Die beeindruckendsten Villen in Wien

Das ehemalige Winzerhaus in Wien-Währing verfügt über einen Pool, einen Fitnessbereich und einen Weinkeller. kuehhas.wien

© Kühhas Consulting

Das ehemalige Winzerhaus in Wien-Währing verfügt über einen Pool, einen Fitnessbereich und einen Weinkeller. kuehhas.wien

© Kühhas Consulting

Rund 20 Millionen Euro für eine Villa – ein ausgesprochen stolzer Preis. Und doch wurden in den vergangenen Jahren in Wien-Grinzing nicht weniger als drei solcher Villen verkauft, wie Barbara Reithofer-Jaklin vom Makler Örag berichtet. Zwar sind das Preise, die auch für noble Häuser jenseits der Norm liegen, doch der Trend ist eindeutig: Villen zählen heute wieder zu den begehrtesten Objekten in Österreich. Im Fokus liegen dabei jene in den Wiener Nobelbezirken 18 und 19, teilweise auch im 13. Bezirk sowie in Baden und Mödling. »Die Durchschnittspreise steigen kontinuierlich aufgrund von überschaubarem Angebot und größerer Nachfrage«, erklärt Reithofer-Jaklin. Betrugen die Preise für kleine Villen vor zehn Jahren noch durchschnittlich rund 1,2 Millionen Euro, liegen sie heute bereits bei etwa 2 Millionen. Steigendes Interesse an Villen in Wien konstatiert auch Makler Otto Immobilien: Im Vorjahr wurden in den beiden genannten Cottage-Bezirken Objekte im Gesamtwert von 211 Millionen Euro verkauft – der höchste Wert seit zehn Jahren.

»Die Durchschnittspreise steigen kontinuierlich aufgrund von überschaubarem Angebot und
größerer Nachfrage.« Barbara Reithofer-Jaklin Maklerin bei Örag

Top Objekte

Weshalb aber ist das Interesse an Villen vor allem in den vergangenen beiden Jahren förmlich explodiert? Das liegt unter anderem daran, dass wieder mehr Objekte verfügbar sind – und zwar keineswegs nur solche aus dem vorigen oder vorvorigen Jahrhundert. Vielmehr entstehen vielfach neue Objekte.
Das zeigt etwa ein Neubau in Döbling, den Makler Örag derzeit im Angebot hat. Der Vorteil: Moderne Infrastruktur ist damit bereits vorhanden beziehungsweise können die zukünftigen Besitzer ihre Ideen selbst um­setzen. Außerdem sind es heute nicht nur Privatpersonen, die sich um neue Angebote am Markt reißen: Auch Projektentwickler wollen die Gelegenheit nutzen, sanierungsbedürftige Häuser zu kaufen, um sie dann zu renovieren und mit Gewinn zu verkaufen. »Altehrwür­dige, aber sanierungsbedürftige Villen werden auf diese Weise aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und erstrahlen in neuem Glanz«, wie Michaela Orisich, Villenexpertin bei Otto Immobilien, anmerkt. Auch Maklerin Olga Kühhas hat derzeit exklusive Villen im Angebot, sie bestätigt das steigende Interesse einer nationalen und internationalen Käufergruppe.

»Altehrwürdige, aber sanierungsbedürftige Villen werden auf diese Weise aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und erstrahlen in neuem Glanz.« Michaela Orisich Villenexpertin bei Otto Immobilien

Ein Blick auf die verfügbaren Objekte zeigt, dass die Unterschiede groß sind: Neben historischen Immobilien, die vor Kurzem aufwendig renoviert wurden, gibt es auch Villen jüngeren Datums. Die Gärten sind oft über­raschend klein, dafür ist in vielen Fällen ein Pool vorhanden. Immer öfter ist zu beobachten, dass die Häuser auf Wunsch unmöbliert übergeben werden – gerade bei Objekten, die lange in Familienbesitz waren, stimmen die Wünsche potenzieller Käufer hinsichtlich der Inneneinrichtung nämlich nicht mit jenen der bisherigen Bewohner überein. Nicht nur dieser Punkt spielt eine Rolle, wenn so mancher Preiswunsch beim Verkauf nicht erfüllt werden kann. »Wenn Lage oder Grundstücksgröße nicht ganz der Nachfrage entsprechen, wird es schwierig«, berichtet Örag-Vorstand Johannes Endl. Es
gäbe Suchende, die oft mehrere Jahre warten, bis die richtige Immobilie auf den Markt kommt. Geduld ist also gefragt – auf beiden Seiten. Wenn sich der Verkauf in die Länge zieht, besteht auch die Möglichkeit, durch Parifizierung des Gesamt­objekts in einzelne Wohnungen eine Verwertung anzustreben, ergänzt Endl.

Worauf achten Käufer bei Villen? Neben Wohnfläche, Ausstattung und Grundstück spielt die Infrastruktur der Umgebung heute eine größere Rolle: Kindergärten, Schulen, Anschluss ­an den öffentlichen Verkehr und Supermärkte sollen nicht kilometerweit entfernt sein. Diesen Trend bestätigen die steigenden Verkäufe in Unterdöbling. Und sonst? »Der Großteil der potenziellen Kaufinteressenten legt Wert auf eine ansprechende Ausstattung, verbunden mit zeitgemäßer Haustechnik«, erzählt Michaela Orisich. Auch eine kurzfristige Beziehbarkeit ohne größere Renovierungsarbeiten steht am Wunschzettel meist ganz oben. Die Nachfrage werde in den kommenden Jahren jedenfalls nicht geringer werden, sind sich die Experten einig – und dementsprechend werden auch die Preise zumindest stabil bleiben.

Wiener Wohnen

  • Laut jüngster EHL-Studie zum Wiener Wohnungsmarkt ist ein Trend zu mehr Mietwohnungen zu beobachten: Weil Investoren derzeit am Kauf von Gesamt-objekten interessiert sind und die einzelnen Wohnungen dann vermieten, hat sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entspannt. Die Mietpreise sind im Jahres-vergleich im Schnitt daher »nur« um 1,5 Prozent gestiegen, die Eigentumspreise um rund 3,3 Prozent.

Zahlen

  • 3471 Villen gibt es in den Wiener Bezirken Währung und Döbling laut Analyse von Otto Immobilien. Davon sind knapp 60 derzeit am Markt verfügbar. 
  • 7,8 Prozent betrug der jährliche Preisanstieg für Villen in Wien in den vergangenen Jahren.