Let me entertain you: Konzepte der anderen Art

Der frischeste Salat Berlins: Das Restaurant »Good Bank« ist mit produktiven, vertikalen Farmen ausgestattet.

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Der frischeste Salat Berlins: Das Restaurant »Good Bank« ist mit produktiven, vertikalen Farmen ausgestattet.

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Der Gast von heute verlangt nach mehr: Schnell und aktuell erfährt man über Social Media, was »in« und was »out« ist und wo besondere Erlebnisse geboten werden. Den Wettbewerbsvorteil zu sichern, indem man den Markt beobachtet und gerade auf Trendstädte ein Auge hat, kann ein klarer Vorteil sein. Sein eigenes Konzept dahin gehend anzupassen, zu entstauben oder komplett neu aufzusetzen, stellt eine große Herausforderung dar. Der Kontakt mit dem Neuen eröffnet neue Blickwinkel, stärkt den eigenen Weg und lässt neue Denkmuster zu.
Dennoch gilt es, vorsichtig zu sein. Denn wer trendige Konzepte einfach an seinem Standort kopiert, wird nicht erfolgreich sein. Die Authentizität steht im Vordergrund. Sich selbst treu zu bleiben und nicht aufgrund eines Trends zu verbiegen, ist entscheidend. Die Kunst ist es, den Blick über den Tellerrand zu werfen und die aufgenommenen Inspirationen in die neue Lebenswirklichkeit zu implementieren. Die Energie und die eigene Stimmung übertragen sich spürbar auf den Gast.

Individualität ist gefragt

In einer immer schneller werdenden, globalisierten Welt wollen die Menschen sich in ihrer meist spärlichen Freizeit wohlfühlen. Der Wunsch nach individuellem Service und dem Wohlfühlfaktor steht im Vordergrund. Die Gastronomie wird immer mehr zum Wohnzimmer der Menschen. Die Entscheidung, der Arbeits- und Onlinewelt für einen bestimmten Zeitraum zu entfliehen, ist keine neue Erkenntnis mehr, sondern Tatsache. Umso mehr ist es notwendig, Erlebniswelten zu schaffen, die den Gast aus seiner Alltagswelt locken und ihm eine komplett neue Komfortzone bieten. Grundvoraussetzung sind konstante Qualitätsanforderungen.

Die gelebte Gastfreundschaft liegt im Trend. Gäste wünschen sich eine besondere Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen und umsorgt werden.

Andi Schweiger: Kochschule und Eventlocation in München

Fokus Kochschule: Andi Schweiger gibt sein Wissen gerne weiter.

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TV-Kochshows, Kochbücher, Online-Shop inkl. Eigenprodukten und nicht zuletzt die 2013 am Wiener Platz in München eröffnete Kochschule. Sein Sternerestaurant gab Schweiger 2016 ab. Der Hintergrund: »Ich habe am Ende nur noch als Geschäftsführer fungiert. Die Gäste erwarten sich, dass man im Restaurant auch präsent ist, und das konnte ich leider neben den vielen anderen Arrangements nicht immer sein. Meine Leidenschaft ist und bleibt das Kochen. In meiner Kochschule kann ich mich intensiv diesem Bereich widmen und ich bin auch immer vor Ort. Somit bekommt der Kunde genau das, was er sich erwartet.« Dass er dort nicht auf Sterneniveau kochen könne, sei ein Gerücht und man muss auch nicht zwingend kochen. Die Location ist auch für jegliche Events buchbar. »Es ist unglaublich, wie trendig Kochen geworden ist. Wir haben unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsstufen. Bei Kochkursen zwischen sechs und 40, bei Menüabenden bis 60 und bei Flying Buffet bis 80 Personen.«

www.schweiger2.de

Kitchen 12: Food und Event in Graz

Fun-Faktor. Ferdinand Hladik setzt auf Unterhaltung.

