Dreikant: It's all about Style

Mario Siller, Stefan Rehrl und Matthias Lienbacher: 2016 gründete das Trio Dreikant und revolutioniert seither die Möbelindustrie.

© Erste Bank und Sparkasse

Mario Siller, Stefan Rehrl und Matthias Lienbacher: 2016 gründete das Trio Dreikant und revolutioniert seither die Möbelindustrie.

Mario Siller, Stefan Rehrl und Matthias Lienbacher: 2016 gründete das Trio Dreikant und revolutioniert seither die Möbelindustrie.

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Profi: Sie kreieren maßgefertigte Holzmöbel. Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen?
Mario Siller:
Langjährige Freundschaft in der Bündelung von Ideen und Visionen! Unser gemeinsamer Fokus liegt auf dem für Dreikant typischen Produkt, das einen gewissen Lifestyle vermittelt. Die Symbiose aus dem heimischen Werkstoff Holz in Verbindung mit aufwendigen Metallarbeiten steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir fertigen Tisch-Unikate aus einem
Stamm
und bieten unseren Kunden zusätzlich innenarchitektonische Gesamtkonzepte für ihre Räumlichkeiten: Von der Planung über die Fertigung, Auslieferung und die Montage vor Ort bekommt der Kunde alles aus einer Hand.

Was macht Sie bzw. Ihre Produkte einzigartig?
Stefan Rehrl:
Der Kunde kann von Anfang an mitentscheiden und mitplanen. Viele erfahren den Besuch in einem unserer Schauräume als ein sehr spezielles, oft auch emotionales Erlebnis, was die Freude auf das Endprodukt verstärkt. Schon die Auswahl des Holzes, seine Verarbeitung sowie die Wahl der Metallkomponenten beziehen den Kunden von Anfang an mit ein. Zudem setzen wir stark auf die Verarbeitung heimischer Produkte. Wir hauchen alten, gefällten Bäumen ein zweites Leben ein, wodurch diese Bäume dann generationenübergreifend ihre Eigentümer erfreuen.

Welcher Bereich ist Ihre Cash Cow?
Matthias Lienbacher (lachend): Wir haben keine Kühe, wir haben ein Steckenpferd und das nennt sich Tisch-Unikat. Kühe gefallen uns besser auf Wiesen und im Stall! Unser Steckenpferd ist das Designer-Tischunikat aus einem Stamm. Damit begann unsere Reise, die seit jeher von der Leidenschaft zum Tischbau getragen wird. Nach wie vor sind es unsere individuell gestalteten, massiven Tische, die das meiste Interesse auf sich ziehen und die Kunden faszinieren.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Business?
Rehrl: Herausforderungen in unserem Business gibt es tagtäglich, an ihnen wachsen wir und entwickeln uns stetig weiter. Herausforderungen liefern uns den Sprit und den Spirit für neue, kreative Ideen. Oft führen sie uns zu Lösungen, auf die davor noch niemand gestoßen ist. Dass wir uns diesen Herausforderungen stellen, treibt uns immer wieder zu neuen Höchstleistungen an.

Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?
Lienbacher:
Auf das Großprojekt für den »Kulturhof Stanggass« in Bayern. Als Ort der Begegnung für große und kleine Feste, unterschiedlichste Veranstaltungen im Freien oder Seminare war unser Kunde auf der Suche nach Lösungen, wie er viele Menschen stimmig an einem Ort zusammenbringen kann. Es ist uns gelungen, mit den zahlreichen Einzelelementen für den Kulturhof modernes Design und Langlebigkeit in die traditionelle Bauweise zu integrieren, wodurch ein sehr harmonisches Gesamtbild entstanden ist. Dem Kunden war es außerdem wichtig, viele Menschen an einem Platz zusammen zu bringen, also haben wir uns ins Zeug gelegt und zwei 12-Meter Eichentische gefertigt, an denen bis zu 100 Menschen Platz finden.

Inwieweit sind bei Ihnen individuelle Kundenwünsche gefragt?
Rehrl:
Grundsätzlich ist es so, dass jeder unserer Kundenwünsche einzigartig ist. Unsere Kunden sind auf der Suche nach einem individuellen Stück oder einem Gesamtkonzept, das später nur sie ihr Eigen nennen. Damit können sie entweder ihre eigene Persönlichkeit unterstreichen oder dem Erscheinungsbild ihres Lokals oder Unternehmens eine ganz persönliche Note verleihen.

