(v.l.n.r.) Harald Scholl (Autor und Food-Journalist), Stefan Stamboulidis (Sommelier Weinbar »Walter & Benjamin«, München), Sabine Opitz (IHK Sommeliere), Martin Zieglmeier (Dozent IHK Akademie) , Astrid Zieglmeier (Fachbereichsleiterin IHK Akademie M
(v.l.n.r.) Harald Scholl (Autor und Food-Journalist), Stefan Stamboulidis (Sommelier Weinbar »Walter & Benjamin«, München), Sabine Opitz (IHK Sommeliere), Martin Zieglmeier (Dozent IHK Akademie) , Astrid Zieglmeier (Fachbereichsleiterin IHK Akademie M

Ein gutes Kürbiskernöl ist relativ einfach zu erkennen: Es riecht betont nussig, ist tiefdunkelgrün und dickflüssig. Ist das Öl wässrig und zerfließt schnell, handelt es sich wahrscheinlich um minderwertige oder gestreckte Ware. Gutes Kürbiskernöl schmeckt nie ranzig oder fettig, auch ein deutlich bitterer Nachgeschmack ist ein Zeichen für mindere Qualität. Die Versuchung, das edle Öl zu panschen, ist leider relativ groß – denn Kürbiskernöl ist teuer. Rund dreißig Kürbisse oder 2,5 bis 3 Kilogramm Kerne stecken in einem Liter Öl, die Ernte erfolgt in aufwendiger Handarbeit. Die Preise für die getesteten Kürbiskernöle lagen dann auch zwischen 24 und 89,90 Euro pro Kilo. Bei günstigeren Angeboten sollte man vorsichtig sein – der Anfangsverdacht auf gestreckte Ware liegt nahe.

Varietät: Der steirische Ölkürbis
Eine einzigartige Varietät des Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca) sorgt in der Steiermark für die besondere Qualität des tiefdunkelgrünen Öls, die EU-Bezeichnung »g.g.A.« (»geschützte geografische Angabe«) garantiert hundertprozentige Reinheit und höchsten Standard in Sachen Aroma und Inhaltsstoffe. Denn die steirischen Ölkürbisse werden inzwischen auch im Burgenland, in Slowenien, Ungarn, Russland und sogar in China angebaut. Um beim Einkauf nicht übers Ohr gehauen zu werden, sollte man unbedingt auf das EU-Siegel und die grünweiße Banderole der geprüften Erzeuger achten. Nach Untersuchungen der Verbraucherschutzorganisationen funktionieren die Qualitätssicherungen und -siegel der Verbände und garantieren verlässliche Qualitäten.

Guter Qualitätsstandard
Das zeigte sich auch in unserem Test: Von den fünfzehn geprüften Kürbiskernölen fiel nur eines durch einen unangenehmen, ranzigen Geschmack auf. Dieses Produkt wurde nicht bewertet. Aber auch unter den durchweg zertifizierten Ölen gab es klar schmeckbare Unterschiede, die zur Überraschung der Tester nichts mit dem Preis zu tun hatten. Das Siegeröl lag mit einem Durchschnittspreis von 47,96 Euro pro Kilo im mittleren Preissegment. Verkostet wurde blind, die Kürbiskernöle wurden pur und mit Weißbrot probiert und zu Flights von jeweils drei Proben zusammengestellt. 

Bewertet wurde nach drei Kriterien:

  • Aussehen und Farbe
  • Geruch und Geschmack
  • Konsistenz und Mundgefühl

Die maximale erreichbare Punktzahl war 100. Der Testsieger »Rapunzel Kürbiskernöl« führt eine Dreiergruppe mit 95 Punkten an. Hier entschieden Zehntelpunkte über die Plätze. Bei gleicher Bewertung entschieden die Nachkommastellen über die Reihung.

Text von Harald Scholl
Fotos von Michael Wilfling
Aus Falstaff Deutschland 01/16

 

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