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Mitten im Herzen von Graz findet sich die 2006 eröffnete Eventlocation von Ferdinand Hladik. Das Angebot ist breit gefächert: Vom gemütlichen Dinner für acht bis 80 Gäste, ausschließlich Gruppenbuchungen, sind Kochkurse, Workshops, Events und Feierlichkeiten inklusive außergewöhnlicher Zusatzleistungen möglich: Beautysessions inkl. Fotoshooting, diverse Tastings oder Showeinlagen. Weiters wird zu Special Events geladen, die von Gin Tastings über »Pretty Woman« (Ladies only) bis zu italienischen Abenden reichen. Hladik sieht klare Vorteile zum À-la-carte-Geschäft: »Der Personal- und Verwaltungsaufwand ist viel geringer. Denn wir werden von einer Person gebucht, somit erhält auch nur diese die Rechnung. Kommen nur 16 statt 18 Personen, verändert sich dennoch der Preis nicht. Auch der Wareneinsatz ist leicht kalkulierbar und Lebensmittel bleiben nicht liegen. Lagerkosten fallen weg.«

www.kitchen12.at

Good Bank: Vertical-Farm-to-Table-Restaurant in Berlin

Vertical farm. Berlin ist um ein innovatives Konzept reicher.

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Das junge »Fast casual«-Restaurantkonzept ist mit produktiven, vertikalen Farmen ausgestattet, deren Ernte die Menüs definiert. Die Vision ist es, Lebensmittel autark zu produzieren. Die ungenutzte urbane Fläche wird in produktive Farmen umgewandelt. Auf jegliche Art von Pestiziden und gentechnisch verändertes Saatgut wird verzichtet. Somit wird die Umwelt durch den Wegfall von langen Kühlketten und Transportwegen geschont. Die Geschäftsführer und Gründer Ema Paulin und Leandro Vergani bauen seit der Eröffnung im März 2017 Babygrünkohl und zwei verschiedene Salatsorten an; den Salanova Oak und den Salanova-Butter-Salat. Die Gäste finden sich im innovativen und designten Umfeld und können gesundes Essen genießen oder direkt mitnehmen.

www.good-bank.de

Scalaria: Eventresort in St. Wolfgang

Alles ist möglich. Es gibt keinen Kundenwunsch, den »scalaria« nicht
umsetzt.

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Seit 1951 ist das ehemalige »Schloss am Wolfgangsee« im Besitz des Gastbergers. Ganz nach dem Motto »Man kann nur eine Sache gut machen« wurde 1998 der klassische Hotelbetrieb geschlossen, er ist seither ausschließlich als Eventhotel buchbar. »Überraschen, begeistern, verblüffen!« – mit diesem Anspruch erschafft »scalaria« meisterliche Eventinszenierungen mit individuell nutzbaren Erlebniswelten. Das »DO-X teatro« mit einer Nutzfläche von 1416 Quadratmetern und zwei integrierten fliegenden Bühnen und das Theaterrestaurant »Circus Circus« mit einer Premium-Live-Showküche sind Spielwiesen für geballte Emotionen. Zwischen 250 und 1200 Gäste zählen die Events. Ein wesentlicher Faktor des Erfolgs macht die Küchenphilosophie unter der Federführung von Daniel Gschwandtner aus. Trotz der Größe der Events ist das oberste Credo, die Produkte von lokalen Produzenten zu beziehen.

www.scalaria.com

Thirtyfive: Eventlocation in Wien

Die längste Tafel: Das »ThirtyFive« in Wien punktet mit Einzigartigkeit.

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Die längste Tafel der Stadt, 360-Grad-Panorama-Aussicht, hochwertige Designmöbel und aufwendige Licht- und Videotechnik sichern dem »ThirtyFive« im 35. Stock der Twin Towers einen sicheren Platz als eine der besten Eventlocations in Österreichs Hauptstadt. »Das Rundumpaket, bei dem von der Planung bis zur Umsetzung alles in unserer Hand liegt, wird am liebsten gebucht«, so Geschäftsführer Christian Marko. Shuttleservices sind dabei inklusive. Für ihn war es von Beginn an klar, dass sich die Location ausschließlich als Eventlocation eignet und nicht für ein klassisches Restaurant. Die knapp 100 Buchungen pro Jahr sprechen für die 600 Quadratmeter multifunktionale Veranstaltungsfläche, die für zwei bis 200 Personen ideal für Businessevents und private Feiern ist.

www.thirtyfive.at


Artikel aus Falstaff Karriere 03/17.

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