Die chinesische Mittelschicht entdeckt das Weintrinken
Die chinesische Mittelschicht entdeckt das Weintrinken / Foto: Getty Images

Die Exporte der amerikanischen Weinindustrie gingen 2009 weltweit um 9,5 Prozent auf 912 Millionen US-Dollar zurück. Einer der wenigen Wachstumsmärkte für die US-Winzer ist China: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Konsum von US-Weinen in China und Hongkong vervierfacht, 2009 waren es laut der britischen Consultingfirma International Wine and Spirit Research 6,26 Millionen Liter.

Das hat offenbar bei chinesischen Investoren Begehrlichkeiten geweckt: Laut einem Bericht von »USA Today« sind einige im kalifornischen Napa Valley auf der Suche nach Weinbergsflächen oder auch Weingütern. So hat vor Kurzem eine chinesische Investorengruppe für sechs Millionen US-Dollar das Weingut Silenus Vintners erworben. Örtliche Immobilienmakler und Investment-Banker sehen darin den Beginn eines Trends.

Der Bordelaiser Premier Cru Château Lafite-Rothschild setzt ebenfalls verstärkt auf den chinesischen Markt. Die Ankündigung, die Flaschen des Grand Vin 2008 mit dem Glück verheißenden chinesischen Zeichen für die Zahl 8 zu versehen, ließ den Preis in China über Nacht um 20 Prozent steigen. Die Kiste kostet dort jetzt 16.000 US-Dollar (rund 11.500 Euro). Inzwischen wird darüber spekuliert, dass Château Mouton-Rothschild für das Artist-Label des Jahrgangs 2008 möglicherweise einen chinesischen Künstler ausgesucht haben könnte.

aus Falstaff Nr. 8/2010