Eine Stadt der Superlative – auch aus der Vogelperspektive / Foto: Shutterstock
Eine Stadt der Superlative – auch aus der Vogelperspektive / Foto: Shutterstock

Das ist ja die Höhe! 828 Meter hebt sich der Burj Khalifa in den Himmel und setzt gleich mal ein Ausrufezeichen. »Seht her, wir sind wer!«, signalisiert der Gigant aus Glas und Stahl und behauptet sich als höchstes Bauwerk mit dem höchsten Res­taurant der Welt. Noch! Denn seit vergangenem Jahr entsteht in Saudi Arabien ein noch höherer Turm mit 1000 Metern Höhe, der 2019 eröffnen soll. Aber bis ­dahin wird sich Dubai noch einen anderen Superlativ ausgedacht haben – die Stadt, die sich aus dem Wüstensand erhebt und zu den schillerndsten Metropolen dieser Welt gehört: 82.000 Betten, 76 Luxusherbergen, unzählige Top-Res­taurants mit Küchen aus aller Welt. Zehn Golfplätze, gigantische Shoppingmalls und ein Meer, das schon im März 25 Grad hat.

Gigantisch: das Hotel Atlantis / Foto: Brigitte Jurczyk
Gigantisch: das Hotel Atlantis / Foto: Brigitte Jurczyk
Luxus der Superlative
Von chic und cool-modern bis hin zum prunkvoll verschnörkelten arabischen Stil – Dubai steht für eine große Auswahl an Hotels mit interessanten Interieurs und für eine facettenreiche Restaurantlandschaft. Ob Honeymooner, Geschäftsreisende oder Familien: Hier kommen alle auf ihre Kosten. Wenn 2020 die Expo in die Wüste zieht und sich erstmals in ihrer über 150-jährigen Geschichte in einem Staat des Mittleren Ostens präsentiert, wird sich die Stadt-Silhouette noch mal entscheidend verändert haben. Denn bis dahin will seine Hoheit Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Staatsoberhaupt Dubais, die Besucherzahlen von derzeit rund zehn Millionen Touristen pro Jahr verdoppelt haben. Ein Megaschub für die Hotellerie, die schon jetzt die besten Plätze auf The Palm, der vor der Küste aufgeschütteten Inselwelt in Form einer Palme, besetzt und eine Vielfalt von Gastronomiekonzepten bereithält. Ob dann auch The World – 270 künstliche Eilande in Form der Weltkarte vor dem Stadtteil Jumeirah – zum Leben erweckt wird, steht in den Sternen. Durch die globale Finanz­krise 2008 kam das Megaprojekt zum Stillstand. Bislang hat nur der Royal Island ­Beach Club auf einer Modellinsel, die den ­Libanon repräsentiert, eröffnet. Die anderen Inseln versanden zunehmend.

>>> Restaurants, Bars, Hotels – Best of Dubai

Chaiwat Kawikitpraphat, Chefkoch im »Thiptara« / Foto: Brigitte Jurczyk
Chaiwat Kawikitpraphat, Chefkoch im »Thiptara« / Foto: Brigitte Jurczyk
Da, wo das Herz Dubais schlägt, im Takt der Musik und dem der unzähligen Wasserdüsen, aus der sich die mit 275 Metern Länge welthöchste und weltlängste Fontäne, The Dubai Fountain, speist, und dort, wo der Burj Khalifa sich glitzernd und glänzend in Form einer Wüstenlilie in die schwindelerregende Weltmeisterhöhe schiebt, dort serviert Chaiwat Kawikitpraphat ganz bescheiden eine der bes­ten Thaiküchen der Stadt. Wer einen der raren Plätze auf der Terrasse des Restaurants »Thiptara« über dem Wasser ergattert, wird gleich zweimal in den Genusshimmel gehoben: Nach Einbruch der Dämmerung im Halbstundentakt, wenn das Wasserspektakel vor dem Burj Khalifa einer unsichtbaren Choreographie folgt, sich die Fontänen tänzelnd zu Glitzervorhängen formieren, zur Musik Blüten bilden und mit lautem Knall 150 Meter hoch gen Himmel schießen. Und ein zweites Mal, wenn der 39-jährige Chefkoch Grünes Thai-Curry, Papayasalat mit Krabben, Erdnüssen und Limonendressing oder einen Lobster mit Chu-Chi-Sauce und süßen Basilikumblättern in Schalen und Schälchen auf den Tisch bringen lässt. »Meine Thaiküche habe ich ein wenig variiert. Sie ist zum Beispiel weniger scharf«, verrät der klein gewachsene Koch mit dem großen Talent. Kawikitpraphat ist erst seit Kurzem Chefkoch des »Thiptara« im auch bei der Scheichfamilie beliebten Hotel The Palace. Abends stauen sich schon mal die Luxuskarossen vor dem im maurisch-arabischen Stil gestalteten Eingang.

