Deutschlands bester Sherry-Cocktail

Hung Nguyen Quoc, Theerapol »Terry« Kindt und Tim Mayer.

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Hung Nguyen Quoc, Theerapol »Terry« Kindt und Tim Mayer.

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Zwischen den zahllosen Gin-Marken, die aktuell an der Bar gereicht werden, fällt es vielleicht nicht auf. Aber: »Deutschland ist für uns einer der traditionellen Sherry-Märkte«, meint Victoria Gonzales Gordon während des Cocktailbewerbs von »Tío Pepe« in der Berliner »Golvet«-Bar. Und sie muss es wissen, denn der ikonische Fino mit dem roten Hut ist das bekannteste Produkt von Gonzáles Byass, dem Unternehmen, das ihr Ururgroßvater gegründet hat. »Jeder hatte anfangs seine Rezepturen und das beste Fass war das von Onkel Pepi, wie man die Marke auf Deutsch übersetzen würde«, erinnerte die fünfte Generation an die Anfänge der Sherry-Dynastie. Der Name blieb haften, der Inhalt wurde ein Welterfolg.

Münchener Pilz-Cordial fürs Umami

Dass der fortifizierte Wein aus Jerez nicht nur als Aperitif und zur Blauen Stunde funktioniert, zeigt der jährliche Cocktail-Wettbewerb der Spanier, dessen deutsches Finale Gonzales Gordon gemeinsam mit João Vicente eröffnete. Der Bartender aus Berlin hatte einst selbst die globale Sherry-Challenge gewonnen und fungiert nun als Markenbotschafter. Ihm zur Seite standen als Juroren das Hamburger Bar-Urgestein Uwe Christiansen (»Christiansen's«), Vorjahrs-Sieger Claus Liebscher (»Qomo«, Düsseldorf) und die Journalisten Bernd Schäfer (»Drinks«) und Alexander Thürer (»Fizz«). Einen eigenen Medienpreis gab es für den »Sieger der Herzen« von der Spezial-Jury, bestehend aus Falstaff-Autor Roland Graf und Hajo Becker (Dinner & Drinks). Ihn holte der »High Five«, den Hung Nguyen Quoc als Hommage an die fünf Geschmacksrichtungen des Sherrys anlegte. Der Barmann des Münchener »Brenner Operngrill« kombinierte dafür Oloroso und Medium Sherry mit einer Umami-Bombe von Shiitake-Pilz-Cordial, die einen ewig langen Cocktail-Abgang ergab.

»Himmel und Erd'« zum Austrinken

Die Auseinandersetzung mit der spanischen Kultur reichte beim Mix-Wettbewerb tief, von der Crema Catalana, die Tim Mayers (»Jigger & Spoon«, Stuttgart) zu seinem Siesta-Getränk »Salute Pepe« reichte, bis zum »Esencia de Jerez« aus dem »Hotel Adlon«. Ralf Waldhauer hatte für diesen Cocktail bis auf Birnensaft sämtliche Zutaten aus Jerez besorgt, »auch den Sherry-Essig, den es in Deutschland nicht gibt«. Der dritte Berliner – Guilherme Kilpp Gonzatti (»Hotel Provocateur«) – wiederum mixte mit Rucola einen von spanischem Salat inspirierten »Snake Gland«.

In die Geschichte Andalusiens tauchte wiederum die Lübeckerin Natalie van Wyk (»Dietrich's«) ein. Sie erinnerte an die Glanzzeit der Mauren und brachte in ihrem »Al Andaluz«, einem Flip mit Schokolade (»die macht alles besser im Leben«), die Geschmäcker des Orients und die Eleganz Spaniens ein. A propos Lübeck: Als Hommage an seine Geburtsstadt hatte Dirk Willmer vom Ostseehotel »Meereszeiten« in Heiligenhafen seinen »Marzipan Cobbler« angelegt. Dass der Südspanier anschlussfähig an die deutsche Aromenwelt ist, zeigte auch der Essener Bartender Simon Kimmeskamp auf. Inspiriert von seiner Lebspeise »Himmel und Erd'«, kamen dazu Speck und Apfelessig in den »Appletizer« – aufgegossen wurde im Ruhrpott-Stil mit »Mücke«-Bier!

Bloß nicht verzittern mit der Venencia!

Kreativität war aber nicht alles in der »Golvet«; neben einem Wissenstest rund um die Gonzáles Byass-Palette hieß der Angstgegner »Venencia«. Der traditionelle Weinheber für Sherryfässer ist biegsam wie eine Reitgerte und endet in einem winzigen Becher. Damit musste ein Glas möglichst tropfenfrei eingeschenkt werden – und natürlich setzte just bei dieser Spezialaufgabe auch leichter Wind in Berlin ein. Der Sieger machte auch hier beste Figur, genauer gesagt, erinnerte Theerapol »Terry« Kindts Performance an Martial Arts-Filme der Shaw Brothers.

Zuvor hatte der Hamburger Bartender aus dem »Coast by East« zwei schwer zu bändigende Aromageber für seinen Drink »Roses from Jerez« ausbalanciert: Holunderblüten-Likör und Rosenwasser. Als asiatischer Touch gesellte sich dazu noch Yuzu-Sake und Jasmin Tee, den er im Tío Pepe ziehen ließ. Dieser Aperitif-Cocktail steht bereits auf der Karte der Hamburger Bar, verriet Terry Kindt, »unser Sushi-Meister hat dazu eigens eine Rolle als Food Pairing kreiert«.

Von der Waterkant wechselt Terry Kindt am 15. Mai an Sherry-Küste für das Tío Pepe-Weltfinale. Passend zum zweiten Export-Artikel der Region, den andalusischen Pferden, geht es im Rahmen der »Feria de Caballo« um den besten Sherry-Drink. Mit dabei ist sein Sieger-Cocktail.

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