Den Wein-Fälschern auf der Spur

Links ist die Fälschung, rechts das Original. Hätten Sie es erkannt?

Foto beigestellt

Links ist die Fälschung, rechts das Original. Hätten Sie es erkannt?

Foto beigestellt

Auch wenn im Moment gerade keine spektakulären Verhaftungen und Strafprozesse in den Schlagzeilen stehen, so schlafen die Weinbetrüger nicht. Wie viele gefälschte Flaschen im Handel zirkulieren, kann keiner beziffern. Dass sie allgegenwärtig sind bezweifelt jedoch niemand. So mancher wiegt sich in Sicherheit und meint, es seien nur neureiche Asiaten, die den Betrügern auf den Leim gehen. Aber selbst erfahrene Händler werden mit immer raffinierteren Fälschungen konfrontiert. Da die Opfer solcher Verbrechen als wohlhabende Sammler meist auch öffentliche Personen der Weinszene sind, kommt ein Faktor hinzu, der die Aufklärung der Taten erschwert: Denn wer Opfer eines Betrugs geworden ist, möchte nicht auch noch vor seiner Peer Group als leichtgläubig und getäuscht dastehen. Viel Sympathie hegt die Öffentlichkeit für die Betrogenen ohnehin nicht. Den Fälschern spielt all das in die gierigen Hände. Mit immer gewiefteren Tricks gehen sie ans Werk.

Kampf den Fälschern

Eine Frau jedoch, die Amerikanerin Maureen Downey, die auch als Sachverständige im Kurniawan-Prozess auftrat, will den Verbrechern das Handwerk legen. Downey ist eine Expertin von Rang, sie befasst sich seit Jahren mit Weinauthentizität und berät Sammler auf aller Welt. Bekannt wurde sie nicht zuletzt auch dadurch, dass der von Downey des wissentlichen Handels mit Fälschungen bezichtigte Gründer des in Hong Kong tätigen Auktionshauses Dragon 8, Gil Lempert-Schwarz, eine Verleumdungsklage gegen Downey erst einreichte und dann wieder zurückzog.

Kurse jetzt auch in Europa

Nun bietet Downey auch in Europa Kurse an, bei der die Teilnehmer die Grundlagen erlernen können, um gegenüber Fälschungen sensibel zu werden. Die beiden nächsten Termine finden in London statt: am 30. November und am 2. Dezember, genauere Informationen gibt es hier.

Downeys Portal WineFraud.com bietet überdies eine zentrale Ressource sowohl für private Sammler als auch für Unternehmen. Detailbilder von Originalflaschen und Fälschungen können dort abgerufen werden. Es handelt sich um ein ständig aktualisiertes Bildarsenal, das auch die neusten Tricks der Betrüger beinhaltet. Dankenswerter Weise hat Maureen Downey Falstaff einiges an Material zur Verfügung gestellt, eine kleine Kostprobe aus ihrem Fundus finden Sie hier:

Originale und Fälschungen der am häufigsten frisierten Flaschen

Links das Lafleur Original 1950, deren Durchschnittspreis bei 6.734 Euro liegt, rechts das Counterfeit mit dem Jahrgang 1947.

Foto beigestellt

Links der Original Cheval Blanc 1947 (Durchschnittspreis: 8.216 Euro), rechts das Counterfeit des gleichen Jahrgangs.

Foto beigestellt

Links: Mouton Rothschild Original von 1949 (kostet im Original durchschnittlich 4.558 Euro), rechts das Counterfeit mit dem Jahrgang 1945.

Foto beigestellt

Original und Fälschung: Links Ponsot Clos de la Roche, Jahrgang 1990 (kostet im Durchschnitt 1.658 Euro), rechts Jahrgang 1966.

Foto beigestellt

Mit blosem Auge sind diese beiden kaum zu unterscheiden: Links die Fälschung, rechts das Original des Rouge Vosne Romanee (Originalpreis liegt durchschnittlich bei 1.208 Euro).

Mit blosem Auge sind diese beiden kaum zu unterscheiden: Links die Fälschung, rechts das Original des Rouge Vosne Romanee (Originalpreis liegt durchschnittlich bei 1.208 Euro).

Foto beigestellt

MEHR ENTDECKEN