Das große Interior Makeover

Mit Textilien wie Decken, Pölstern und Teppichen lässt sich ein Raum schnell neu gestalten. Prädestiniert dafür: das Schlafzimmer. Frischen Wind in den Raum bringen auch neue Wandfarben. 

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Mit Textilien wie Decken, Pölstern und Teppichen lässt sich ein Raum schnell neu gestalten. Prädestiniert dafür: das Schlafzimmer. Frischen Wind in den Raum bringen auch neue Wandfarben. 

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Bei einem guten Fresh-up kann eigentlich nichts schiefgehen«, sagt Svenja Bruecker. »Wichtig ist nur, sich erstens zu trauen und wirklich einen neuen Look auszuprobieren und zweitens nie alles umzuschmeißen, sondern immer auch mit ein paar bestehenden Möbeln zu arbeiten, sonst fühlt man sich im Nu wie ein Fremder im Hotel.« Die 27-jährige Bloggerin lebt in Wien und betreibt einen Interior-Blog unter dem Namen traumzuhause.com. Ihre eigene Wohnung nutzt sie dabei als digitalen Showroom, fotografiert mal das eine Eck, mal das andere, probiert ihre Tipps und Tricks in den eigenen vier Wänden aus, bevor sie sie als stylishen Rat ins Netz stellt.

»Man muss nicht unendlich tief in die Tasche greifen, um der eigenen Wohnung ein Fresh-up zu verpassen.« Delia Fischer Gründerin und CEO von Westwing

Delia Fischer Gründerin und CEO von Westwing

Delia Fischer Gründerin und CEO von Westwin. westwing.de

© Fotos: Francesco Romeo

Seit einigen Jahren schon boomen Online-Blogs sowie Einrichtungs- und Heimwerkersendungen im TV. Da werden in drei Tagen Zimmer neu eingerichtet, in acht Tagen Häuser umgebaut, in wenigen Wochen Bruchbuden zu Palästen ausgebaut und für viele hunderttausend Dollar wieder auf den Markt geworfen. Nicht ohne Folgen für den Konsumenten. Zwar können sich nur die wenigsten eine Komplettsanierung oder einen Radikal­umbau leisten, doch viele lassen sich von den Ideen in der Flimmerkiste inspirieren und greifen immer öfter zum kleinen Umbau – zu einer stilistischen Umgestaltung mit neuen Möbeln, neuen Farben und neuen Wohn­textilien.

Clever updaten

Der zunehmende Erfolg von Online-Shopping-Portalen wie etwa Westwing, Home24 oder Urbanara belegt, dass es sich beim Fresh-up nicht nur um eine Eintagsfliege, sondern um einen nachhaltigen, branchenverändernden Trend handelt. Mittlerweile sehen sich Westwing & Co. nämlich nicht nur als digitale Ikea-Alternative, sondern vor allem auch als Ratgeber und Trendbarometer, die nach dem Prinzip des kuratierten Einkaufens ihre Club-Mitglieder mit Tipps und Tricks sowie regelmäßigen Style-Checks zum stetigen Einrichten und Umgestalten animieren.

»Man muss nicht unendlich tief in die Tasche greifen, um der eigenen Wohnung ein Fresh-up zu verpassen«, sagt Delia Fischer, CEO von Westwing, im Gespräch mit Falstaff LIVING. »Mit ein bisschen Glück kann man für 500 Euro schon ziemlich viel verändern.« Zu den einfachsten Mitteln, meint die ehemalige Elle-Journalistin, zählen neue Decken und Kissen auf dem Sofa, ein paar neue Lampen sowie neue Farben an der Wand. »Wandfarben sind die billigste und flächenmäßig effizienteste Möglichkeit, eine Wohnung zu verändern. Man kann sie im Baumarkt kaufen und eigenhändig auf die Wand auftragen, wenn man will. Das kostet nicht viel.«
Empfehlenswert sei es auf jeden Fall, meint Fischer, sich nicht nur auf kleinere Dekoartikel, sondern auch auf ein paar ausgewählte Keypieces wie etwa Sofas, Stühle oder Sideboards zu konzentrieren. »Man kann das Fresh-up mit einem teureren Möbelstück kombinieren, man kann den Ohrenfauteuil vom Flohmarkt neu tapezieren oder die Kommode von der Oma in einer modernen Trendfarbe lackieren. Die großen Möbel bleiben einem lange erhalten, die kleineren Deko-Elemente hingegen kann man von Saison zu Saison variieren.«

