Falstaff Rotweinguide Österreich 2018: Alle Sieger

Alle Sieger der diesjährigen Gala.

© Falstaff / APA-Fotoservice Schedl

Alle Sieger der diesjährigen Gala.

© Falstaff / APA-Fotoservice Schedl

Hunderte Rotweinfans pilgerten am 27. November in die Wiener Hofburg, wo sich im Rahmen der Rotweingala 2017 die österreichische Rotwein-Elite ein Stelldichein gab. Das Highlight der 38. Rotwein-Prämierung war zweifelsohne die Kür der drei Falstaff-Sieger. Platz eins geht in diesem Jahr an das Weingut Anita und Hans Nittnaus aus Gols im Burgenland. John Nittnaus ist ein Vordenker unter den österreichischen Rotweinwinzern. Mit seinem Leithaberg DAC Gritschenberg Jois 2015 versah ihn die Jury mit der Bestwertung. Auf Platz zwei findet sich das Weingut Gerhard Markowitsch aus Göttlesbrunn in Niederösterreich – ebenfalls kein Unbekannter auf dem Siegertreppchen bei der Falstaff-Rotweingala – mit dem Ried Rosenberg 2015. Das Sieger-Trio komplett macht das Weingut Niki Windisch aus Groß-Engersdorf in Niederösterreich, der mit seinem Blaufränkisch Ried Leithen 2015 Platz 3 in der Gesamtwertung belegt.

  1. Platz: Leithaberg DAC Gritschenberg Jois 2015, Weingut Anita und Hans Nittnaus, Gols – Neusiedlersee
  2. Platz: Ried Rosenberg 2015, Weingut Gerhard Markowitsch, Göttlesbrunn – Carnuntum
  3. Platz: Blaufränkisch Ried Leithen 2015, Weingut Niki Windisch, Groß-Engersdorf – Weinviertel

Der Jahrgang

Mit dem Jahrgang 2015 können die österreichischen Winzer Grund zur Freude haben, gilt er doch als toller Rotweinjahrgang. Vor allem bei den Traubensorten Blaufränkisch, Zweigelt, St. Laurent und Pinot Noir kündigen sich große Weine an.

Aber es war alles andere als ein Bilderbuchjahr, und so richtig aufatmen konnten Österreichs Winzer erst nach dem Ernteabschluss. 2015 erbrachte nämlich nicht nur schöne Qualitäten, sondern auch sehr ordentliche Mengen. Nach dem sehr schwierigen Jahr 2014 sorgt nun der Jahrgang 2015 für frohe Gesichter in der Winzerschaft. Auf das schöne Frühjahr und die gute Blüte folgte ein Sommer, der für Überraschungen sorgte. Heiße Tage und Nächte waren Grund zu etwas Sorge, doch Mitte August gab es meist ausreichend Niederschlag. Die letzte Hitzeperiode Ende August verhalf den Reben zu sehr guter Reife, kühlere Nächte führten zu optimaler Aromaentwicklung. Ein guter Wetterverlauf im Herbst erlaubte eine entspannte Lese ohne Zeitdruck durch nahende Schlechtwetterfronten.

Die Siegerehrung in der Wiener Hofburg

Die Sortensieger

Die Falstaff-Weinexperten verkosteten in den vergangenen Wochen über 1.500 Weine. Die herausragendsten davon bewertete die Fachjury unter der Leitung von Falstaff Österreich Chefredakteur Peter Moser erneut. In diesem Finaldurchgang wurden aus den punkthöchsten Weinen die bereits erwähnten Falstaff-Sieger sowie die Falstaff-Sortensieger bestimmt:

  • Blauer Zweigelt 2015: Neusiedlersee DAC Reserve Ried Waldacker 2015, Weingut Kiss, Halbturn – Neusiedlersee
  • Cabernet Sauvignon 2015: The Cabernet Sauvignon 2015, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau – Neusiedlersee
  • Blaufränkisch 2015: Leithaberg DAC Gritschenberg Jois 2015, Weingut Anita und Hans Nittnaus, Gols – Neusiedlersee
  • Cuvée 2015: Ried Rosenberg 2015, Weingut Gerhard Markowitsch, Göttlesbrunn – Carnuntum
  • Merlot 2015: The Merlot 2015, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau – Neusiedlersee
  • St. Laurent 2015: St. Laurent Holzspur 2015, Weingut Johanneshof Reinisch, Tattendorf – Thermenregion
  • Pinot Noir 2015: Pinot Noir »P« 2015, Weinbau Karl Fritsch, Oberstockstall – Wagram
  • Syrah 2015: Syrah Alte Reben 2015, Weingut Ceel, Rust
Andi Kollwentz
Andi Kollwentz

