Manche Weine sind ebenso schön und wertvoll wie Gemälde. Expo setzt diese auch entsprechend in Szene / Foto beigestellt
Manche Weine sind ebenso schön und wertvoll wie Gemälde. Expo setzt diese auch entsprechend in Szene / Foto beigestellt

Es gibt viele gute Gründe, sich einen kleinen oder größeren Vorrat an Wein einzulagern. Zum einen beruhigt es ungemein, zur rechten Zeit die richtige Flasche parat zu haben. Zum anderen ist Wein eine lohnende Investition in die Zukunft. Gut gelagerter reifer Wein schmeckt mit den Jahren nicht nur besser, er gewinnt auch an Wert. Bei der Lagerung jedoch gilt es einiges zu beachten.

Sie können Ihren Weißwein natürlich auch im Kühlschrank aufbewahren. Das ist durchaus in Ordnung, wenn Sie nur einige Flaschen zu Verfügung haben wollen und der Wein vergleichsweise günstig war. Auch Rotwein, bei sogenannter Zimmertemperatur gelagert und bei Bedarf kurz gekühlt, wird seine angedachte Wirkung in puncto Illumination kaum verfehlen. Wein jedoch ist ein komplexes Kulturgut, das zu würdigen in vielerlei Hinsicht lohnt. Der Hersteller Expo beispielsweise setzt die Weine respektvoll in Szene. Zahlreiche Varianten sorgen für individuelle Eleganz und das Ergebnis ist ein echter Eyecatcher in den privaten Räumlichkeiten bzw. ein wertvoller Umsatzträger im Restaurant.

Klimaschrank von Expo / Foto beigestellt
Klimaschrank von Expo / Foto beigestellt

Boden, Terroir, Sonne, Wind und Regen, Ausbau und Handschrift des Winzers finden sich, jedenfalls in Weinen ab einer bestimmten Qualität, in der Flasche wieder. Wein lebt, er reift in der Flasche nach und kann seinen Charme und Charakter nur dann optimal ausspielen, wenn er zum richtigen Zeitpunkt wohltemperiert getrunken wird. Wer also Wein und Weintrinken auch als kulturelle Angelegenheit erleben und begreifen möchte und diese mit ausgewählten Menschen zu genießen pflegt, der braucht, sofern er nicht einen temperaturgesteuerten Keller mit Abluftsystem sein Eigen nennt, zur Lagerung seiner Gebinde einen Weinkühlschrank. Auch ökonomische Gründe spielen eine Rolle. Junge Weine – ob weiß oder rot– sind einfach günstiger zu haben. Ferner kommen die meisten hochwertigen Weine alles andere als reif und trinkfertig auf den Markt. Und wenn, muss man eben die Lagerung mitbezahlen. Weine werden oft zu früh getrunken. Galt dies vor ein bis zwei Jahrzehnten noch vor allem für Rotweine, deren Tannine sich oft erst ab drei bis fünf Jahren Lagerung entfalten, hat mittlerweile auch bei hochwertigem Weißwein ein Umdenken in Richtung längere Lagerung und kultivierte Reifung eingesetzt.

Es gibt zwei Arten von Weinschränken: Jene mit regelbarer Klimazone (Standard: zwischen 5 und 22 Grad) werden als Weinklima-, Weinlager- oder Weinaufbewahrungsschrank bezeichnet und eignen sich zur langfristigen Lagerung der edlen Tropfen. Ganz anders der zweite Typus: der Weintemperierschrank, in dem mindestens zwei Temperaturzonen herrschen. Diese Geräte dienen zur kürzeren Aufbewahrung von Weiß- und Rotweinen bei Trinktemperatur.

Der Weinlagerschrank
Zur langfristigen Lagerung von Weinen gedacht und den Eigenschaften eines Naturkellers nachempfunden. Das heißt: konstante Temperatur unter 15 Grad, Dunkelheit (wichtig – deshalb wird ja Wein in dunklen Flaschen abgefüllt) und vibrationsarme Kühlung. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 75 und 85 Prozent liegen. Wird es zu trocken, freut sich die Korkmotte, ist es zu feucht, bildet sich Schimmel. Wein dürstet außerdem nach möglichst geruchsfreier Frischluft, der Rebensaft ist u. a. wegen der Mikrooxidation via Naturkorken geruchssensibel. Steht die Luft, kann der Wein nicht gut nachreifen. »Echte« Frischluftzirkulation und hochwertige Filter zur Luftreinigung sind daher – neben möglichst vibrationsfreier Kühlung – entscheidend für die Qualität eines Weinlagerschranks. Vorteil: technisch – weil nur eine Temperaturzone – die einfachere Lösung. Daher bekommt man Weinlagerschränke mit einer Kapazität von etwa 150 Flaschen bereits für knapp über 1000 Euro. Geräte mit geringerem Fassungsvermögen sind natürlich günstiger im Preis. Nachteil: Lagertemperatur ist meist nicht gleich Trinktemperatur. Der Wein muss dann erst auf die richtige Temperatur gebracht werden.