Wohlüberlegt

Etwas kritischer zeigt sich Oliver Pestal, Planer in der Wiener designfunktion, Gesellschaft für moderne Büro- und Wohngestaltung: »Die Medien und Shopping-Portale animieren einen zur Neuorientierung und zum permanenten Konsum, aber so radikale Brüche empfehle ich nur, wenn man wirklich ganz bewusst einen neuen Lebensabschnitt zelebrieren möchte. Ansonsten raten wir unseren Kunden immer, sich mit Umbauten und Neugestaltungen Zeit zu lassen und diesen Wandel über einen längeren Zeitraum zu verteilen.« Wichtig sei es, sich auf den eigenen Geschmack und die eigenen Wohnvorstellungen zu fokussieren. Man müsse in der Lage sein, zu den Möbelstücken und Dekorationsgegenständen eine emotionale Bindung aufzubauen. »Die Blogs sind eine gute Inspirationsquelle, keine Frage. Aber wenn man sich zu schnell einrichtet und sich allzu sehr verleiten lässt, dann kann in den eigenen vier Wänden schnell ein Gefühl hotelartiger Fremdheit entstehen.« Was rät der Wohnexperte? »Nicht immer nur online kaufen, sondern sich auch auf dem Flohmarkt oder beim Altwarenhändler umschauen und vielleicht auch, anstatt neu zu kaufen, bestehende Stücke restaurieren und mit neuen Stoffen und Farben erneuern. Die Mischung macht’s aus.«

Makeover in 10 Schritten

Inspiration sammeln
Egal, ob Sie mit einem Innenarchitekten zusammenarbeiten oder im Alleingang gestalten: Zu Beginn steht die Recherche in Blogs, Online-Magazinen und Wohnzeitschriften. 

Moodboard erstellen
Starten Sie den Gestaltungsprozess mit einem sogenannten Moodboard mit Farben, Formen, Stoffen, Mustern und Details!

3 Möbel umstellen
Die billigste Umgestaltung ist die Neuorganisation der Möbel und Funktionen. Allein schon ein verrücktes Möbelstück oder der Tausch zweier Raumfunktionen bringt frischen Wind.

Farben & Tapeten
Trauen Sie sich, punktuell kräftige Farben und kräftige Ornamente einzusetzen! 

5 Neue Textilien
Aha-Effekt erzielen Sie mit neuen Pölstern, Decken oder Vorhangstoffen. Alte Sofas und Fauteuils können Sie mit neuen Textilien überziehen lassen.

6 Neues Licht
Kaltes Energiesparlicht zerstört das beste Ambiente. Setzen Sie im Wohnbereich energiesparende LED-Lampen mit warmer Lichtfarbe ein. Kombinieren Sie mehrere Lichtquellen miteinander! 

7 Neue Dekoartikel
Achten Sie darauf, dass Sie bei der Dekoration in einer Farbfamilie bleiben! Experten raten, alte und neue, kleine und große Produkte zu kombinieren. 

Ein neues Keypiece
Wenn das Budget nicht mehr zulässt, konzentrieren Sie die Ausgaben auf ein zentrales Keypiece und arrangieren Sie die bestehenden Möbel darum herum! 

9 Design trifft No-Name
In der Mode ist die Kombination von teurer Markenmode mit günstigen Waren schon lange ein Hit. Auch die Wohnung kann von einem gekonnten Stilmix aus billig und teuer profitieren.

10 Do it yourself
Mit etwas Zeit und Liebe können Sie Möbel – ob Ikea oder Antiquitäten – mit neuen Farben, Griffen, Beinen, Leisten und Platten upcyceln und ihnen so frisches Leben einhauchen.

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