Franco Adami: Optimismus und positives Denken

Franco Adami (l.)

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Falstaff: Franco, wie geht es Dir?  
Franco Adami:
Uns geht es allen gut, danke der Nachfrage. Auch all unsere Mitarbeiter sind wohlauf. Hier auf dem Land sind die Dörfer spärlich besiedelt, es gibt nur wenige Krankheitsfälle. Die Wirtschaft steht still, alles ist geschlossen, bis auf den Supermarkt.

Wie schaut der persönliche Alltag aus?
Man empfindet eine Grundspannung, der man nicht Herr wird. Normalerweise ist es so: Du hast ein Problem und findest dazu eine Lösung. Derzeit ist es so, dass wir einfach nur zuwarten und nicht wissen, wie sich alles entwickeln wird. Keiner weiß wie lange es dauert. Ich versuche dennoch täglich im Betrieb zu sein und meinen Arbeitstag so gut es geht »normal« zu verbringen.

Wie schaut es auf den Märkten aus? Gibt es Nachfrage?
Die Märkte kommen so langsam zum Stillstand. Online hingegen geht weiter. Nicht viel, aber immerhin etwas. Italien steht komplett still. 60 Prozent unseres Umsatzes machen wir im Ausland. Die letzte Lieferung sollte eigentlich nach Ecuador gehen und hängt nun im Zoll fest. Ein anderes Beispiel sind die USA: unsere Importeure dort hatten Angst, dass wir nicht mehr liefern können. Zum Glück haben sie reichlich vorbestellt und eingekauft. Mittlerweilen ist es umgekehrt: wir haben Angst, dass sie nicht mehr bestellen. In Deutschland und der Schweiz ist die Situation ähnlich wie in Italien. Man muss auch keine Statistiken oder Zahlen verfolgen. Ein Blick in den Keller reicht: der Wein bleibt da.

Wie verlaufen die Arbeiten im Weinberg und im Keller? Gibt es da genügen Helfer?
Wir haben das ganze Jahr über Fixangestellte. Natürlich, die Ernte wird ein Knackpunkt für viele Winzer, wir haben zum Glück auch in der Erntezeit weitgehend nur einheimische Hilfskräfte. Ich gebe offen zu: wenn die Krise im Herbst ausgebrochen wäre, wären wir aufgeschmissen. Wenn ich sehe wie zur Zeit Spargel oder Erdbeeren reifen ohne richtig geerntet zu werden, bricht es mir das Herz. Die Kellerarbeiten haben wir zurzeit stillgelegt, das kann auch noch einen weiteren Monat so bleiben. Wir kühlen den Grundwein auf null Grad und versekten erst, sobald der Wein wieder gefragt ist. Das ist ein kleiner Vorteil beim Prosecco. Und: Wein ist haltbar!

Die steilen Lagen in Conegliano nennt man RIve.

Die steilen Lagen in Conegliano nennt man RIve.

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Bei Adami ist man gerne willkommen.

Bei Adami ist man gerne willkommen.

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Wie kann die Krise bewältigt werden?
Mit Optimismus und positivem Denken. Ausgebildete und spezialisierte Mediziner müssen uns eine Lösung bringen, ich kann da nicht mitreden. Wir versuchen positiv zu bleiben und in Monatsschritten zu denken: wie viel Zwölftel verliere ich? Ein, zwei, drei Zwölftel kann ich verkraften, aber spätestens im Mai werden wir agieren müssen. Alle Winzer aus Italien werden sich etwas einfallen lassen müssen, wie sie die Situation und die Produktion im Weinberg ansetzen. Hierzu gibt es verschiedene Hilfsmittel: Grünlese zum Beispiel, oder Ertragsreduzierung. Dafür gibt es auch Beiträge von der EU.

Gibt es in dieser Krise auch positive Seiten?
Ja, eine herrliche Stille. Man kann sich besser mit der Natur verbinden. Ich glaube wir werden nach Corona anders an die frische Luft gehen. Man denkt viel nach. Über die Sinnlosigkeit gewisser Dinge. Vieles, das wichtig schien, ist jetzt passé. Man hängt sich an die wahren Werte im Leben. Privat wie in der Kommunikation. Ich nehme zurzeit eine innigere zwischenmenschliche Verbindung wahr.

Viele sind jetzt zu Hause und entdecken die Schätze im Keller. Welcher Wein, den Du letzthin geöffnet hast, hat Dich begeistert?
Am 14. März bin ich 60 Jahre alt geworden. Geplant war eine kleine Feier mit engen Freunden. Daraus wurde nichts. Ich habe mit meinen beiden Söhnen und meiner Frau (sie kocht hervorragend!) zu Hause mittags gefeiert. Dazu haben wir sechs Flaschen geöffnet. Am meisten begeistert hat mich da ein Schaumwein aus Oregon: der Argyle 2007. Chardonnay, zehn Jahre auf der Feinhefe gereift. Umwerfend gut. Ich liebe generell die Weine aus Oregon, vor allem die Pinot Noirs. Die Produzenten dort haben keine lange Tradition, aber einen eigenen Stil. Sie geben sich sehr viel Mühe. Das gefällt mir!

adamispumanti.it

 

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