© Achim Bieniek

Falstaff Reserve Trophy 2017

Vor 15 Jahren wurde im Rahmen der alljährlichen Falstaff-Rotweinprämierung mit der Reserve Trophy eine gesonderte Kategorie für Spitzenweine eingerichtet, die länger als andere im Fass und auf der Flasche ruhen dürfen, bevor sie in den Verkauf gelangen. In dieser Gruppe wurden Weine aus unterschiedlichen Rebsorten verkostet; bewertet werden neben der Qualität auch die Struktur und das Reifepotenzial dieser Produkte. So stehen Cuvées neben reinsortigen Weinen, und die Jury hatte in der blind gehaltenen Finalverkostung die Aufgabe, die Favoriten zu ermitteln. Der Hauptanteil der hier eingereichten Weine – die Gesamtzahl lag bei 169 Weinen – kam erwartungsgemäß aus den Jahrgängen 2014 und 2013. Besonderes Augenmerk verdienen auch hier die reinsortigen Blaufränkischweine, die mehr als die Hälfte der Finalrunde ausmachten.

Als Sieger geht in diesem Jahr der Großhöfleiner Spitzenwinzer Andi Kollwentz mit seinem reinsortigen Blaufränkisch 2013 aus der Ried Setz hervor. Und damit wiederholte sich der Erfolg aus dem Jahr 2013, als man mit dem Blaufränkisch Setz 2009 bereits einmal die Reserve Trophy gewinnen konnte. Bevor der Blaufränkisch aus der Ried Setz das Rotweinsortiment der Familie Kollwentz erweiterte, war Andi Kollwentz bereits mit seinem Blaufränkisch Ried Point aus den Jahrgängen 2003 und 2008 Gewinner der Reserve Trophy, ein unglaublicher Beweis für die große qualitative Konstanz des Winzers.

Die Sieger im Überblick
  1. Platz: Blaufränkisch Setz 2013, Weingut Kollwentz, Großhöflein – Leithaberg
  2. Platz (ex aequo):
    Blaufränkisch Eisner 2013, Weingut Toni Hartl, Reisenberg – Leithaberg
    Blaufränkisch V-MAX Grande Réserve 2013, Rotweine Lang, Neckenmarkt – Mittelburgenland
Die Grand-Prix-Sieger bei den jungen Rotweinen: Erich Scheiblhofer, Paul Achs, Silvia Heinrich.
Die Grand-Prix-Sieger bei den jungen Rotweinen: Erich Scheiblhofer, Paul Achs, Silvia Heinrich.

© Konrad Limbeck


Junge Rote im Rotwein Grand Prix 2017

Die durch die Spätfröste entstandenen Mengenausfälle des Jahrgangs 2016 spiegeln sich bereits in der Jungweinkategorie klar wider: Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend im kommenden Rotweinguide noch weiter verfestigen wird. Waren es mit 2015 noch 333 Jungweine, die in den drei Kategorien eingereicht worden sind, so waren es aus 2016 knapp weniger als 200, die als empfehlenswert in den aktuellen Guide aufgenommen werden konnten. Es ist wichtig zu betonen, dass es nicht an der Qualität der Weine liegt, sondern nur an deren Verfügbarkeit. Zum zweiten Mal werden daher auch aus 2016 drei Grand-Prix-Sieger ausgezeichnet. Die höchsten Punkte bei den roten Jungweinen erzielte Paul Achs mit seinem Zweigelt Alte Reben 2016.

Da die Kategorie Junge Rotweine im alltäglichen Konsum eine bedeutende Rolle spielt und sich der bisher durchgeführte Zweigelt Grand Prix am Markt sehr bewährt hat, war es nur naheliegend, diesen Bereich auf eine breitere Basis zu stellen. Das Angebot der Preis-Leistungs-Weine ist hier so groß wie in keinem anderen Bereich, hier bekommt man, speziell aus einem für Rotwein qualitativ durchaus vorteilhaften Jahrgang wie 2016, wirklich sehr viel für sein Geld geboten.

Die Grand Prix Sieger im Überblick
  • Rotwein Grand Prix 2017 und 1. Platz in der Kategorie Zweigelt 2016: Zweigelt Alte Reben 2016, Weingut Paul Achs, Gols – Neusiedlersee
  • 1. Platz in der Kategorie Blaufränkisch 2016: Blaufränkisch Classic 2016, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau – Neusiedlersee
  • 1. Platz in der Kategorie Cuvée 2016: Siglos 2016, Weingut J. Heinrich, Deutschkreutz – Mittelburgenland

Falstaff Rotweinguide 2018

In diesem Guide veröffentlicht die Falstaff-Redaktion unter Chefredakteur Peter Moser die besten Rotweine Österreichs. Über 1.500 Weine sind darin beschrieben und bewertet. Die Produkte mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis sind gesondert ausgezeichnet. Der Falstaff Rotweinguide ist ab sofort im Handel bzw. auf www.falstaff.at/guides zum Preis von 14,90 Euro (zzgl. Versandkosten) erhältlich.

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