Freitag
Zwischen edlen Delikatessenläden, deftiger Gourmetküche und schicken Weinbars: eintauchen in das besondere Flair von Paris!

Der erste Tag bietet sich dafür an, das typi­sche Flair der Stadt der Lichter
in traditionellen Lokalen zu atmen, beispielsweise zu Mittag in einem Bistro
wie dem winzigen »Comptoir du Relais« des Starkochs Yves Camdeborde, in dem sich Essbegeisterte aus aller Welt um die wenigen Tische reißen. Danach empfiehlt sich ein ­Spaziergang durch den nahen Jardin du Luxembourg, einem Musterbeispiel französischer Gartenbaukunst.


Edel dinieren kann man im »La Coupole« mit Hummer und Co. / Foto beigestellt

Zu Fuß geht es ­weiter ins Künstlerviertel Montparnasse und zum gleichnamigen ­Wolkenkratzer, von ­dessen Dach aus sich ein herrlicher Blick auf die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten auftut. Unweit des Turms führt die elegante Bouti­quen-Straße Rue du Cherche-Midi, in der auch die berühmte Bäckerei Poilâne liegt, ­hinunter zum exklu­siven Traditionskaufhaus Bon Marché mit seiner sehenswerten Delikatessenabteilung. Auf dem Weg dahin empfiehlt sich ein Abstecher auf ein Gläschen in die stimmige Weinbar »Au Sauvignon«. ­Danach geht es zurück nach Montparnasse, um zum Abendessen ­das einzigartige Ambiente einer echten ­Brasserie zu genießen, wie zum ­Beispiel in der »La Coupole« mit ihren Hunderten ­Sitz­plätzen und unzähligen Kellnern, ­deren ­perfekt eingespieltes Servier-Ballett ­allein schon einen Besuch wert ist. Als Vorspeise wählt man ein kunstvoll aufgetürmtes Plateau mit Austern und sonstigen Krusten- ­und Schalentieren und danach – als Kontrast – einen deftigen Klassiker der französischen Brasserie-Küche, wie etwa die berühmte Choucroute garnie, also eine Art Bauernschmaus, oder die gegrillte Kuttelwurst ­Andouillette mit bilderbuchhaften Pommes frites.

>>> Restaurants, Sightseeing, Shopping, Hotels: Die besten Adressen in Paris

Samstag
Saisonale Delikatessen auf den Wochen­märkten, Kultur pur im Musée du quai Branly und Shopping im ältesten Viertel der Stadt.

Am nächsten Tag geht es zuerst auf ­einen der zahlreichen Wochenmärkte der Stadt, wo man sich einen Überblick verschafft über die große Vielfalt an saisonalen Lebensmitteln, die ein geografisch und kulturell so vielseitiges Land wie Frankreich zu bieten hat. Besonders eignet sich dafür der Marché Edgar Quinet am gleichnamigen Boulevard (mittwochs und samstags) oder der Bio-Markt am Boulevard Raspail (sonntags). Danach geht es hinunter an die Seine, wo sich bei Schlechtwetter der Besuch eines Museums empfiehlt, wie zum Beispiel des von Stararchitekt Jean Nouvel gestalteten Musée du quai Branly, das ausschließlich nicht europäische Kunstwerke ausstellt. Weniger bekannt, obwohl absolut sehenswert, ist die Sainte-Chapelle mit ihren einzigartigen gotischen Fensterfronten auf der Ile de la Cité, der größeren der beiden Seine-Inseln. Im Anschluss führt ein Spaziergang auf die kleinere und verschlafen wirkende Ile Saint-Louis, wo im »Le Sergent Recruteur«, einem der angesagtesten Restaurants der Stadt, ein leichtes und kreatives Mittagsmenü wartet.


Place des Vosges: ein unvergleichliches Beispiel städtischer Architektur aus dem 17. Jahrhundert / Foto: Shutterstock

Danach geht es hinüber ans andere Seine-Ufer, um im Marais, dem ältesten Viertel von Paris, zu flanieren und zu shoppen. Dort liegt auch die beeindruckende Place des Vosges, ein unvergleichliches Beispiel städtischer ­Architektur aus dem frühen 17. Jahrhundert. Etwas versteckt in einer Ecke des Platzes ­befindet sich das Drei-Sterne-Restaurant »L’Ambroisie«, das zu den klassischen Tempeln der Haute Cuisine zählt, und in dem Bernard Pacaud und sein Sohn Mathieu für den kulinarischen Höhepunkt eines Paris-Aufenthalts sorgen.

Sonntag

Zwischen Moderne und Geschichte: Nach einer Tour durch die hippen Viertel der Stadt geht’s in ein Spitzenrestaurant, wo bereits Napoleon seinen Stammtisch hatte.

Am dritten Tag geht es zu den trendigsten Orten von Paris, wie zum Beispiel ins 12. Arrondissement rund um den überdachten Marché d’Aligre, wo arabische Fleischer auf elsässische Feinkosthändler und bretonische Fischverkäufer treffen. Im gesamten Viertel wimmelt es nur so von Galerien und Modegeschäften, dementsprechend hipp das Publikum und angesagt die Lokale. Darunter die originelle Fleischerei »Boucherie Les Provinces«, in der man Fleisch sowohl kaufen als auch gegrillt vor Ort konsumieren kann. Oder das »Septime«, das Stammhaus von Bertrand Grébaut, der wenige Meter weiter auch das Fischrestaurant »Clamato« sowie die Weinbar »Septime La Cave« betreibt.


»Le Grand Véfour«: Schon Napoleon dinierte hier / Foto: Mauritius

Ein weiteres brodelndes Viertel ist jenes um die elegante Place des Victoires, wo sich Designer niedergelassen haben und mehrere Lokale angesiedelt sind, die in die Kategorie Bistronomie fallen, also gehobene Küche im einfachen Rahmen bieten, wie etwa das »Saturne«, das »Frenchie« oder das »yam’Tcha«, die zudem alle gemein haben, dass man lange im Voraus reservieren muss. Wer es klassischer mag, kann eine Runde durch die prachtvollen Gärten des Palais Royal spazieren. Zu Zeiten der Französischen Revolution eröffneten hier die weltweit ersten Lokale, die unter die Begriffsbezeichnung Restaurant fielen. Ein einziges von ihnen ist noch übrig: das äußerst elegante »Le Grand Véfour«, wo schon Napoleon Bonaparte seinen Stammtisch hatte – und das den Besucher durch seine Lage, durch sein gut erhaltenes Interieur und durch das seit zwei Jahrhunderten gleichbleibend hohe Niveau der Küche daran erinnert, dass Paris Ursprungsort aller gastronomischer Kultur und Hauptstadt des guten Essens ist.

Text von Georges Desrues aus Falstaff 07/14 bzw. Falstaff Deutschland 08/14

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