Die Gewinner der Falstaff Wein Trophy 2013 / Foto: Stephan Pick - Falstaff

Zum dritten Mal in Folge lud die deutsche Ausgabe des Genuss-Magazins Falstaff zur »Oscar-Nacht« der Weinszene, zur Wein Trophy auf Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig. Hansjörg Rebholz vom Weingut Ökonomierat Rebholz (Pfalz) wurde dabei als »Winzer des Jahres« ausgezeichnet. Eva Fricke vom Weingut Eva Fricke in Kiedrich/Rheingau wurde zum »Newcomer des Jahres« gekürt und der Titel»Sommelier des Jahres« ging an Jens Pietzonka vom Restaurant »bean & beluga« in Dresden.
 Fritz Keller vom »Weingut Franz Keller - Schwarzer Adler« in Oberbergen am Kaiserstuhl erhielt die Wein Trophy 2013 für sein Lebenswerk.

Kulinarische Küchenparty
Moderiert wurde die Preisverleihung von Falstaff-Herausgeber Hans Mahr.

Vor und nach der Verleihung der Falstaff Wein Trophy konnten 160 Teilnehmer der Falstaff Küchenparty die Weine der nominierten Winzer verkosten und Köstlichkeiten aus der Sterne-Küche genießen. Dieses kulinarische Erlebnis für begeisterte Weinfreaks fand erstmals im Rahmen des Festivals WEIN & Lebensart RUHR 2013 statt.

Eine Jury aus 50 Mitgliedern, darunter so kompetente und illustre Namen wie Sommelier Gerhard Retter, Herbert Seckler (Sansibar), Lothar Korn (Audi), Axel Dahm (Geschäftsführer Gerolsteiner), Jürgen Großmann (Restaurant »la vie«) und Hendrik Thoma, wählte die Sieger der Trophy aus je drei Nominierten pro Kategorie:

Hansjörg Rebholz führt in dritter Generation das Siebeldinger Spitzenweingut. Als Schüler der Kellermeister-Legende Hans-Günter Schwarz, hat er es verinnerlicht, seine Weine ohne jegliche Manipulation auszubauen, dafür aber maximalen Einsatz im Weinberg zu leisten. So entstehen Weine, die stets eine gewisse Reife und Entwicklung benötigen, bevor sie zu voller Schönheit aufblühen. In der Tradition seines Großvaters, der darauf bedacht war, echte »Naturweine« zu erzeugen und »mit der Präzision eines Schweizer Uhrmachers«, führe Rebholz diesen Weg konsequent biodynamisch weiter, so Peter Moser, Chefredakteur des Falstaff, in seiner Laudatio.

Eva Fricke war von 2004 bis 2011 Betriebsleiterin im Weingut Josef Leitz. Bereits 2006 produzierte die gebürtige Bremerin ihren ersten Jahrgang auf dem eigenen Weingut. In den von Schiefer geprägten und besonders steilen Lagen in Lorch am Rhein, vinifiziert sie strahlend klare, spannungsgeladene Rieslinge. Seit 2008 lebt und arbeitet Eva Fricke auf dem Koetherhof in Kiedrich, wo die Kellerei des rund drei Hektar großen Weinguts zu finden ist. Laudator und Winzerkollege Roman Niewodniczanski zog seinen imaginären Hut vor Eva Frickes Leistung, aus dem Nichts eines der spannendsten Weingüter der Region aufzubauen. Von der Qualität ihrer Rieslinge sei er »schlichtweg von den Socken«.

Jens Pietzonka, seit 2007 Restaurantleiter und Sommelier im »bean & beluga« in seiner Heimatstadt Dresden, hat eine eindrucksvolle Vita vorzuweisen: Seine bisherigen Stationen waren unter anderen das »Schlosshotel Bühlerhöhe« sowie die »Villa Merton« bei Frankfurt und der »Söl’ring Hof« auf Sylt. Der Schwerpunkt der Weinkarte liegt auf deutschen Gewächsen, aber er ist ständig auf der Suche nach spannenden Entdeckungen. Pietzonkas Position als Serviceleiter beim Semperopernball nutzt er gerne dazu, das junge Personal für seine Passion zu begeistern. Für Marcus Macioszek, Marketingchef von Gerolsteiner, vereint Jens Pietzonka »Leidenschaft, Lust auf das Neue und Bodenständigkeit«. Genau diese Mischung mache dessen Arbeit so besonders und Pietzonka der Auszeichnung würdig.

Fritz Keller, Jahrgang 1957, ist Winzer, Weinhändler, Gastronom und Hotelier. Seit 1990 leitet er in dritter Generation das familieneigene Weingut in Oberbergen und ist ebenfalls Patron des legendären Restaurants Schwarzer Adler (1 Michelin-Stern). Für seine konsequent trocken ausgebauten weißen und roten Burgunder, die besonders als Essensbegleiter geschätzt werden, erhielt er schon früh internationale Anerkennung. Darüber hinaus war Keller zwanzig Jahre lang Vizepräsident der Sommelierunion und initiierte die Gründung der Sommelierfachschulen. Seine zweite Leidenschaft neben Wein und gutem Essen ist der Fußball: seit 2010 ist er 1. Vorsitzender des SC Freiburg. In seiner Rede würdigte Marcel Reif, Kellers Fähigkeit »sich zu reiben, damit Traditionen erhalten bleiben können« und seinen unermüdlichen Einsatz für den deutschen Wein.

(Sascha Bunda)

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