Fünf französische Rebsorten, die man kennen sollte

 Weniger bekannte französische Rebsorten haben einiges zu bieten.

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 Weniger bekannte französische Rebsorten haben einiges zu bieten.

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http://www.falstaff.de/nd/fuenf-franzoesische-rebsorten-die-man-kennen-sollte/ Fünf französische Rebsorten, die man kennen sollte Frankreichs Weinruhm hat internationale Superstars vieler Sorten hervorgebracht. Aber für jeden Pinot Noir oder Cabernet Sauvignon gibt es eine weniger bekannte, faszinierende Traube, die Sie Frankreich noch mehr lieben lehren wird. http://www.falstaff.de/fileadmin/_processed_/d/e/csm_french-grapes_814fcd297a.jpg

1. Counoise

Jeder kennt die großzügigen, wärmenden, würzigen Rotweine der Côtes du Rhône, aber wie viele der 15 zugelassenen roten Rebsorten dieser Region können Sie nennen? Grenache, Syrah und Mourvèdre mögen im Rampenlicht stehen, aber sie werden von einer großen Anzahl interessanter Charaktere unterstützt, von denen Counoise zu den bemerkenswertesten gehört.

Mit moderatem Alkohol und Tanninen eignet sich Counoise nicht gerade für Blockbuster-Stile. Aber seine attraktive Frucht, lebhafte Säure und pfeffrige Würze wirken als erfrischendes Gegengewicht zu den oft ziemlich kräftigen Sternen dieser sonnenverwöhnten Region.

An der Rhône hindern die Appellationsgesetze Counoise daran, eine Solo-Performance zu bieten, obwohl sie oft bis zu 10% des Verschnitts bei den Spitzenproduzenten von Châteauneuf-du-Pape und Château de Beaucastel ausmacht. Der beste Ort, um die Counoise kennenzulernen, ist vorerst Kalifornien ­­– dort wird von mehreren abenteuerlustigen Winzern sortenreine Counoise hergestellt. Die Präsenz hier ist größtenteils der experimentellen Anpflanzung zu verdanken, die vom Weingut »Tablas Creek« in Paso Robles entwickelt wurde, das enge Verbindungen zu »Beaucastel« hat.


2. Mondeuse

Die Alpentäler der französischen Region Savoyen beherbergen mehrere interessante Sorten, die es wert sind, sich mal über die Grenzen eines Skiurlaubs hinauszubewegen. Ein Name, bei dem man hellhörig werden sollte, ist Mondeuse. Im 19. Jahrhundert von der Reblaus fast ausgelöscht und für einen Großteil des 20. Jahrhunderts zutiefst aus der Mode gekommen, hat Mondeuse im 21. Jahrhundert eine kleine Renaissane erfahren – mit rund 240 Hektar, die jetzt allein in Savoyen damit bepflanzt sind.

Mondeuse ist eng mit Syrah verwandt und teilt die dunkle Farbe sowie den pfeffrigen Charakter der berühmteren Schwester. Die intensive Säure sorgt nicht nur für einen lebendigen Gaumen, sondern erweist sich auch bei der Sektherstellung als nützlich. Die Sorte findet sich auch oft in einer Cuvée mit Pinot Noir und Gamay, manchmal auch als Rosé. Die besten Mondeuse sind jedoch ausnahmslos sortenreine Rotweine.

Vor allem die Domaine »Prieuré St. Christophe« übernahm eine Vorreiterrolle bei der Bewahrung von Mondeuse und gilt immer noch als einer der verführerischsten und unverwechselbarsten Ausdrucksformen dieser Traube. Andere Savoyer Stars sind »Domaine de l’Idylle« und »Denis & Didier Berthollier«.


3. Tibouren

Der provenzalische Rosé hat Weinliebhaber erfolgreich mit seinem blassen Charme verführt. Einfach der perfekte Begleiter, um auf dem glitzernden Mittelmeer zu schweben – oder zumindest davon zu träumen. Ein Großteil dieser typischen Sommererfrischung wird aus Grenache und Cinsault gewonnen, aber wenn Sie mal Lust auf eine neue rosarote Brille haben, halten Sie am besten Ausschau nach Tibouren.

