Die Jury (v.l.n.r.) Astrid Zieglmeier, Leiterin IHK-Akademie Abteilung Gastronomie; Martin Zieglmeier, Dozent IHK-Akademie; Nico Romano, Gastronom; Rozsika Farkas, Falstaff-Autorin; Giorgio Cherubini, Gastronom; Guerino Ruzzi, Weinhändler
Die Jury (v.l.n.r.) Astrid Zieglmeier, Leiterin IHK-Akademie Abteilung Gastronomie; Martin Zieglmeier, Dozent IHK-Akademie; Nico Romano, Gastronom; Rozsika Farkas, Falstaff-Autorin; Giorgio Cherubini, Gastronom; Guerino Ruzzi, Weinhändler

Dass Historiker um ihren Ursprung streiten und unterschiedlichste Länder ihre Erfindung für sich reklamieren, dass sie für ein ganzes Filmgenre, ach was, für ein komplettes Land steht – all das zeugt von der Popularität der schlichten Nudel. Dabei hat das Schnürchen, wie der Spaghetto wörtlich zu übersetzen wäre, seine Tücken – nicht nur wenn es einem wie im Loriot-Sketch unversehens an der Backe kleben bleibt.

Wirklich gute Spaghetti haben eine raue, poröse Oberfläche, die bewirkt, dass die ­Nudeln aneinanderhaften und die Sauce gut hält. Die ideale Konsistenz erzielen Manufakturen seit jeher mit Bronzeformen, durch deren Düsen der Teig gepresst wird. Diese Geräte, die im Zuge der industriellen Massenproduktion fast in Vergessenheit gerieten, haben ein Comeback gefeiert. Sogar die Hausmarke einer deutschen Handelskette setzt auf diese Technik – und erreicht im Test damit einen sehr achtbaren fünften Platz. ­Gewaltig sind die Unterschiede im Preis: von 98 Cent pro Kilo für die Rewe-Hausmarke »Ja!« bis zur 14-mal so teuren Pasta einer süd­italienischen Manufaktur. Ganz unbegründet ist das nicht – die vier teuersten Spaghetti besetzen auch die vorderen vier Plätze. Als Spaghetti definiert sind lange Nudeln mit einer Länge von einem Viertelmeter, einem Durchmesser von ein bis zwei Millimeter, gemacht aus Hartweizengrieß. Mit Zutaten wie Spinat gefärbte Pasta oder Vollkornnudeln haben wir nicht getestet. Interessehalber haben wir aber, weil sie in unseren Supermärkten stark vertreten sind, zwei Beispiele mit Ei probiert. Sie landeten, weil es ihnen an Biss fehlte, abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

In der Küche des »Bibulus« in München wurde die Pasta, eine nach der anderen, perfekt auf den Punkt gegart. Wir probierten jede zuerst pur und anschließend, um die Saucengriffigkeit zu prüfen, mit einer zurückhaltend gewürzten Tomatensauce.

>>> Zum Ergebnis des Falstaff-Spaghetti-Testes


Anmerkung: Es wurden 18 verschiedene Produkte verkostet, nur die besten 12 schafften es in diese Wertung. Es gibt keine Ex-equo-Platzierungen, da bei der Reihung Nachkommastellen berücksichtigt wurden. Die Preise wurden auf Kilo-Preise umgerechnet.

Text von Rozsika Farkas aus Falstaff Deutschland 08/14

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