Icons: Jack Daniel's

© Brown Forman/Jack Daniel's

© Brown Forman/Jack Daniel's

Auch wenn man kein Whiskeytrinker ist, diese Flasche kennt wohl so ziemlich jeder – quadratisch, mit schwarzem Etikett, auf dem groß der Name des Gründers der Marke prangt: Jack Daniel. Kaum eine Whiskey-Marke hat einen solchen Kultstatus wie Jack Daniel’s. In Filmen und in der Literatur steht sie meist für harte Typen, Biker oder Poker spielende Outlaws. Und jeder kann wohl eine Geschichte aus dem persönlichen Barleben erzählen, in der der »Sippin’ Whiskey« aus Tennessee eine Rolle spielte. Dabei geht der weltweite Erfolg der Destillerie weit in das Amerika des 19. Jahrhunderts zurück.

Jack Daniel wurde 1846 im heutigen Tennessee geboren. Bereits vor dem Sezessionskrieg der 1860er-Jahre war der als »Boy Distiller« überregional bekannte Jack fleißig im Verkauf seiner Produkte. 1866 ließ er seine Brennerei in Lynchburg, Tennessee, als Erste offiziell registrieren. Jack war zwar wegen seiner geringen Körpergröße von 158 Zentimetern keine allzu imposante Erscheinung, vielleicht versuchte er aber gerade deshalb, stets gut gekleidet wie ein Südstaaten-Gentleman aufzutreten.

Jack Daniel  eröffnete 1866 seine erste  Destillerie.

Jack Daniel eröffnete 1866 seine erste Destillerie.

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Jack verstand es glänzend, sich und seinen Whiskey in Szene zu setzen – damit war er wohl ein Vorreiter des modernen Marketings. Ab 1892 ließ er gar die von ihm gegründete »Jack Daniel’s Original Silver Cornet Band« bei Veranstaltungen aufspielen, um gute Stimmung zu erzeugen. Jack hatte keine Kinder und übergab sein Lebenswerk 1907 an seinen Neffen Lem Motlow, der schon lange bei ihm beschäftigt gewesen war.

Bis heute befindet sich die »Jack Daniel’s«-Destillerie in Lynchburg, Tennessee, und steht Besuchern offen.

Bis heute befindet sich die »Jack Daniel’s«-Destillerie in Lynchburg, Tennessee, und steht Besuchern offen.

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1911 starb Jack Daniel an einer Blutvergiftung, die er nach einer Zehenverletzung bekommen hatte. Der Legende nach zog er sich die Verletzung zu, als er vor Wut gegen seinen Safe getreten hatte, weil dieser sich nicht öffnen ließ.

Nur neun Jahre nach seinem Tod wäre beinahe alles vorbei gewesen. Die nationale Prohibition zwang 1920 alle Brenner aus dem Geschäft, auch Motlow musste die Brennerei schließen. Erst nach der Aufhebung des Alkoholverbots 1933 konnte wieder produziert werden. Bis 1956 blieb die Brennerei im Familienbesitz der Motlows, ehe sie an den heutigen Besitzer, die amerikanische »Brown-Forman Group«, ging. 

Die Legende lebt weiter

Besonders in der Aufbruchszeit nach dem Zweiten Weltkrieg verstand es Jack Daniel’s, ein modernes Lebensgefühl zu vermitteln. Da der Whiskey sowohl für den puren Genuss als auch für Longdrinks und Cocktails gut funktioniert, erfreute er sich schon bald großer Beliebtheit in weiten Kundenschichten.

Trotzdem wird stets auch die Tradition der Marke betont und das Flair des Whiskey-Handwerks der amerikanischen Südstaaten gekonnt vermittelt. In diesem Spannungsfeld zwischen moderner Trinkkultur und dem Bild der gemütlichen amerikanischen Provinz konnte Jack Daniel’s zur größten Whiskeymarke der Welt wachsen.

Lange schon ist »JD« Kult. Merchandise-Produkte, wie zum Beispiel T-Shirts mit dem Label als Aufdruck, werden beinahe auf der ganzen Welt getragen. »Jack Daniel’s ist der erklärte Lieblingswhiskey vieler Stars«, erklärt Gerhard Wanderer, Besitzer der renommierten »Nightfly’s American Bar« in Wien. »Unser Stammgast Falco hatte den ›JD Green Label‹ zu seinem Lieblingsdrink erkoren, und auch von Frank Sinatra ist die Vorliebe für Whiskey aus Tennessee bekannt«, erzählt Wanderer, »wir spielen viel Musik von Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. und haben den ›Rat Pack Manhattan‹ als Signature-Drink mit Jack Daniel’s kreiert.« In der Festspielstadt Salzburg stehen besonders die Single-Barrel-Varianten hoch im Kurs, wie Andreas Portz, Barkeeper im »Little Grain« konstatiert: »Als Variante eines American Whiskeys eignet sich der ›Silver Select‹ als vollmundiger Vertreter.«

Der Whiskey reift in  Fässern aus amerikanischer Weißeiche.