Es wird angenommen, dass diese alte Sorte von Julius Cäsar in der Provence kultiviert wurde, wobei ihr Name sich am berühmten Fluss Roms, dem Tiber, orientiert. Nur wenige andere Sorten fangen den erdigen, kräuterigen Duft der lokalen Garrigue so lebhaft mit einem so ausdrucksstarken, blumigen Charme ein. Rosé mag die moderne Erfolgsgeschichte der Region sein, aber das Talent des Tibouren erstreckt sich auch auf ebenso charismatische Rotweine.

Das heutige Überleben von Tibouren ist fast ausschließlich »Clos Cibonne« zu verdanken, einem 24 Hektar großen Anwesen in den Küstenhügeln oberhalb von Toulon. Von der Reblaus verwüstet und anfällig für Krankheiten, ging Tibouren in den 1930er Jahren fast verloren, bis das Weingut sich der Sorte annahm. Das frische, alterungswürdige Rosé und Rot zeigt, warum sich das gelohnt hat.


4. Roussette

Ein weiterer Alpenstar, der es verdient, weit über das alljährliche Fonduegelage hinaus gewürdigt zu werden. Die auch als »Altesse« bekannte Roussette wird leicht mit der produktiveren Rhône-Sorte Roussanne verwechselt, die ebenfalls in dieser Ecke Südostfrankreichs vertreten ist – obwohl sie eher den lokalen Namen »Bergeron« trägt. Wenn Sie diese verwirrende Nomenklatur entwirren können, erwartet Sie dafür ein lohnendes Glas Wein.

Roussette fängt den gleichen reinen, luftigen Bergcharakter ein, der in so vielen anderen alpinen Sorten zu finden ist, ist aber auch in der Lage, über den Aperitif-Slot hinaus zu gehaltvolleren, komplexeren Weinen überzugehen. Die opulentesten Ausdrucksformen, die nach Blüten, kandierten Früchten und Nüssen duften, können oft die Reifung im Eichenfass vertragen und bequem ein Jahrzehnt lang altern.

Die Heimat der Roussette in Jura und Savoyen ist von kleinen Produzenten bevölkert, von denen viele ihre gesamte Produktion nur lokal verkaufen. Zu den ehrgeizigeren Winzern, auf die man achten sollte, gehören »Franck Peillot« und »Roussette de Savoie« in höchster Qualität von »Domaine Saint-Germain« und »Domaine Dupasquier«.


5. Melon de Bourgogne

Diese ziemlich seltsam klingende Sorte kommt Ihnen vielleicht nicht bekannt vor oder wächst, wie der Name schon sagt, eben irgendwo in Burgund, aber es besteht eine gute Chance, dass Sie sie bereits getrunken haben, ganz ohne es zu bemerken. Denn dies ist die Traube, die hinter dem perfekten, aber oft unterschätzten Meeresfrüchte-Match Muscadet steckt.

Diese kühle, feuchte Region rund um die Stadt Nantes, wo sich die Loire darauf vorbereitet, in den Atlantik zu münden, hat sich als ideal für Melon de Bourgogne erwiesen. Während andere Sorten verrotten oder einfach nicht reifen können, kann Melon de Bourgogne großzügige Erträge mit einer sanfteren Säure erzielen, als man es in einem so nördlichen Breitengrad erwarten würde. In der Tat beschädigte diese Großzügigkeit letztendlich seinen Ruf und den von Muscadet mit einem Meer von neutralen, eher langweiligen Weinen. Jetzt ist es allerrdings an der Zeit, noch einmal hinzuschauen.

Melon de Bourgogne mag keine besonders kühne eigene Persönlichkeit aufweisen, kann aber, vorausgesetzt, die Erträge werden niedrig gehalten, eine perfekte Leinwand für Terroir und interessante Hefeeinflüsse bieten. Die Beispiele von Hervé und Nicolas Choblet auf der »Domaine du Haut Bourg«, von denen einige neun Jahre auf der Hefe reifen, zeigen, wie ernsthaft Muscadet sein kann. Ein anderer Choblet, Jerome, ist ein weniger extremer Fahnenträger für diese herrlich salzigen, trinkbaren Weine. Jetzt nur noch Austern hinzufügen.


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