzato genießt – begleitet von der besten Aussicht auf die Stadt.


Restaurant »The Bank« im neuen Hotel »Park Hyatt Vienna«: Top-Kulinarik im ehemaligen Kassensaal einer Bank / Foto beigestellt

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In der sonntäglich-ruhigen Innenstadt ist das 1618 gegründete »Schwarze Kameel« ein ­sicherer Anlaufpunkt für Genießer. Vorne gibt es kleine Happen, hinten Wiener Klassiker.

Schon immer strebten am Sonntag die Wiener in die Vorstadt, um in den breiten grünen Zonen lustzuwandeln. Tut man es ihnen gleich, bietet sich ein Ausflug nach Schönbrunn an, wo man Stunden im barocken Schlosspark, dem Schloss selbst oder dem Zoo mit seinen kaiserlichen Pavillons verbringen kann. Unweit davon, im historischen Ortskern von Hietzing, liegt das Traditionscafé »Dommayer« mit der feinen Patisserie der »Konditorei Oberlaa«, deren luftig-leichte Torten die zeitgemässe Spielart des süßen Wiens repräsentieren. In der sonntäglich-ruhigen Innenstadt ist das 1618 gegründete »Schwarze Kameel« ein sicherer Anlaufpunkt für Geniesser. Der vordere Teil ist den kleinen Happen gewidmet, die Schnittchen – vor allem jene mit handgeschnittenem Beinschinken und viel Meerrettich – sind Klassiker der Wiener Imbisskultur. Hinten, im wunderschönen Jugendstilsalon, werden ganz dezent modernisierte Versionen von Wiener Klassikern serviert. Nach einem Spaziergang im Stadtpark kann man sich in der »Meierei«, dem günstigen Ableger des feinen »Steirereck«, einen vorzüglichen Kaiserschmarren zubereiten lassen. Sofern noch Zeit zum Abendessen bleibt, wird die Auswahl klein – nur wenige Wirte öffnen sonntags überhaupt. Zu den löblichen Ausnahmen zählen die Lokale der »Plachutta«-­Gruppe wie das »Gasthaus zur Oper«, wo man ein mustergültiges original Wiener Kalbs­schnitzel serviert. Das berühmte Rindfleisch im Kupfertopf gibt’s hier auch. Oder man bemüht sich um einen Tisch im bezaubernden Gasthaus »Pöschl« des stets freundlich-mürrischen Volksschauspielers Hanno Pöschl – ein Ort wie geschaffen, um ein genussreiches Wochenende ausklingen zu lassen.


Bar auf dem Dach des Ringstraßenhotels »Ritz Carlton«: abendlicher Panoramablick / Foto beigestellt

Text von Alexander Bachl aus Falstaff Schweiz 01/15

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