Gaggenau Flagship Showroom: High-End-Klimaschränke als integrierte Designermöbel / Foto beigestellt
Gaggenau Flagship Showroom: High-End-Klimaschränke als integrierte Designermöbel / Foto beigestellt


Gaggenau Flagship Showroom: High-End-Klimaschränke als integrierte Designermöbel / Foto beigestellt

Der Weintemperierschrank
Ist für eine prinzipiell kürzere Lagerung, dafür aber bei Trinktemperatur gedacht. Deshalb haben Weintemperierschränke mindes­tens zwei getrennt regelbare Temperaturzonen, eine für Rot-, die andere für Weißwein.

Wer gerne zu Schaumwein, also Sekt, Champagner und Co., greift, sollte einen Weintemperierschrank mit drei Temperaturzonen wählen. Vorteil: sofort verfügbarer, korrekt temperierter Wein. Nachteil: nicht für jahrelanges Lagern gedacht.

Sowohl Lager- bzw. Weinklima- als auch Weintemperierschränke sind, je nach Ausstattung und Fassungsvermögen, in allen Preiskategorien zu haben. Apropos Fassungsvermögen. Hier gilt die Faustregel: Nutzinhalt dividiert durch 3,5
ergibt die maximal zu lagernde Flaschenanzahl. Beispiel: Bei 140 Liter Nutzinhalt sind das damit laut Division rund 40 Flaschen. Als Richtwert für die Flaschengröße hat sich die klassische Bordeaux-Flasche durchgesetzt. Die bauchigeren Burgunder-Flaschen brauchen mehr Platz, Magnums und Gewichtigeres sowieso.  

Bis 1000 Euro Für Einsteiger
Geräte dieser Klasse sind funktionell und haben ihren Platz in der Küche. Es gibt auf dem Markt zahlreiche Geräte chinesischer Herkunft, Vernünftiges aber ist zwischen 500 und 1000 Euro von bekannten Firmen wie Liebherr, Bosch, Hoover oder Samsung zu haben. Meist bieten diese Einsteigergeräte für rund 50 bis 60 Flaschen Platz.

Liebherr WKt 4552 Grand Cru: günstiges Allroundmodell. Preis: ca. € 1.500,– / Foto beigestellt
Liebherr WKt 4552 Grand Cru: günstiges Allroundmodell. Preis: ca. € 1.500,– / Foto beigestellt

Bis 3000 Euro Für Liebhaber
Neben einem erhöhten Fassungsvermögen sind Temperaturkonstanz, Luftzirkulation und ausgeklügelte Filtersysteme, vibrationsarme Kühlung, Energieeffizienz, Lautstärke und natürlich die entsprechende Verarbeitung entscheidende Qualitätsmerkmale und Kriterien dieser gehobenen Klasse. Dafür aber bekommt man auch das Beste.

Beleuchtung spielt nicht nur der Präsentation der Weine wegen eine große Rolle, sondern auch weil der Rebensaft lichtempfindlich ist. Manche der Hersteller setzen bereits auf LED, andere auf spezielle Leuchtstoffröhren oder bernsteinfarbenes Licht ohne UV-Strahlung. Das deutsch-schweizerische Traditionsunternehmen Liebherr (gegründet 1949) hat hier ein umfassendes Sortiment für jeglichen Bedarf im Angebot.

Bewährt haben sich Weintemperierschränke der Vinidor-Linie mit einem Fassungsvermögen von bis zu 211 Flaschen und zwei bis drei Temperaturzonen oder Weinlager­schränke der Grand-Cru-Serie.

High-End-Geräte
High-End-Weinkühlschränke zeichnen sich zunächst einmal durch ein enormes Platzangebot aus. Diese Ferraris unter den Kühlschränken laufen darüber hinaus dank aufwendiger Verfahren leiser und ruhiger als ihre günstigeren Kollegen. Ein wichtiger Punkt, vor allem wenn der Weinkühlschrank auch ein Einrichtungsstück darstellt und im Wohnzimmer stehen soll.

Durch den Einsatz hochwertiger Bauteile bleibt die Temperatur aufs Zehntelgrad konstant, und um die »echte« Frischluft-zirkulation wird ein enormer Aufwand betrieben.

Ein weiterer Punkt betrifft Design und Ausstattung: Manche Gerätschaft gibt sich äußerlich wie ein Designermöbel, das sich dann erst beim näheren Hinsehen als eine exquisite Weinbehausung entpuppt. Unter kompromisslosen Weinfreunden hat sich eine weitere High-End-Lösung etabliert: ein Schrank für Rot-, ein Schrank für Weißwein. Ideal für alle mit genügend Weinen und genügend Platz.

Conclusio: den perfekten Weinschrank gibt es so wenig wie das perfekte Auto. Es lohnt sich jedoch in vielerlei Hinsicht, in den passenden zu investieren.

BILDERSTRECKE: BEST OF WEINSCHRÄNKE

Text von Marko Locatin
Aus Falstaff Nr. 08/2013 / Falstaff Deutschland 01/2014

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