Das »Yuan« besticht durch sein einzigartiges Design / Foto: Brigitte Jurczyk
Das »Yuan« besticht durch sein einzigartiges Design / Foto: Brigitte Jurczyk
Neue Hotspots in Rekordzeit
Der Öl-Reichtum macht’s möglich. An manchen Ecken sieht Dubai wie eine einzige Baustelle aus. Das, was in Rekordtempo errichtet wird, ist Superlative in ­jeder Hinsicht. Zum Beispiel das höchste Hotel der Welt, JW Marriott Marquis, und seine Vault Bar im 71. und 72. Stockwerk. Oder das Atlantis, ein Hotel mit über 1500 Zimmern und Suiten, einem Wasserpark und einem gigantischen Aquarium. Dazu gibt es 21 Restaurants, Bars und Lounges. Gerade hat hier das »Yuan« eröffnet, ein durchgestylter Tempel für moderne kantonesische und Sichuan-Küche.

Chefkoch Jeff Tan: »Ich verwende chinesische Aromen für traditionelle Gerichte und bereite sie mit einem modernen Twist zu.« Die knusprige, in fünf Gewürzen marinierte Ente ist butterzart und hocharomatisch, die Dim Sum mit Shrimps und gelbem Senf originell. Bei den Desserts verwandelt der gebürtige Chinese eine schwere Mousse in himmlisch leichte Luftschokolade. Dazu werden feine Weine gereicht. Allerdings erhalten in Dubai nur Hotels die Lizenz für den Alkohol-Ausschank, und so spielt sich die Haute Cuisine ausschließlich innerhalb der noblen Häuser ab. Die leisten sich dann auch gern mal einen Starkoch, der ihnen das Menü schreibt, die Köche einweist und den bekannten Namen hergibt.

Schokoladen-Dessert im »STAY« / Foto: Brigitte Jurczyk
Schokoladen-Dessert im »STAY« / Foto: Brigitte Jurczyk
Yannick Alléno kommt sogar vier bis fünf Mal im Jahr, um sein Restaurant »STAY« im Hotel The One&Only The Palm zu besuchen. Der Franzose hat ein weit gespanntes Netz von Top-Restaurants über den Globus gezogen, seitdem er 2007 im Pariser Palasthotel Le Meurice drei Sterne erkochte. Nun kann man seine modern interpretierte französische Küche nicht nur dort, sondern auch in Peking, Taipeh, St. Tropez, Marrakesch oder eben in Dubai genießen. Wirbelt der Sternekoch in seinen anderen Dependancen, übernehmen Küchenchef Gérard Barbin und Patissiermeister Kevin Lacote engagiert das Ruder, zum Beispiel mit in Entenconsommé gegarter Entenstopfleber, der nicht zu feine Scheiben von Trüffel und Sellerie zu einem hocharomatischen Auftritt verhelfen. Das Angusrind im Café-de-Paris-Stil ist zu Recht ein beliebter Klassiker, und die Dessertvariationen werden wie kleine Schmuckstücke präsentiert. Was Restaurantleiter und Sommelier Jean-Sebastien Azaïs dazu als Weinbegleitung offeriert, hat er in aller Welt zusammengetragen.

Immer mehr Spitzenköche
Auch Japans Starkoch Nobuyuki Matsuhisa ist im kulinarischen Zirkus Dubais mit seinem »Nobu« im Hotel Atlantis vertreten. Der gebürtige Österreicher Wolfgang Puck, der u. a. im »Spago« in Beverly Hills die Stars und Sternchen Hollywoods verwöhnt, wird demnächst im Hotel The Address mit seinem Restaurant »CUT« durchstarten. Und der Deutsche Heinz Beck, der seit 20 Jahren das »La Pergola« in Rom führt und seit 2005 dafür sorgt, dass das Restaurant mit drei Sternen ausgezeichnet wird, hat im neu eröffneten Hotel Waldorf Astoria mit dem »Social« Stellung bezogen. Wenn man aber unter den Emirati sein will, geht man besser in das schlichte »Al Fanar«. Da sitzen die Männer in ihren Kanduras im Schneidersitz auf Teppichen auf dem Boden und essen Lammeintopf und Reis aus Schalen – ganz so wie früher, als Dubai noch eine gewöhnliche Stadt am Persischen Golf war.

Text von Brigitte Jurczyk. Aus Falstaff 01/2014 bzw. Falstaff Deutschland 02/2014

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