Christina Kraus über ihren Job in Oman

Christina Kraus lebt und arbeitet seit einigen Jahren in den GCC-Staaten.

© Christina Kraus

Christina Kraus lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Asien.

Christina Kraus lebt und arbeitet seit einigen Jahren in den GCC-Staaten.

© Christina Kraus

http://www.falstaff.de/nd/christina-kraus-ueber-ihren-job-in-oman/ Christina Kraus über ihren Job in Oman Arbeit in einer anderen Kultur: Christina Kraus arbeitet im »Kempinski Muscat« in Al Mouj. Im Interview verrät die gebürtige Deutsche, wie man erfolgreich Karriere in einem fremden Land macht. http://www.falstaff.de/fileadmin/_processed_/2/e/csm_Christina_Kraus_opener_f3e77dfd30.jpg

Christina Kraus hat den Schritt gewagt: Bereits 2014 ging sie für ihre Karriere ins Ausland (Falstaff berichtete). Zu dieser Zeit war sie stellvertretende Personalleiterin der Kempinski-Häuser in Doha, auch heute ist sie noch für die Kempinski-Gruppe tätig. Im Interview erzählt sie, warum sie eine Arbeit in einem fernen Land angenommen hat, welche Aufgaben ihre derzeitige Tätigkeit umfasst und ob Heimweh bei der gebürtigen Deutschen keine Rolle spielt.

KARRIERE
Sie sind damals mit Mitte zwanzig nach Katar gegangen. Was hat Sie bewegt, eine Arbeit außerhalb von Europa anzunehmen?
KRAUS Andere Kulturen, andere Sprachen, das Wetter und am meisten die Karrierechancen in weltweit großen und bekannten Hotels.

Vorher waren Sie einige Zeit stellvertretende Personalleiterin der Kempinski-Häuser in Doha. Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen?
Ich mag die Pre-Openings, viele Dinge von Null aufzubauen, das ist glaube ich wie ein Baby bekommen, welches man aufzieht. Dann gibt man die Aufgabe irgendwann ab, sobald die Dinge gut funktionieren. Da ich vorher schon über vier Jahre für die Kempinski Gruppe gearbeitet habe, ging mein Recruitment-Prozess etwas schneller als normal.

Was sind Ihre derzeitigen Aufgaben?
Ich fokussiere mich auf das Recruitment, Policies und Procedure Set Up, Welfare der Mitarbeiter und das Housing. Systeme aufsetzen, Kontake mit Hotelschulen innerhalb wie auch ausserhalb des Landes aufbauen und viele andere Dinge.

In einem früheren Interview mit KARRIERE haben Sie gemeint, Sie wollen im Personalbereich bleiben. Sind Sie immer noch dieser Meinung?
Ja, das ist wo ich bleiben möchte, auf Hotelebene. Ich mag die Hotel Operations, bin gerne draußen, auch am Gast wenn immer es nötig ist, während MOD-Diensten (Anm. der Redaktion: Manager on Duty-Diensten) und so weiter. Ich packe schon gern mit an und bin nicht nur die, die im Büro sitzt.

Das »Kempinski Muscat« öffnet im 4. Quartal 2017. Durch was zeichnet sich das neue Hotel der Kempinski-Reihe aus?
Die Location für das Hotel ist einmalig, da wir in Al Mouj sitzen, einer Residensical Area mit über 7.000 Residents. Wir sind zum einen ein City Hotel, durch den großen Banquet Bereich als auch durch die Lage in der Nähe des Airports, als auch ein Resort mit Strand, luxuriösem Spa, Kids Club und vielen anderen Facilities. Hier haben wir die Möglichkeit Leisure und Corporate Guests für uns zu gewinnen. Desweiteren werden wir zwölf Outlets haben, wo wir unsere Community um uns herum gewinnen wollen.

Muscat ist eine der ältesten Städte der arabischen Halbinsel. Wie verträgt sich ein Hotel einer europäischen Hotelkette mit der Kultur der Einheimischen?
Eigentlich ist es da sehr ähnlich. Wir als Company, Kempinski wurde gerade 120 Jahre alt, verbinden uns als oldest european luxury brand mit dem Land, welches eine lange Tradition pflegt. Wir werden »Omani Culture« durch unsere Mitarbeiter aus dem Oman an unsere Gäste weitergeben. Wie auch Mitarbeiter von Kempinski die Firmenwerte an unsere Mitarbeiter aus dem Oman weitergeben. Das geht alles Hand in Hand.

Mit welchen kulturellen Unterschieden sind Sie selbst konfrontiert? Kann man sich darauf einstellen beziehungsweise was gilt es zu beachten?
Ich bin mit einer Unterbrechung von knapp zwei Jahren für die Eröffnung unseres Hauses in Wien schon über sechs Jahre im GCC und sage auch immer all meinen Freunden und Verwandten, dass ich glaube ich, ein ganz normales Leben habe. Der Respekt wird in diesen Ländern noch größer geschrieben, deshalb glaube ich, ist das am wichtigsten. Wer Einheimischen Respekt entgegen bringt, bekommt die Hilfe zurück. Dinge wie Ramadan und nicht Essen und Trinken während der Zeit ist normal und sollte respektiert werden.

Welche Vorteile bringt es mit sich bei »Kempinski« zu arbeiten?
Ich verbinde fast meine ganze Karriere mit der Firma und habe viele tolle Momente erlebt. Ich wurde durch meine ehemaligen oder jetzigen General Managers und Personaldirektoren zu der Position in so jungen Jahren entwickelt, manchmal waren das taffe und lange Tage, aber ich bereue nicht einen Moment. Wenn man Personen um sich hat, denen man vertraut, die regelmäßiges Feedback geben, das muss auch nicht immer positiv sein, dann geht man auch die Extrameile für jemanden anderes, für den General Manager der die Firma repräsentiert. Kempinski gibt einem durch »Talent Transfer Calls«, Karrieretage oder auch durch direkte Kontake die Chance, schnell transferiert zu werden.

Von Österreich nach Oman – ist Heimweh kein Thema für Sie?
Wien war für mich eine tolle Erfahrung, für mein Berufsleben hat sich dort die Basis gelegt. Ein kleines Team, jeder hat quasi alles gemacht und man hat viel gelernt. Ich liebe Österreich, aber bin bewusst zurückgegangen, was sehr unterstützt wurde.

Denken Sie, dass Auslandserfahrungen in zukünftigen Bewerbungsgesprächen beziehungsweise im Job Pluspunkte bringen?
Na klar, aber die Auslandserfahrungen sollten meiner Meinung etwas mit dem Beruf zu tun haben. Jemand der »Work and Travel« macht, zeigt mir vielleicht, dass er offen für viele Länder und Kulturen ist, aber es sind ja meist temporäre Jobs. Einen stabilen Einstiegsjob oder ein Traineeprogramm kann man auch nach dem Studium oder der Ausbildung machen und hat danach etwas Festes in der Hand.

Sprachen sind das A und O, wenn man beruflich international mitmischen will. Sprechen Sie außer Englisch noch eine weitere Sprache? Würden Sie gerne weitere lernen?
Ich spreche English, Deutsch und ein paar Floskeln Arabisch. Aber dabei bleibt es dann auch. Klar würde ich gern arabisch lernen, das werde ich aber später machen. Vielleicht an einem Punkt, wo mein Berufsleben nicht mehr an erster Stelle steht. Das wird aber noch ein paar Jahre dauern.

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