Peter Lehmann war ein genialer Winemaker / Foto: Ludwig von Kapff
Peter Lehmann war ein genialer Winemaker / Foto: Ludwig von Kapff

Peter Lehmann war ene Legende im Baroosa Valley. Am Donnerstag verstarb er im Alter von 82 Jahren an einem Nierenleiden. Er wurde 1930 in Angaston als Sohn eines lutherischen Pastors geboren. Seine Vorfahren stammten aus Preußen, der Vater starb als Peter Lehmann 14 Jahre alt war. Der Junge beschloss, mit 17 Jahren die Schule zu verlassen, um bei Yalumba das Handwerk des Weinmachers zu lernen. Von 1947 an war er dort über zehn Jahre tätig und wurde einer der führenden Winemaker des Barossa Valley. Anfang der 1960er Jahre avancierte er zum Chefwinemaker von Saltram, einem der bedeutendsten und führenden Weingüter dieser Zeit mit einer großen Reputation für klassische Rotweine im »burgundischen« Stil.

Loyalität
Als sich in den 1970er-Jahren der Publikumsgeschmack Richtung Weißwein änderte, sah sich das Unternehmen mit einem gewaltigen Rotweinüberschuss konfrontiert. Gegen die Anordnung seines Arbeitgebers stand Peter Lehmann aber außerordentlich loyal zu den Traubenbauern, die unter dem Preisverfall in Folge jahrelanger Überproduktion litten. Da er sie nicht mit einem noch niedrigeren Hungerlohn abspeisen wollte, quittierte er seinen gut dotierten Job.

Legende
Fest von der Qualität der Rotweintrauben des Barossa Valley überzeugt, gründete Peter Lehmann mit seiner Frau Margaret 1977 eine eigene Kellerei, in der die vor dem Ruin stehenden Winzer einen neuen Partner fanden. Im Kern waren das 185 meist kleine Familienbetriebe, die ihre Weinberge zum Teil schon in fünfter oder gar sechster Generation bewirtschaften. Dieses Verhalten hat ihn zu einer lebenden Legende gemacht. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass viele sehr alte Weinberge mit den Sorten Shiraz, Grenache und Mourvedre überlebten und nicht gerodet wurden.

Mit seinem Barossa Shiraz aus alten Reben leitete der geniale Winemaker die Rennaissance dieser Sorte nicht nur in Australien ein. Mit seinem Flagship-Wein Stonewell aus über 100 Jahre alten Reben hat er sich selbst zu Lebzeiten ein Weinmonument geschaffen, das ihn lange überleben wird.

Er war aber auch ein kluger und vorausschauender Geschäftsmann. So wandelte er bereits 1993 das Weingut in eine Aktiengesellschaft um. 2002 zog er sich aus dem aktiven Geschäft zurück, das seither von seinem Sohn Doug Lehmann geleitet wird. 2003 übernahm die Schweizer Hess Group, die die Lehmann Weine in den  USA vertrieb, 85 Prozent an dem Unternehmen. Der Rest blieb im Besitz  der Familie. 2003, 2006 und 2008 wurde Peter Lemann Wines bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) als bester Erzeuger Australiens ausgezeichnet.

(Mario Scheuermann)

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