Das Restaurant nahe dem Deutschen Museum in der Au ist klein, lebhaft und ein wenig unkonventionell. Küchenchef Andy Schweiger bezeichnet es auch als Showroom (»Kochkurse und Events auf Anfrage«) und fragt parallel zum kleinen, in der Pfanne servierten Flammkuchen nach etwaigen Unverträglichkeiten oder Abneigungen. Der Gast kann wählen zwischen drei (65 Euro) und neun Gängen (123 Euro) plus gangweiser Weinbegleitung, falls gewünscht. Der Rest bleibt eine Überraschung. Das Amuse-­Bouche – Thunfisch als Tatar und ­Sashimi mit scharf gewürzten Karottenstreifen, Mu-Err-Pilzen, Meerrettichschaum und Mangowürfelchen – ist ein vielversprechender Auftakt, den das Viererlei vom Kalb (Vitello tonnato, Kalbstatar im Burger, Wiener Schnitzel in Kugelform mit Kartoffelwürfel und Liebstöckl sowie ein Törtchen vom Kalbskopf mit Olive und Rote Bete) amüsant fortsetzt. Der kross auf der Haut gebratene Zander hat es hingegen schwer, sich gegen die Leberwurstgraupen durchzusetzen, zumal sich noch ein intensives Zitronenkonfit und eine Peperonata einmischen. Nach einem Erdbeersorbet beeindruckt das bei Niedrigtemperatur gegarte Rinderfilet im Tramezzinimantel mit geschmorter Ochsenbacke auf Rosenkohlgemüse mit Karotten- und Selleriepüree mehr durch ausgezeichnete Qualität denn durch Einfallsreichtum. Gleiches gilt für die süße Variation mit Piña Colada, Mokka-Schoko-Mousse-Törtchen, Kokossorbet und Millefeuille von Banane und Karamell. Die Weinkarte bietet sowohl bei Rot wie bei Weiß sehr gute Tropfen – vorwiegend aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich, aber auch kleine Überraschungen wie etwa den 2009er Jufark (eine ungarische Traube) von Meinklang aus dem Burgenland. Der Service ist erfrischend fröhlich, aufmerksam und kompetent. (MT)

1 Gabel. Falstaff
1 Gabel. Falstaff
Bewertung
Essen 42 von 50
Service 16 von 20                           
Weinkarte 15 von 20
Ambiente 7 von 10 
GESAMT 80 von 100


Schweiger2
Lilienstraße 6
81669 München
T: +49/(0)89/44 42 90 82
Mo.–Fr. 18–1 Uhr
Keine Kreditkarten
www.schweiger2.de


aus Falstaff 02/11

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