Eröffnungstermin für »100/200« steht fest

Bringt mächtig Power ins »100/200«: einer der Gasbrenner von Thomas Imbuschs Molteni-Herd.

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Bringt mächtig Power ins »100/200«: einer der Gasbrenner von Thomas Imbuschs Molteni-Herd.

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Thomas Imbusch hat es spannend gemacht. Ursprünglich für den Frühling dieses Jahres geplant (Falstaff berichtete), hat er den Start seines lang erwarteten Restaurants »100/200« nach hinten verschoben. Nun steht der Eröffnungstermin fest: Vom 14. August an öffnet das »100/200« seine Türen fürs Publikum. Schon jetzt lässt sich online ein Ticket für einen der 40 Plätze im Restaurant kaufen. Falls Sie sich beim Lesen wundern – das ist wörtlich gemeint. Eine einfache Reservierung reicht nicht mehr aus, stattdessen bucht man, ähnlich wie für Konzerte oder Reisen, vorab eine Eintrittskarte. Sie deckt den Preis fürs Essen ab – Getränke werden zusätzlich berechnet.

»Mit dem Ticketsystem können wir zuverlässig planen, sprich, wir können einen Abend genau kalkulieren und vorbereiten«, sagt der 30 Jährige. Die Idee ist konsequent: Gerade inhabergeführte Restaurants ohne große Geldgeber im Hintergrund leiden unter Gästen, die zwar reservieren, aber nicht absagen, wenn sie doch nicht kommen. Um diese »No-Show«-Rate zu drücken, setzen Gastronomen mittlerweile vermehrt auf Ticketsysteme. Spontanbesuche sollen nach Auskunft von Imbusch trotzdem möglich sein: Über einen Last-Minute-Verteiler geben er und sein Team freie Reservierungsslots bekannt.

Nose to Tail

Sobald es losgeht, können die Gäste ein wechselndes Menü bestellen, das zwischen sechs und zehn Gänge umfasst. »Gegessen wird, was auf den Tisch kommt«, hatte Imbusch während einer Vorabbesichtigung gegenüber Falstaff gesagt – nur um nachzuschieben, dass er auf Allergien und Unverträglichkeiten selbstverständlich Rücksicht nehmen werde. Erahnen lässt sich sein Ansatz schon jetzt: Imbusch will nur ganze Tiere kaufen und verarbeiten, die dann halbiert im gläsernen Kühlraum zu bestaunen sind. Was er nicht in der gewünschten Qualität bekommt, will er gemeinsam mit seinem Team selbst machen, von Käse und Butter bis zu fermentiertem Gemüse. Verständlich, dass es bei diesem radikalen Ansatz keine feste Speisekarten gibt.

Molteni-Herd und Industriecharme

In Zentrum vom »100/200« steht der 1,1 Tonnen schwere, eindrucksvolle Molteni-Herd aus Frankreich, der, wie üblich bei dieser Marke, eigens angefertigt wurde. Zwei großzügig dimensionierte Gasbrenner bringen eine Leistung von 32 Kilowatt und bilden die Grundlage für kochendes Wasser bei 100 Grad Celsius und den 200 Grad heißen Ofen – namensgebend fürs Restaurant. So versteht Imbusch seine Küchenphilosophie: ohne chichi, ohne Schäumchen und molekulare Experimente, sondern produktbetont und geradlinig. Auf jeden Fall passend zur Umgebung, denn das denkmalgeschützten Gebäude nahe der Elbbrücken verkörpert rauen Industriecharme, wie man ihn in Hamburgs Gastronomie selten findet.

Die Preise haben Imbusch und sein Team übrigens zeitgemäß gestaltet: Ähnlich wie im »Nobelhart und Schmutzig« kostet ein Besuch nah am Wochenende mehr als unter der Woche. Von Donnerstag bis Samstag zahlt man 119 Euro, dienstags und mittwochs 95 Euro. 

Die Vorfreude ist groß: »Endlich können wir mit dem aufhören, was wir eigentlich gar nicht können, nämlich bauen – und das tun, was wir können, nämlich Essen kochen, Wein ausschenken, Gäste bewirten, und das auch noch in den eigenen vier Wänden«, sagt Imbusch. »Da freue ich mich einfach hart drauf.«

Info

100/200
Brandshofer Deich 68
20539 Hamburg

Öffnungszeiten: Di-Sa: 18 bis 22 Uhr

www.100200.kitchen

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