Was war bis dato die ungewöhnlichste Kundenanfrage?
Siller:
Ein Kunde aus dem Bereich der Reisetouristik wollte mit seinem Besprechungstisch ein außergewöhnliches, optisches Statement setzen. Kleine Miniatur-Hammerhaie wurden in blaues Epoxid-Harz eingegossen. Zusätzliche weiße Wellen im Harz und die einzigartige Maserung der 240 x 110 cm großen Ulmenplatte kreieren das Bild einer Inselgruppe in den Tropen und wecken damit im Idealfall die Lust zur Buchung einer Fernreise.

Ungewöhnlich bzw. ziemlich spektakulär gestalten sich manchmal unsere Tischauslieferungen. Wenn wir z. B. mittels Kran einen großen Räuchereichentisch in den 16. Stock eines Wohnhauses heben oder wenn aufgrund von Einschränkungen des Luftraums (Flughafennähe) ein Tisch mit einem Kran im Freien nicht hoch genug angehoben werden darf und die Auslieferung in einer 7-stündigen Nachtaktion mittels Flaschenzug durchs Stiegenhaus erfolgt. Hier war viel Improvisationstalent gefragt! Erlebnisse dieser Art haben wir viele. Dennoch – bislang ist es uns immer gelungen, den jeweiligen Tisch sicher an seinem Bestimmungsort abzustellen.

Sie haben bereits nach Wien exportiert und einen eigenen Showroom eröffnet. Wie ist die Entwicklung dieses Shops bis dato verlaufen?
Rehrl:
Die Expansion im Jahr 2020 nach Wien war wichtig, um die Marke Dreikant weiter aufzubauen und bekannt zu machen. Zudem ist die Nachfrage unserer Produkte in dieser Region stetig gewachsen, woraufhin die Erweiterung unserer Ausstellungsflächen eine logische Entwicklung war. Da sich der Wiener Schauraum großer Beliebtheit erfreut, planen wir auch hier zu wachsen, um unseren Kunden künftig eine noch größere Auswahl an Rohplatten und fertigen Unikaten präsentieren zu können.

Es geht somit künftig bei Ihnen nicht nur um Tische.
Siller:
Im Laufe der Zusammenarbeit mit unseren Kunden wurden immer öfter Lösungen für Gesamtkonzepte gesucht. Die Einzigartigkeit unserer ausgelieferten Tische hat den Wunsch verstärkt, das Umfeld ebenfalls mit individuell abgestimmten Elementen zu designen und die Möbel aufeinander abzustimmen. Zudem sind viele Kunden getragen von dem Gedanken, die komplette Planung und Fertigung ihrer neuen Inneneinrichtung in eine Hand zu legen. Daraus entstand unsere Dreikant Business Line, mit der wir kreative Gesamtlösungen für die Bereiche Hotellerie & Gastronomie und Geschäftsraum- sowie Büroraumgestaltung anbieten. Heuer haben wir außerdem einen Dreikant-Styleguide entwickelt, der es möglich macht, fiktive (und dennoch fertigbare) Möbel in stilistisch unterschiedliche Szenarien zu setzen. Anhand dieser unterschiedlichen Stil-Welten kann sich ein Kunde sehr schnell einfühlen in mögliche Ausführungen seines Wunsches; er kann eigene Ideen einbringen und in Zusammenarbeit mit unseren Designern konkrete Pläne erstellen.

Wer ist Ihre Zielgruppe?
Lienbacher (wieder lachend):
Jeder, der diesen Text bis hierhin gelesen hat. Unsere Zielgruppe besteht aus Menschen, die heimisches Handwerk lieben und ihrer Individualität Ausdruck verleihen wollen. Sie sind getragen von dem Wunsch nach Unikaten, die aus heimischen Hölzern hergestellt werden und erwarten sich die besten und qualitativ hochwertigsten Rohstoffe. Und sie sind auf der Suche nach einem Partner, der ihnen für alle Punkte von der Planung bis zur Errichtung ihrer neuen Einrichtung eine Ansprechperson zur Seite stellt.

dreikant.at

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Falstaff Profi Magazin 06/2021
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