Carnuntum: Romantische Lagen

Blick über die Weinberge in Göttlesbrunn-Arbesthal.

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Blick über die Weinberge in Göttlesbrunn-Arbesthal.

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Wussten Sie, dass der G’spritzte genau genommen von den Römern erfunden wurde? Und dass Wein bei den Römern zu den Grundnahrungsmitteln zählte, auf die auch Sklaven Anspruch hatten?

Zahlreiche archäologische Funde in und um Carnuntum belegen, dass die Römer die Weinkultur und den modernen Weinbau stark beeinflusst haben. Rund um die vor 2000 Jahren gegründete römische Siedlung entstand das erste ausgedehnte Weinbaugebiet Österreichs. Auf den unter pannonischem Klimaeinfluss stehenden schweren Böden, die zu großen Teilen aus steinigem Lehm und Löss bestehen, gedeihen vor allem Rotweinsorten, die zu den besten in ganz Österreich gehören.

Der geschichtsträchtige Boden rund um Göttlesbrunn sowie Höflein, Arbesthal, Prellenkirchen und Berg bietet einer wachsenden Zahl von Spitzenwinzern beste Bedingungen für die Kultivierung der edlen Trauben, die schon damals in Tafel- und Weintrauben selektiert wurden. Die traditionsreichen Gewächse aus dem Raum Carnuntum versprechen dabei nicht nur Genuss, sie haben auch einen ganz eigenen Charakter – und das im ausschließlich positiven Sinne: Der »Verein der Österreichischen Traditionsweingüter« (ÖTW) ist für die Klassifizierung solch spezieller Weinberglagen zuständig. Dadurch sollen vor allem die Bedeutung und Besonderheit einzelner Herkünfte hervorgehoben werden ­– auch jene Lagen im Raum Carnuntum: 20 Weingüter haben sich daher zum »Verein der Rubin Carnuntum Weingüter« zusammengeschlossen und sind seit Juni 2018 Teil des ÖTW, um an der Weiterentwicklung des Herkunftsgedankens teilzunehmen. So ist etwa die Gründung eines »DAC Carnuntum« bereits in Planung. Auch die ersten Weine mit der begehrten Klassifikation »ÖTW.ERSTE LAGE« aus Carnuntum werden ab September 2019 erwartet. Als Rebsorten für die Topgruppe sind der Grüne Veltliner und im Rotweinsegment der Blaufränkisch bzw. der Blaue Zweigelt vorgesehen.

Der Blaue Zweigelt wird auch als »Rubin Carnuntum« bezeichnet und trägt das Symbol des legendären Heidentors auf dem Etikett. Dabei wird deutlich, dass neben den besonderen Lagen auch das geschichtliche Erbe die Identität der regionalen Winzer prägt. Jedoch haben nicht nur die Römer ihre kulturellen Spuren in dem Gebiet hinterlassen. So sollte man etwa das Heidentor nicht mit den namhaften Komponistenbrüdern Joseph und Michael Haydn verwechseln, für die die Region um Carnuntum mindestens genauso bekannt ist. Erst im Jahr 2017 entstand mit der Renovierung und Neueröffnung ihres Geburtshauses in Rohrau die »Haydnregion Niederösterreich«, um auf dem kulturhistorisch bedeutenden Landstrich ihr musikalisches Erbe zu würdigen. In Rohrau lädt etwa eine multimedial gestaltete Dauerausstellung dazu ein, in die Geschichte der beiden Musiker einzutauchen. Außerdem finden von März bis Dezember 2019 rund um die Gebrüder Haydn zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen statt. Und bei diesen Festivitäten steht natürlich auch in der diesjährigen zweiten Saison die Musik im Mittelpunkt.

Programmtipps »Haydnregion ­Niederösterreich«

  • »Reich mir die Hand, mein Leben!«: 12. Mai 2019, Margarethen am Moos
  • »60 Jahre Haydn Geburtshaus Rohrau«: 31. Mai 2019, Rohrau
  • Joseph Haydn Festkonzert: 1. Juni 2019, Petronell-Carnuntum
  • Internationaler Haydn-Wettbewerb: 9. Juni 2019, Rohrau
  • Virtuoser Celloklang 5 plus 1: 16. August 2019, Göttlesbrunn
  • Michael Haydn Festkonzert: 14. September 2019, Schloss Petronell

haydnregion-noe.at

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