Die Energie des Vulkans: Lessini Durello, Soave und Santorini

© Charley Fazio Fotografia

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Vulkanische Böden ergeben besondere Weine. Ihr reicher Gehalt an Mineralien verleiht den Weinen eine eigene Charakteristik, geprägt von Saftigkeit, Frische, toller Mineralik und überraschender Langlebigkeit. Vulkanböden sind dank ihres Reichtums an Mineralien sehr wertvoll für die Landwirtschaft. Lediglich 1% der Erdoberfläche besteht aus Vulkanböden, die aber geben 10% der Weltbevölkerung Nahrung. Besonders geeignet sind Vulkanböden für den Weinbau. Italien ist weltweit das Land mit den meisten Weinbaugebieten mit Böden vulkanischen Ursprungs.

Sekte mit besonderem Kick

Bei Vicenza in Venetien liegt das Gebiet Lessini Durello DOC, das die Täler der Lessinischen Berge umfasst. Bis auf 800 Meter hinauf reichen die Weinberge. Für die Herstellung von Lessini Durello DOC wird die lokale Durella Traube verwendet, eine lokale Sorte, die bereits im Mittelalter ob ihrer harten Schale – daher wohl der Name – geschätzt wurde. Die Durella-Traube zeichnet sich durch hohe, gut eingebundene Säure aus: Ideal für kristalline Schaumweine. Die mineralischen Vulkanböden verleihen den Sekten den besonderen Kick.

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Lessini Durello DOC gibt es in zwei Varianten: Als frischen, fruchtbetonten Sekt, der im Tankgärverfahren erzeugt wird, und als klassisch in der Flasche vergorenen, für mindestens 36 Monate gereiften, feinen Edelschäumer. Drei Beispiele:

Settecento 33 Lessini Durello DOC Brut – Cantina di Soave

Funkelndes Gelbgrün, etwas verhaltende Perlage. Nach Apfel und Weißdornblüten. Klar und geradlinig, knackige Pfirsichfrucht, gute Spannung

Lessini Durello Metodo Classico DOC Brut Riserva – Cantina di Monforte

Funkelndes Grüngelb mit einer Perlage. Einladende Nase, nach Feuerstein, Mango und Nektarine. Rund und ausgewogen im Ansatz, betont trocken und klar, salzig, anhaltend.

Cuvée Augusto Lessini Durello DOC Riserva Dosaggio Zero – Dal Cero

Glänzendes Strohgelb mit deutlich grünen Nuancen. Noten nach Feuerstein und baumreifem Apfel, etwas Akazienhonig. Salzig und vielschichtig am Gaumen, ein toller Begleiter zu Aperitif und Meeresfrüchten.

Soave Cru: Lagen mit besonderem Ausdruck

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Das Anbaugebiet für Soave liegt weiter östlich Richtung Verona und erstreckt sich über Ebene und Hügel. Die Weine aus dem Hügelgebiet tragen den Zusatz »Classico«. Ausschließlich im Hügelgebiet finden wir die 33 »Soave Cru«, Lagen mit besonderem Ausdruck. Die Böden im östlichen, größeren Teil des Gebietes sind vulkanischen Ursprungs. Die Weine dort begeistern mit Biss und Saftigkeit. Hauptsorte im Soave DOC und Soave DOCG ist die lokale Garganega Traube, zu der bis zu 30% Trebbiano di Soave hinzugegeben werden kann. Drei ausgewählte Soave:

Tufaie Soave Superiore Classico DOCG 2018 – Bolla

Leuchtendes, helles Gelbgrün. Klare und feine Nase, duftet nach Bergamotte, Grapefruit und Rosmarin. Am Gaumen klar und geradlinig, breitet sich sanft aus, im Finale süßer Schmelz.

Verso Soave Superiore Classico DOCG 2017 – Canoso

Funkelndes sattes Strohgelb mit Grün. Vielschichtig, eröffnet mit Noten nach Feuerstein und reifem Pfirsich, etwas Mango. Zeigt am Gaumen schönes Spiel, saftig, tänzelt beschwingt dahin, klare Frucht, im Finale langer Nachhall.

Contrada Salvarenza Vigne Vecchie Soave Classico DOC 2016 – Gini

Sattes, intensives Strohgelb voll leuchtend. Eröffnet mit Noten nach hellem Honig, etwas Pfirsich, dazu Feuerstein und Mango. Am Gaumen sehr präzise, öffnet sich mit Noten von Pfirsich, etwas gelbe Melone, frische Mandel, salzig und sehr lange anhaltend.

Santorini: Paradies wurzelechter Reben

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Die griechische Insel Santorini kann auf 3500 Jahre Weinbaugeschichte zurückblicken. Die weit verzweigten Terrassen aus Lavagestein wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Santo Wines, die Union der Santorini Cooperatives, wurde 1947 gegründet und ist mit 1200 Mitgliedern, alles lokale Kleinbauern, der wichtigste Weinproduzent der Insel. Durch die abgeschiedene Lage und die sandigen Vulkanböden konnte die Reblaus auf Santorini nie aktiv werden. Alle Reben sind also noch wurzelecht. Die lokale Assyrtiko-Traube in Verbindung mit den vulkanischen Böden bringt hier die beliebtesten Weißweine Griechenlands hervor. Die Weine sind trocken und schlank, mit feiner Salzigkeit. Eine Spezialität ist der Vinsanto, für den Assyrtiko- und Aidani-Trauben in der Sonne getrocknet werden.

Santorini Assyrtico 2018 – Santo Wines

Funkelndes helles Strohgelb mit leicht grünen Noten. Sehr frisch und klar in der Nase, nach Zitrone und Grapefruit, leicht nach Jod. Am Gaumen sehr gutes Volumen, hat Spannung, betont salzig, auch gute Säure, lange und klar.

Santorini Assyrtico Grande Reserve 2017 – Santo Wines

Funkelndes helles Goldgelb mit leichten Grünnoten. Eröffnet mit Noten nach Waldhonig, Mango und würziger Thymian, leicht nach Petrol. Am Gaumen gutes Gewicht, sehr saftig, sehr guter Trinkfluss, salzig, im Finale dezent harzige Noten, kommt mit Belüftung zunehmend besser raus

Vinsanto Santorini 2012 – Santo Wines

Sattes Bernstein. Komplexe Nase, nach Kaffeesatz, Datteln und Rosinen, auch etwas Lack. Gehaltvoll in Ansatz und Verlauf, hat spürbare Süße und sehr gutes Volumen, dazu aber auch kräftige Säure, sehr wohl ausbalanciert, Salzigkeit macht den Trinkfluss, lange und sehr klarer Mund.

Schnittkäse als idealer Begleiter

© Franco Tanel

Monte Veronese ist ein halbfester Schnittkäse, der im Hügelgebiet östlich von Verona erzeugt wird, also ebenfalls vulkanische Böden. Der Monte Veronese Latte Intero entsteht aus Vollmilch und schmeckt nach Sahne und frischer Milch. Der Monte Veronese d’Allevo entsteht aus teilentrahmter Milch. Da er länger reift, ist er intensiver in Aroma und Geschmack. Monte Veronese ist ein idealer Begleiter zu Wein.

volcanicagricultureofeurope.com

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