Der Whiskey reift in Fässern aus amerikanischer Weißeiche.

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Eigentlich verwendet Jack Daniel’s nur ein Whiskeyrezept. Die Kunst ist es, aus diesem verschiedene Produkte entstehen zu lassen.

Hier kommt der Lagerung ein besonderer Stellenwert zu: Es sind stets Fässer aus amerikanischer Weißeiche. Lagerdauer, -ort und auch die Alkoholstärke variieren je nach Abfüllung und versetzen den Master Blender in die Lage, verschiedene Geschmacksnuancen herauszuarbeiten. 

Jack Daniel’s kommt ohne Altersangabe auf seinen Flaschen aus. Allerdings hält sich Jack Daniel’s an die Definition eines »Straight Whiskey«, die in Bezug auf die Lagerung besagt, dass der Brand mindestens zwei Jahre gelagert sein muss. Bei einem Alter unter vier Jahren wäre eine Altersangabe verpflichtend, deshalb kann man bei »Jack Daniel’s« von einer Mindestlagerung von vier Jahren ausgehen. 

Master Distiller Jeff Arnett bringt die Philosophie so auf den Punkt: »We bottle by taste, not by age.« 

Kein Bourbon

Jack-Daniel’s-Whiskey ist nicht nur als Marke eine Ikone, er stellt auch den wichtigsten Vertreter einer eigenen Kategorie unter den amerikanischen Whiskeyarten dar: Tennessee-Whiskey. Sehr oft wird dieser mit Bourbon gleichgesetzt oder verwechselt. Bourbon darf in den gesamten USA produziert werden, auch wenn Kentucky über 95 Prozent der Produktion bestreitet. Tennessee-Whiskey wird hingegen nur im namensgebenden Bundesstaat destilliert. Eigentlich hat Tennessee noch immer eine strenge Alkohol-Gesetzgebung. Auch nach der Aufhebung der nationalen Prohibition 1933 wurde hier zunächst kein Alkohol produziert, später wurden Ausnahmen in drei Bezirken erlassen, was Jack Daniel’s ab 1938 wieder die Produktion in der Heimat ermöglichte.

© Alvaro Galindo/nuestrovento.ci

Der Hauptunterschied zwischen Tennessee-Whiskey und Bourbon-Whiskey ist nicht das Verhältnis in der Getreidemischung – beide Typen müssen mindestens 51 Prozent Mais aufweisen –, sondern die Filtration des frischen Destillats durch eine meterdicke Schicht von Ahorn-Holzkohle. Dieses »Lincoln-County-Prozess« genannte Verfahren reinigt den Spirit und trägt zur Weichheit des Tennessee-Whiskey bei. Anschließend erfolgt die Lagerung in neuen, ausgekohlten Weißeichenfässern.

Etwa 90 Millionen Liter Whiskey produziert »Jack Daniel’s« im Jahr.

Etwa 90 Millionen Liter Whiskey produziert »Jack Daniel’s« im Jahr.

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Unter den verschiedenen Jack-Daniel’s-Abfüllungen findet sich für alle Gelegenheiten und Einsatzgebiete pur oder gemixt der richtige Whiskey. 

Diese Stärke ist es auch, die Jack Daniel’s legendär und groß gemacht hat.

Jack Daniel's Abfüllungen

Old No. 7/Black Label 
Das Original-Rezept von Jack Daniel.

Gentleman Jack
Diese Premium-Version wird zweimal gefiltert.

Single Barrel
Einzelfassabfüllung.

Green Label
Leichtere Version des Old No. 7, ist vorwiegend in den USA erhältlich.

Silver Select 
Einzelfassabfüllung besonderer Fässer mit traditionellem Alkoholgehalt von Whiskey. 

Sinatra Select
Abfüllung zu Ehren des größten Jack- Daniel’s-Fans: Frank Sinatra.

Single Barrel Barrel Proof
Nicht alkoholreduzierte Einzelfass-Abfüllung, variiert im Alkohol (62,5–70 Vol.-%).

Single Barrel Ry
Der erste Rye Whiskey von Jack Daniel’s wurde 2016 eingeführt.

Tennessee Honey
Likör mit etwa 20 Prozent Whiskey.

Tennessee Fire
Zimtlikör mit etwa 20 Prozent Whiskey.

Winter Jack
Likör auf Whiskeybasis mit Apfelcider und winterlichen Gewürzen.

Aus Falstaff Magazin Nr. 04/2017

MEHR ENTDECKEN

  • Destillerie
    Jack Daniel's
    37352 Lynchburg
    USA
  • 10.11.2016
    Top 10 der Whisky Irrtümer
    Whisk(e)y ist zwar sehr populär und wahrhaft in aller Munde, dennoch halten sich einige Vorurteile über das Lebenswasser hartnäckig.

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